Mail aus Beirut: Schule für syrische Flüchtlingskinder

Kein Unterricht? Das geht nicht!
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Anfangs besuchten 70 Kinder die Schule, heute sind es 500

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Elias Fadel eröffnete südlich von Beirut eine kleine Schule für syrische Flüchtlingskinder

Elias Fadel hat mich beeindruckt. Der pensionierte liba­nesiche Lehrer hat in seinem Heimatdorf eine kleine Schule für syrische Füchtlingskinder gegründet. Naáme liegt etwa 20 Kilometer südlich von Beirut. Wir haben Elias Fadel besucht, einen kräftigen drahtigen Mann im Trainingsanzug, und er hat uns seine Geschichte erzählt: Er hatte in Griechenland als Lehrer gearbeitet und war 2014 nach seiner Pensionierung nach Naáme zurück gekehrt.

Dort lebten mittlerweile viele syrische Flüchtlinge auf engem Raum, in Wohnungen, Häusern und Notunterkünften. Die Kinder lungerten auf der Straße herum, während ihre libanesischen Altersgenossen zur Schule gingen – Flüchtlingskinder haben im Libanon kein Recht auf Schulbildung.
Manche Schulleiter lassen sie trotzdem am Unterricht teilnehmen oder stellen am Nachmittag zumindest Klassenräume zur Verfügung. Die öffentliche Schule von Naáme tat das nicht: kein Platz, keine Lehrkräfte, keine Kapazitäten!

Sasche Böhme

Sascha Böhme 
ist Jahrespraktikant in der Auslands­gemeinde in Beirut. 

PrivatSascha Böhme

Fadel sah sich gedrängt, irgendetwas zu unternehmen. So mietete er Räume in einem Haus neben der staatlichen Schule an, fand unter den syrischen Flüchtlingen 
Lehrerinnen und Lehrer, die er für wenig Geld "anstellte", kaufte von irgendwoher gebrauchte Schulmöbel 
und begann mit dem Unterricht. Anfangs mit gut 70 Kindern, heute sind es 500. Die Schüler, die wir bei unserem Besuch dort trafen, beantworteten fröhlich unsere Frage, wo sie denn herkommen: Idlib, Homs, Damaskus, Aleppo . . . die Orte kennt man alle aus der Tagesschau.

Elias Fadel ist in dieser Schule 
zu Hause. Er schläft hier und ist 24 Stunden vor Ort. Zu jeder Schulstunde läutet er eine Glocke. Dieser Mann geht wohl auf die 70 zu, wirkt aber zehn Jahre jünger. Dabei hat er echte Sorgen. Seine Rente reicht bei weitem nicht aus, um die Schule zu 
finanzieren. Eine libanesische Hilfsorganisation unterstützt ihn in­zwischen, und die wenigen Eltern, die es können, geben auch ein ­bisschen dazu. Unsere Gemeinde sammelt ebenfalls für die Schule.

Spendeninfo

Die deutsche Auslandsgemeinde in Beirut unter Pfarrer Jürgen Henning sammelt Spenden für die Schule von Elias Fadel.

Kontakt:
Evangelische Gemeinde zu Beirut
Pierre Aboukhater Bldg.
Rue Mansour Jurdak 429
Manara - Beirut 2036-8041
Tel.: 00961-1-7 40-318/319
E-Mail: info@evangelische-gemeinde-beirut.org (Gemeinde)
oder soziales@evangelische-gemeinde-beirut.org (Sozialarbeit)
www.evangelische-gemeinde-beirut.org

Info zur diakonischen Arbeit der Gemeinde und zur Flüchtlingsschule

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