Islamhasser und das Attentat von Christchurch, Neuseeland

Stoppt die Spalter!
Der Attentäter von Christchurch will Hass säen. Wir dürfen nicht darauf eingehen.
Deutschland spricht 2019

Freitag, 15. März, 13.45 Uhr: 
Ein bewaffneter Mann dringt in die Al-Noor-Moschee von Christchurch, Neuseeland, ein. Er schießt auf die zum Gebet versammelte Menge. Er filmt sein 
Verbrechen mit einer Stirnkamera, die Bilder werden live ins Internet übertragen, zu hören ist auch ein als antimuslimisch geltendes, ser­bisch-­nationalistisches Kampf­lied: "Karadzic, führe deine Serben". ­
Das Kalkül des Attentäters: Die ­Bilder sollen sich in Windeseile verbreiten und potenzielle Nachahmer mobilisieren. So wie es aussieht, will er uns einen Kampf der Kulturen aufzwingen, wie es auch die Terroristen des sogenannten Islamischen Staats und von Al-Qaida wollen.

Claudia Keller

Claudia Keller ist chrismon-Redakteurin und zusammen mit Burkhard Weitz verantwortlich für die Aboausgabe chrismon plus. Sie hat Geschichte und Literaturwissenschaft in Köln und in den USA studiert und war viele Jahre Redakteurin beim "Tagesspiegel" in Berlin. Sie interessiert sich für religiöse und ethische Fragen und schreibt gern über Auf- und Umbrüche des Lebens. Einmal ist sie bei Recherchen sogar zufällig auf ein Geheimnis in der eigenen Familie gestoßen und hat einen Bruder gefunden, von dem sie nichts wusste.
Lena UphoffPortrait Claudia Keller

Wie können wir verhindern, dass wir zu Handlangern des Attentäters werden? Indem wir Einigkeit demonstrieren: Muslime gehören in unsere Mitte; der Islam ist – wie Christentum und Judentum – ein Teil unserer Gesellschaft. Dies hat die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern demonstriert. Bei ihrem Trauerbesuch in Christchurch trug sie ein schwarzes Kopftuch. 
Sie griff ein Klischee auf, nach dem alle Musliminnen ihre Haare be­decken. Sie zeigte den Vereinfachern: Ich mache mich mit denen gleich, die ihr hasst; sie gehö­ren zu uns. Man muss Frau ­Ardern dafür loben. – Es geht ein Riss durch die Gesellschaft. Nicht zwischen ­Juden, Christen und Muslimen, ­sondern zwischen Friedfertigen und Hassern.

Leseempfehlung

Porträtfoto Nils Husmann
Kaum sind die Schüsse eines Terroraktes verhallt, setzen Deutungsversuche ein. Helfen sie? Oder machen sie unsere Angst nur größer?
Eine sachlich distanzierte Berichterstattung ist völlig ausreichend

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.