Treffen von Donald Trump und Kim Jong-Un

Hauptsache, im Gespräch bleiben!
War das zweite Treffen zwischen dem US-Präsidenten und dem nordkoreanischen Machthaber ein Reinfall? Nein, der Gesprächsfaden darf nicht abreißen.

Er zündelt im Verhältnis zum Iran, er provoziert China und düpiert Verbündete wie die EU. Er hat den INF-Vertrag zur nuklearen Abrüstung mit Russland gekündigt, ist aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen und will eine irrsinnige Mauer an der mexikanischen Grenze errichten lassen. US-Präsident Donald Trump kann man wahrlich kein feines Gespür für Diplomatie unterstellen.

Michael Güthlein

... tat sich schwer, Donald Trump zu loben, findet es aber wichtig, dass Politiker miteinander reden.
Lena UphoffMichael Güthlein, chrismon-Redakteur

Trotzdem: Im Umgang mit Kim Jong-Un hat er richtig gehandelt. Donald Trump hat als erster US-Präsident das außenpolitische Tabu gebrochen: Er spricht mit Nordkoreas Machthaber. Selbst wenn Trump es persönlich nicht schafft, einen dauerhaften Friedensvertrag zu verhandeln und die atomare Abrüstung voranzutreiben, kann sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin daran anknüpfen.

Der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel ist nicht durch eine militärische Intervention zu lösen. Zu groß ist das Risiko einer nuklearen Eskalation. Also muss man an den Verhandlungstisch und reden, reden, reden. Selbst, wenn das nicht bedeutet, gleich konkrete Ergebnisse vorweisen zu können. Und offenbar braucht es manchmal jemanden, der so unverfroren ist wie Donald Trump, um etwas anzustoßen.

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