Anschläge in Sri Lanka und Christchurch

Die Logik 
des Terrors brechen
Terroristen, ob in Sri Lanka oder Neuseeland, wollen eins: Streit säen

Drei ihrer vier Kinder verloren der dänische ­Milliardär Anders Povlsen und seine Frau Anne bei den Terroranschlägen am Ostersonntag auf Sri Lanka. Die Kinder standen am Buffet des Luxus­hotels Shangri-La in Colombo. Familie Povlsen gibt den 253 Toten und 500 Verletzten im Westen ein Gesicht. Wie sie leiden auch all die anderen Angehörigen derer, die in den katholischen Kirchen St. Antonius und 
St. Sebas­tian und in der evangelikalen Zionskirche starben. Ebenso die Familien der anderen getöteten Hotelgäste und Kellner in den Luxushotels.

Burkhard Weitz

Burkhard Weitz ist chrismon-Redakteur und zusammen mit Claudia Keller  verantwortlich für die Aboausgabe chrismon plus. Er studierte Theologie und Religionswissenschaften in Bielefeld, Hamburg, Amsterdam (Niederlande) und Philadelphia (USA). Er ist ordinierter Pfarrer und Journalist. Über eine freie Mitarbeit kam er zum "Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt" und war seither mehrfach auf Recherchen in den USA, im Nahen Osten und in Westafrika.      
Lena UphoffPortrait Burkhard Weitz, verantwortlicher Redakteur für chrismon plus

Wie der rechtsextreme Attentäter in der Moschee von Christchurch, Neuseeland, der 50 Muslime tötete, wollten auch die salafistischen Attentäter auf Sri Lanka nur eines: Hass und Streit säen. Und das in einem ohne­hin instabilen Land wie Sri Lanka.

Bekannt ist die Insel wegen des langjährigen Krieges zwischen Hindu-Tamilen und buddhistischen Singhalesen, der 2009 mit einer demütigenden Niederlage der militanten Tamilen endete. Auch danach ­brachen immer wieder lokale ethnische Konflikte aus.

Die meisten Muslime auf Sri Lanka sind liberal. Schon 2014 warnten die "Friedliebenden moderaten Muslime auf Sri Lanka" vor der damals neu gegründeten Splittergruppe, der "National Tauhid Dschamat" (NJT). Die NJT stand lange unter dem Einfluss des ­saudischen Wahhabismus und wurde nun von der noch immer aktiven Terrororganisation "Islamischer Staat" zum Attentat angestachelt.

Religiösen Scharfmachern widersprechen

Ihr Anschlag ist weder Teil einer systematischen Christenverfolgung auf der Insel noch deutet er auf einen vermeintlich globalen Dschihad, noch ist er ­Ausdruck eines angeblichen Kampfes der Kulturen. Der Anschlag soll einfach größtmögliche Empörung erzeugen, im Westen wie auf Sri Lanka.

Wir aber müssen uns der Logik der Terroristen entziehen. Es gibt keinen weltweiten Konflikt zwischen Christen und Muslimen, auch keinen regionalen Kampf zwischen Hindus und Buddhisten. Religiösen Scharfmachern ist zu widersprechen. Religiöse Terroristen gehören ins Gefängnis. Aber die Mehrheit der Christen, Muslime, Hindus und Buddhisten, die einfach nur ­Frieden will, muss Zeichen für das friedliche Mit­einander setzen. Damit uns die wenigen Verrückten nicht in einen Strudel der Gewalt reißen.

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Lesermeinungen

Danke für diesen klugen Artikel! Er spricht mir aus der Seele.
Als Christ schäme ich mich für die nach den entsetzlichen Anschlägen in Sri Lanka geschehenen Übergriffe auf muslimische Flüchtlinge aus Afghanistan und Pakistan - unschuldige Menschen, die sich nach Frieden sehnen und nun neuer Verfolgung ausgesetzt sind, weil sich auch Christen durch skrupelose Hetzer anstacheln und verführen lassen.