Paargespräch: Ginger Rogers und Fred Astaire

Schwof gegen Doof
Fußball oder Seniorentanz? Zwei Ikonen über Bewegung im Alter

Fred: Ich geh nicht zum Seniorentanz!

Ginger: Die freuen sich immer über ­Nachwuchs.

Fred: Ich hab Arthrose in beiden Knien.

Ginger: Das hindert dich nicht daran, jeden Donnerstag Fußball zu spielen.

Fred: Eben, und davon muss ich mich eine Woche erholen.

Ginger: Wir können auch beim Sitztanz ­einsteigen, das sieht sehr schön aus, mit Chiffon­tüchern, die so in der Luft schweben.

Fred: Ich hab abends keine Zeit, da muss ich vor dem Fernseher schlafen.

Ginger: Seniorentanz ist ja extra vormittags.

Fred: Die kennen sich bestimmt alle.

Ginger: Aber viele erinnern sich nicht dran.

Fred: Wahrscheinlich wäre ich der einzige Mann.

Ginger: Geschlecht ist nur eine Rolle, gerade beim Tanz.

Fred: Weil du nicht aufhören konntest mit Steppen, sind wir aus der Wohnung geflogen und mussten ins Parterre ziehen, wo es ­immer fußkalt ist.

Ginger: Dafür brauchen wir keinen ­Treppenlift.

Fred: Gerade auf den hatte ich mich immer gefreut!

Ginger: Wenn du zu "Schwof gegen Doof" mitkommst, schenk ich dir einen.

Line Hoven

*1977, lebt und arbeitet als Comiczeichnerin und Illustratorin in Hamburg. Ihre Graphic Novel "Liebe schaut weg" wurde in mehrere Sprachen übersetzt und unter anderem mit dem e. o. Plauen Förderpreis ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit dem Berliner Schriftsteller Jochen Schmidt sind "Dudenbrooks" bei Jacoby & Stuart und "Schmythologie" bei C. H. Beck veröffentlicht worden. Ihre in Schabkarton gekratzten Arbeiten erscheinen in verschiedenen Magazinen und Zeitungen. Line Hoven hat zur Zeit die Max Kade Gastprofessur am Dartmouth College in Hanover (USA) inne. "Line Hoven ist die schöne Schwester, die sich Robert Crumb immer gewünscht hat." (Teresa Präauer, aspekte-Preisträgerin und Autorin, zum Werk von Line Hoven.)
Gregor Stockmann

Jochen Schmidt

Jochen Schmidt wurde 1970 in Berlin-Friedrichshain geboren. Er studierte Romanistik in Berlin und Brest. 1999 gründete er die Leseshow "Chaussee der Enthusiasten", bei der er 16 Jahre lang wöchentlich auftrat, mit Texten, die unterhalten und nutzen wollten. Wichtige Veröffentlichungen: "Schmidt liest Proust", "Meine wichtigsten Körperfunktionen", "Schneckenmühle", "Gebrauchsanweisung für Ostdeutschland". 2017 erschien sein Roman "Zuckersand", in dem ein Vater mit seinem zweijährigen Sohn spazierengeht und wieder sehen und fühlen lernt. Mit Line Hoven hat Jochen Schmidt bereits für "Dudenbrooks" und "Schmythologie - Wer nicht Griechisch kann, kann gar nichts" zusammengearbeitet. 2004 erhielt Jochen Schmidt den Förderpreis zum Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor. Auf Reisen fotografierte Fundstücke kommentiert Jochen Schmidt auf: http://jochen-schmidt.blogspot.de/
Voland&Quist/Tim Jockel

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