Berufstätigkeit von Müttern

Hallo, schlechtes Gewissen
Arbeiten die Eltern lang, erhöht sich das Risiko, dass die Kinder dick werden
Deutschland spricht 2019

Immer mehr Mütter arbeiten, und sie arbeiten immer mehr. Und viele sogar gern! Nun veröffentlichte das ­Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung eine Studie: Lange Arbeitszeiten von Müttern (35 Stunden oder mehr pro Woche) erhöhen das Risiko, dass ihre Kinder im Vorschulalter übergewichtig werden. Hallo schlechtes Gewissen, da bist du ja wieder. Was sagst du? Ich soll besser zu Hause bleiben, damit meine Kinder nicht dick werden? Aber die Kita-Köchin kocht doch gut. Viel Obst, viel Gemüse. Ja schon, manchmal gibt’s auch Eis. Aber bitte - würde ich ihnen täglich ihr Mittagessen bereiten, gäbe es auch Nachtisch. Natürlich geh ich arbeiten! Dafür, meinen Kindern Mittag­essen zu kochen, hab ich schließlich nicht studiert. Die sollten auch Sport machen, sagst du? Klar sollen die sich bewegen. Aber die Sportvereine könnten sich auch mal bewegen - und mehr Kurse am späteren Nachmittag anbieten. Sag mal, warum geht’s da eigentlich immer nur um Mütter? Ach, in der Studie vom Wissenschaftszentrum steht auch was von Vätern? Da ist das Risiko aber erst erhöht, wenn ­die Papas mehr als 55 Stunden pro Woche arbeiten? Dann ­kriegen Väter ja nie ein schlechtes Gewissen!

Mareike Fallet

Mareike Fallet, Jahrgang 1976, studierte Sozialwissenschaften in München und Göttingen. Redakteurs-Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München. Seit 2005 Redakteurin bei chrismon. Ihr Schwerpunkt sind gesellschaftspolitische Themen – etwa Reportagen über Geduldete in Deutschland, Menschen, die sich um gefallene Jugendliche kümmern, oder Sterbebegleitung –, aber sie schreibt auch Texte für "Portal" und "Persönlich", Kulturtipps sowie Kommentare in chrismon plus. Und sie ist zuständig für die Rubrik "Begegnungen".
Lena Uphoff

Leseempfehlung

Drei engagierte Väter reden über Staubsauger, dreckige Wäsche und Jungskram
Seit 100 Jahren sitzen Frauen im Parlament. Ernüchternd: Keines der Themen, für die sie damals gekämpft haben, hat sich 2018 wirklich erledigt.
Keine Termine mehr, und das Handy bleibt auch mal aus. ­Margot Käßmann geht in den Ruhestand. Mit ihrer Tochter Sarah Rahe spricht sie über Kinder, Karriere und Anrufe morgens um sechs
Eine Generalanwältin, eine Juristin und eine Journalistin über Jobs, ihre zehn Kinder und richtige Männer
Drei Jobs! Wie Karin Schubert, Mutter einer 16-Jährigen, ihre Familie managt und finanziert
Alle reden von Work-Life-Balance. Wir haben die Kinder von Karriereeltern gefragt: Wie ging’s euch damit?

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.