Transident - erkannt mit 12

James meint es ernst
James

Mario Wezel

James mit seinen Eltern und einer der Schwestern beim Wandern im Nordschwarzwald

Deutschland, Baden-Württemberg, Altensteig: James Lüdke wurde im Körper eines Mädchens geboren und lebt seit einem Jahr offen als Junge.

Die Eltern dachten, sie hätten Töchter. 
Bis das jüngste Kind sagte, es sei ein Junge.

Sie haben die Fotos abgehängt. Darauf die jüngste Tochter im Bikini am Mittelmeer. Eine "Wasserratte" war sie, konnte schneller schwimmen als die sportlichen ­Eltern. Das Kind ertrug die Bilder nicht mehr. Es geht nicht mehr schwimmen. Niemand soll seinen Körper sehen. Den Körper eines Mädchens.

Fast wäre das Kind zugrunde gegangen. In diesem schönen Pfarrhaus in der Fachwerkstadt Altensteig im Nordschwarzwald. Im Vorgarten Birnenspalier und Weinstöcke. Hinter Sprossenfenstern dann das Zentrum des Familienlebens: die Küche, gestrichen in Maigrün. Unterm Dach die Zimmer der drei Töchter. Dort lag das Kind auf seinem Bett und wurde ge­schüttelt von Panik.

Früher war die Jüngste ein glückliches Kind, sagen die Eltern. Mit Begeisterung im Kinderchor gesungen und Fußball gespielt, viele Freunde, überall beliebt. Hellwach, wenn die Eltern bei Tisch mit den älteren Töchtern dis­kutierten über Gerechtigkeit, Klimawandel, Armut.

Dass das Kind schon im Kindergarten fast ausschließlich mit Jungs spielte – der Vater fand es "cool", wenn ein Mädchen sich gegen Jungs durchsetzen kann. Gewisse Eigenheiten fielen den Eltern auf: Klamottenkaufen war verhasst, Kleider wurden nicht angezogen und Geschenke wie Barbies oder ein Legoschloss achtlos liegen gelassen. "Aber wir haben das nicht hinterfragt, warum auch, wir lieben die individuellen Züge unserer Kinder."

Die große Veränderung kam mit der Pubertät. Die setzte früh ein, mit elf. Das Kind wich den Eltern aus, gab Klavier- und Fußballspielen auf, war nur noch in seinem Zimmer, wurde fast unsichtbar. Auf die Frage, was es möchte, kam stets die Antwort "Weiß nicht."

Die Einsamkeit des Kindes

Die Eltern waren besorgt, das war mehr als Pubertät. "Es ging unserem Kind nicht gut, aber es wollte noch nicht darüber reden", sagt Sabine Lüdke. Sie führten Dialoge wie diesen: Was ist mit dir? Nichts. Kann ich was tun, dass es dir besser geht? Nein. Die Mutter muss weinen, wenn sie an die Einsamkeit ihres Kindes damals denkt.

Was machte das Kind in seinem Zimmer, damals, im Frühsommer 2016? Es war oft im Internet unterwegs. Auf der Fanseite einer Serie fand es einen Freund, der ­erwähnte in seinem Blog, dass er ein Trans-Junge sei. Das Kind googelte und entdeckte: "Das ist das, was ich auch bin! Mein Gehirn hat ein anderes Geschlecht als mein ­Körper. Ich bin ein Junge in einem weiblichen Körper."

Christine Holch

Christine Holch war nur kurz ­irritiert, als sie James kennenlernte. Dann war er für sie einfach ein ­liebenswerter ­junger Mensch, noch dazu ein überaus höflicher.
Lena UphoffChristine Holch, Chefreporterin chrismon

Mario Wezel

Mario Wezel, Foto­graf, fühlte sich, obwohl als Fremder herein­geschneit, sofort herzlich integriert in diese Familie.
Elias Holzknecht

Der Zwölfjährige forschte weiter und fand heraus: Dass er sich als Junge empfindet, besser: als Junge weiß, ­obwohl er weiblich gebaut ist, das ist nicht seine Ent­scheidung, das ist tief in seiner Persönlichkeit angelegt; Psychiater 
nennen das Geschlechtsinkongruenz. Und weiter: ­Transidentität* ist keine Krankheit, aber es kann krank machen, im empfundenen Geschlecht nicht leben zu ­können – zum Beispiel depressiv und suizidgefährdet. Einen Ausweg bieten können Pubertätsblocker, später gegengeschlechtliche Hormone, noch später womöglich auch geschlechtsangleichende Operationen.

Wie hat er sich denn früher wahrgenommen? "Ich ­
hab nie darüber nachgedacht, ich war ein Kind mit ­Mädchennamen. Im Kindergarten hab ich gesagt: Ich ­finde alle Mädchen doof. Mich selbst hab ich nicht zu den Mädchen gezählt."

Er hat es zunächst nur ein paar Internetfreunden gesagt. Ob sie ihn vielleicht mit einem anderen Namen ­ansprechen könnten, nämlich mit "James". Wie der Vater von Harry Potter. Sonst wusste niemand etwas. Wenigstens die ellbogenlangen blonden Haare sollten ab – er spendete sie für Perücken für krebskranke Kinder, das fanden die Eltern löblich. Er trug nun weite Sweatshirts über Jeans, vorzugsweise schwarz oder grau.

 Die Taufkerze trägt jetzt seinen neuen Namen               James vor der Transgender-FlaggeMario Wezel

Es war eine Klohölle. Und jede Monatsblutung eine Niederlage

Jetzt sah er schon so jungsmäßig aus, dass ihm auf ­einer Reise des Chors eine Klofrau den Zutritt zur Frauen­toilette verbot. Und er brachte partout nicht den Satz raus: "Aber ich bin ein Mädchen!" Aufs Männerklo konnte er aber auch nicht, weil er vor den anderen Chorkindern noch nicht geoutet war.

Es war eine Klohölle. Und jede Monatsblutung eine Niederlage. Wie konnte er nur seinen Körper davon abhalten, immer noch weiblicher zu werden? Wie bloß sollte er an Testosteron kommen?

Schließlich schrieb er an die ältere Schwester im ­Zimmer schräg gegenüber eine Whatsapp-Nachricht: Was meinst du, wie unsere Eltern reagieren würden, wenn sie erfahren würden, dass ich trans bin? James hat die ­Antwort der Schwester noch auf seinem Handy: "Puh, ok, das ist schwierig. Ich denke, am Anfang wird Mama vor allem denken, dass es eine Phase ist. Das wird, glaube ich, ein langer Weg."

James sandte seinen Eltern Signale. Ende 2016, da war er mittlerweile 13. Vielleicht bin ich ein Junge, sagte er zu seiner Mutter. "Ach", sagte die, "in deinem Alter wollte ich auch Junge sein." Zum Vater sagte er auf dem Nachhauseweg vom Kino, er wisse nicht, ob er Junge oder Mädchen sei. Ja, meinte der Vater, man muss sich erst mal finden.

James ging einen Umweg, über ein unglückliches anderes Kind: So gern würde er einen Jungen besuchen, den er im Internet kennengelernt habe! "Dem geht es ganz schlecht, der ist trans, dem glaubt keiner, nur ich verstehe ihn. Aber bestimmt erlaubt ihr mir das nicht." Der Vater war besorgt, dass das ein Pädophiler sein könnte, "ich durfte ihm dann mal zuwinken auf Skype". Er sah einen anderen Jungen, keinen Erwachsenen.

Dann fuhren sie in den Faschingsferien 2017 los, durch halb Deutschland, vom Schwarzwald in den Harz. Die ­Eltern waren froh, endlich etwas tun zu können. Auf der Fahrt sagte das Kind plötzlich von der Rückbank: "Ich bin auch transgender – female to male."

 James’ Kiste der Erinnerung: mit dem Kassenbon des ersten Jungshaarschnitts und dem Kinderbadeanzug, den James behelfsmäßig zum ersten Brustabbinder umfunktioniert hatteMario Wezel

"Egal, wer und was du bist, wir lieben dich"

Die Eltern reagierten instinktiv. "Obwohl wir nichts kapierten." Der Vater, gerade am Steuer, schaute in den Rückspiegel und sagte: "Herzlich willkommen in unserer Familie, mein Sohn." Die Mutter drehte sich um: "Egal, wer und was du bist, wir lieben dich." Ab sofort nannten sie ihn James. Das Kind strahlte. Erstmals seit langem.

Die Fahrt war noch lang, und James erklärte ihnen ge­duldig und gefühlt zehn Mal, was Transidentität heißt. "Ich will kein Junge sein, ich bin einer." Nun fügte sich für die Eltern eins zum anderen: der erste Schulranzen, der partout nichts Mädchenhaftes an sich haben durfte; oder dass James im Krippenspiel, wo man die Rollen zugewiesen bekam, trotz der langen Haare immer unweibliche Rollen ergattern konnte, auch mal ein Kamel.

Kaum zu Hause warf der Vater den Computer an und bestellte für James einen "Binder", ein Kompressionsshirt, das den Busen flachdrückt. Der Vater dachte noch: Hilfe, ich gehe auf eine Trans-Seite! Da führte ihn James schon durch das Menü, zum richtigen Modell, zur richtigen Größe.

Die Eltern nahmen ihr Kind als Sohn an, aber sie ­waren verwirrt. Sie suchten nach der Ursache. Könnte es sein, dass sie so, wie sie ihre Ehe und Geschlechtsrollen leben, dem Kind nicht die Prägung gegeben hatten, die es ­brauchte? Sabine und Klaus-Peter Lüdke teilen sich die Pfarrstelle, den Haushalt, das Kinderkümmern. Sie ­hinterfragten sogar ihre eigene Geschlechtsidentität. Lebe ich mein Frausein so unattraktiv, dass mein Kind lieber ein Mann sein will? Ist mein männliches Verhalten nur angelernt, habe ich vielleicht eine weibliche Identität, die ich nie zu leben wagte?

Sie lasen stapelweise Bücher und wissenschaftliche Studien und erfuhren: Man kennt die Ursache von Trans­identität nicht genau. Geschlechtlichkeit bildet sich vor der Geburt aus, in den Organen, dann auch im Nervensystem mitsamt dem Gehirn. Jede Menge Gene und Hormone spielen mit. Ein komplizierter Vorgang, der nicht nur mit den Geschlechtschromosomen X und Y zu tun hat. Manchmal ist sogar einer von eineiigen Zwillingen transident. Vielleicht könnte man es schlicht so fassen: Trans­identität ist eine Variante, eine Laune der Natur. Oder, ­
für Gläubige, eine ganz besondere Idee des Schöpfers.

"Ihr kümmert euch um die ­Erwachsenen, ich mich um die Gleichaltrigen"

Die ersten Monate nach James’ Eröffnung waren schwer für die Eltern. "Ich hab viel geweint", sagt Sabine Lüdke. Richtiggehend ein Trauerweg sei das gewesen. "Ich musste mich verabschieden von dem, was war – ich durfte den Namen nicht mehr nennen, wir sollten Bilder abhängen, auf denen man sah, dass unser Kind ein hübsches Mädchen war." Heute kann sie sogar sagen: "Als James im Kindergarten war . . ."

Der Vater weinte erst später, zunächst stopfte er sich mit Wissen voll, das half ihm. Und er lernte: Bei vielen Kindern, die mal sagen "Ich wär viel lieber ein Junge / ­
ein Mädchen", ist es eine Phase. Aber wenn Kinder ­sagen "Ich BIN ein Junge", wenn sie sich in allen Lebens­bereichen und über längere Zeit so verhalten, dann kann Transidentität vorliegen. Bei Jugendlichen ist die Geschlechtsidentität schon ziemlich stabil, bei Erwachsenen 
ist etwa einer von 200 transident. Ein paar weitere ­Menschen fühlen sich unwohl mit ihrem biologischen Geschlecht und der daran geknüpften Geschlechtsrolle, sind aber nicht transident.

Morgens um sieben, wenn die Kinder zur Schule auf­brechen, gehen die Eltern joggen. Da tauschen sie sich aus. Was soll bloß aus dem Kind werden? Sie konnten es sich nicht vorstellen. Die Wende war der evangelische ­Kirchentag in Berlin, Mai 2017. Dort trafen sie erwachsene ­transidente Männer. "Die sehen aus wie Männer, ganz normal", sagt Klaus-Peter Lüdke. Fröhliche Menschen waren das, Menschen mit Beruf und Partnerschaft. Es war heilsam für die Eltern. "Es gibt doch eine Zukunft für unser Kind."

Aber noch wusste niemand außerhalb der maigrünen Küche etwas. James sagte: "Ihr kümmert euch um die ­Erwachsenen, ich mich um die Gleichaltrigen."

Als Ersten informierten die Pfarrerin und der Pfarrer ihren direkten Vorgesetzten, den Dekan. Wie würde der reagieren? Immerhin ist er auch der "Chef der Pietisten", so formuliert es vereinfachend Pfarrer Lüdke; die lehnen die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren ab. Aber der Dekan sagte: "Ich unterstütze euch und euren Sohn vorbehaltlos."

"Das ist mein 
Enkel, er heißt James"

Auf wuchtige Abwehr stießen die Eltern dagegen ausgerechnet bei Verwandten und Freunden. Egal wie die ­Eltern es anfingen – das Verständnis war meist gering. Statt­dessen Vorwürfe: Die Eltern müssten das Kind von seinem Irrweg abbringen, auf keinen Fall unterstützen, das schade dem Kind! Das Kind will nur Aufmerksamkeit, ihr habt ihm nicht genug Beachtung geschenkt! Bestimmt habt ihr euch als drittes Kind einen Sohn gewünscht! ­Haben sie nicht, sie wollten bei keinem Kind vor der Geburt das Geschlecht wissen.

Es war bitter. Heute sagen die Eltern: Wir haben alle überfordert, sie brauchten Zeit. Nur einige wenige Freunde sagten spontan das, was sich die Eltern erhofft hatten: Wir haben zwar noch Fragen, aber egal was kommt, wir gehen mit euch.

Inzwischen hat es auch die Oma geschafft. Sie musste 
drei Wochen bei der Familie leben, weil sie ihr Hand­gelenk gebrochen hatte, saß jeden Tag mit James auf der Küchenbank und konnte endlich sagen: "Das ist mein 
Enkel, er heißt James."

Das Outing in der 7. Klasse war kurz vor den Sommer­ferien 2017, in der Mathestunde, denn Mathe war beim Klassenlehrer, der wusste schon Bescheid. James hatte sich einen Vergleich ausgedacht: Stellt euch vor, ihr lebt in einer Welt, wo es Quadrate und Kreise gibt. Du siehst aus wie ein Kreis. Aber eines Tages bemerkst du so eingedrückte Ecken an dir – denn eigentlich bist du ein Quadrat. Ja, und Hormone sorgen dafür, dass sich das Quadrat entfaltet und den Kreis sprengt. Mit Mathe war dann nicht mehr viel. Nachmittags im Chor durfte er sofort in den Tenor 
wechseln, er hatte seine Stimme eh schon runtertrainiert auf tiefen Alt. Abends war James platt. Und glücklich.

Leider hätten sich ein paar Freundinnen von ihm ­dis­tanziert, erzählt James. Wohl aus Sorge, dass Leute denken könnten, sie seien in James verliebt. "So ein Schwachsinn", sagt er.

 Patt! James und seine Schwester spielen Doppel-Schnick-Schnack-Schnuck
Wandern im Schwarzwald
Mario Wezel

Im Jungssport wird er bewertet wie die anderen Jungs

Anderes war unkompliziert, auch die Klofrage: James bekam den Schlüssel für die Behindertentoilette in der Schule. Inzwischen geht er aufs Jungsklo und dort in die Kabine. Und beim Sport zieht er sich auf der Toilette um. Damit niemand den Binder sieht.

Im Jungssport wird er bewertet wie die anderen auch, obwohl er noch keinen Jungskörper hat. Findet er richtig, er will keine Extrawurst. Im Fußball sei er nicht gerade der Beste, dafür gut in Speerwerfen und Kugelstoßen. "Und es gibt Jungs, die laufen langsamer als ich." Jetzt hat er eine Drei im Sport, ein Ausreißer in seinem Zeugnis.

Seine Eltern absolvierten zu der Zeit einen Gesprächsmarathon. In einer Kleinstadt begegnet man sich dauernd, schnell gibt es Gerede. Sie gingen es systematisch an: "Sonntags nach dem Gottesdienst haben wir immer ein paar Gemeindemitglieder beiseitegenommen und ­ihnen erzählt, was sich bei uns gerade abspielt."

Die meisten konnten verstehen, dass die Eltern zu ­ihrem Kind halten, auch wenn ihnen Transidentität ­völlig fremd war. "Wir beten für euch", sagten viele. Aber was, wenn Leute dafür beten, dass das Kind "wieder normal" wird? Die Eltern einigten sich: "Wir nehmen jedes Gebet an. Denn erst einmal ist ein Gebet eine Sympathie­bekundung. Und Herr des Gebets ist Gott, er kann es in eine positive Richtung wenden."

Manchmal musste der Vater weinen

Manchmal musste nun auch Klaus-Peter Lüdke weinen, auch vor anderen. "Wenn ich merkte, ich kann mich nicht verständlich machen." Denn Altensteig ist nicht irgendeine Kleinstadt, sondern eine Kleinstadt im Schwarzwald. Man ist hier sehr konservativ. So gab es hier eine Petition, gerade-
zu einen Aufstand gegen den 2015 von der rot-grünen Stuttgarter Landesregierung vorgeschlagenen Bildungsplan. Darin geht es auch um Vielfalt: Die Schüler und Schülerinnen sollen erfahren können, dass die Identität anderer keine Bedrohung der eigenen Identität bedeutet.

Vor allem die AfD und freikirchliche Gruppierungen schürten Ängste: Die Kinder würden in der Schule zum Trans-, Bi- und Homosexuellsein verführt. Die Petition ist noch online. Klaus-Peter Lüdke durchforstete die Unter­schriften: Welche unserer Gemeindemitglieder haben da unterschrieben? Mit denen sprach er zuerst. "Das war ­heldenhaft", sagt seine Frau.

Lüdke erzählte den Menschen einfach von seiner ­Familie. Viele sprachen dann selbst die Petition an: Sie hätten ja keine Ahnung gehabt, was Transidentität sei! Sie hätten gedacht, das sei was Schlimmes, und man entscheide sich dazu.

Kann man jungen Menschen so was wie Transidentität einreden, sie dazu verleiten? Werden sie transident, weil sie davon in der Schule hören oder im Internet lesen?

 Altensteig im Nordschwarzwald, gut 10 000 Einwohner, viele davon sehr konservativ. Wer aus der Norm fällt, fällt hier schneller auf als in einer Großstadt.Mario Wezel

"Die Transidenten waren schon immer da, das Internet hat sie nicht erzeugt"

Bernd Meyenburg ist Psychiater für Kinder und Jugendliche an der Uniklinik in Frankfurt am Main und seit Jahrzehnten mit dem Thema befasst. Ja, die Zahl der Behandlungssuchenden habe seit der Jahrtausendwende enorm zugenommen, sagt er. Und oft seien sie im Internet darauf gestoßen. "Aber die Transidenten waren schon immer da, das Internet hat sie nicht erzeugt. Sie erfahren nun eben, dass sie nicht alleine sind. Und es wird eher akzeptiert. Also trauen sich mehr Jugendliche, ihre wahre Identität zu offenbaren und Hilfe zu suchen."

Meyenburg bekam mal einen Brief, darin dankte ihm ein älterer Mensch, der ein Interview mit ihm gelesen ­hatte: Wenn das schon in meiner Jugend bekannt ge­wesen wäre! Er sei am Ende Leuchtturmwärter geworden. Nur dort oben, in der Einsamkeit der Turmkapsel, habe er sich getraut, als Frau zu leben. "Da treten einem doch die ­Tränen in die Augen", sagt Meyenburg.

James hat acht Monate auf einen Termin bei diesem ­Psychiater warten müssen. Der schreibt nämlich auch Gutachten für die Krankenkasse. Dafür führt er lange Gespräche, auch mit den Eltern. Vor allem, um herauszu­finden, ob jemand nicht vielleicht ein ganz anderes ­Problem hat. So wie der Vierjährige, den seine besorgte Mutter brachte. Sie lebte mit dem Kind getrennt vom Vater. Und Meyenburg erkannte: Der Junge hatte den Eindruck gewonnen, dass man als männliche Person nicht gemocht wird. Transident war er keineswegs. 20 Jahre später sprach ihn der Arzt noch mal – der junge Mann konnte sich gar nicht mehr erinnern an diese Phase in seinem Leben.

Gutachter-Marathon - und endlich Hormone

James hat vier Begutachtungen durchgestanden, zuletzt beim Gegenprüfer der Krankenkasse. Alle kamen zum ­selben Ergebnis: eindeutig transident. Seit Anfang des ­Jahres bekommt er nun menstruationshemmende Hormone. Eine große Erleichterung für ihn.

Aber, aber möchte man nun vielleicht einwenden. Muss man denn wirklich in diesen gesunden ­Körper medizinisch eingreifen? Könnte James nicht einfach als Tomboy leben, als Wildfang, als nicht so mädchenhaftes Mädchen?

Ruhig beantwortet James auch diese Frage: "Wenn ein Mädchen sich maskulin verhält, ist es nicht automatisch 
ein Junge." Er aber empfindet sich als Junge, nicht als 
Mädchen mit besonders breit gefächerten Interessen und 
Verhaltensweisen. Anderen, die sich mit ihrer Geschlechter­rolle unwohl fühlen, könnte es helfen, wenn diese Rollen weniger scharf getrennt wären. Für James wäre das be­deutungslos. Er verortet sich am männlichen Pol.

Einmal fragte ihn seine Mutter: "Wenn du auf einer einsamen Insel wärst, würdest du dann auch einen Binder tragen?" James: "Ja klar!"

Übt er jetzt andere Gesten, so dass er von jedem sofort als Junge erkannt wird? "Ich finde Gestik nicht so wichtig", sagt James, "ich war auch noch nie so der feminine Typ." Es nervt ihn, wenn Männer ihm sagen, dass er breitbeiniger sitzen müsse. Die meisten Männer, die er kenne, verhielten sich nicht "typisch maskulin". Ohnehin findet James manche Formen von Männlichkeit doof. "Dass manche sich besser fühlen, wenn sie sexistische Arschlöcher sind." James weiß, wem er besser aus dem Weg geht.

"Jesus liebt Trans*"

Gut, dass er wenig mitbekommt von den Kämpfen, die die Eltern derzeit hinter seinem Rücken führen. Seit ­neuestem trudeln nämlich böse Briefe ein. Seit der Vater ein kleines Buch geschrieben hat: "Jesus liebt Trans*."

Diese bösen Briefe beginnen gerne so: "Lieber Klaus-­Peter, ich bitte um Vergebung, dass ich dich verletzen muss, aber . . ." Die Familie sei auf einem sündigen Weg. Dann werden Homosexualität und Transidentität verdammt und die entsprechenden Menschen gleich mit – außer sie schwören ihrer gottlosen Lebensweise ab. Dazu lade man sie natürlich herzlich ein. So fasst Klaus-Peter Lüdke die Haltung dieser Menschen zusammen.

Er seufzt. Aber er beantwortet jeden Brief und diskutiert als Brückenbauer mit dem leitenden Pastor der örtlichen Freikirche. "Liebevoll im Ton, klar in der Haltung." Warum tut er sich das an? Weil diese frei­kirchliche Gemeinde so groß ist, dass da auch schwule, 
lesbische, transidente Menschen sein könnten, sagt er. "Um diese Menschen bin ich besorgt. Ich habe die Christenpflicht, ein Korrektiv zu sein."

 Die Eltern im Garten
James mit Spiderman-Shirt auf Star-Wars-Kissen in seinem Jugendzimmer – das nicht halb so aufgeräumt ist wie seine Gedanken.
Mario Wezel

"Gender-Mist" - was soll das sein?

Er hört nun öfter ein neues Schimpfwort: "Gender-­
Ideo­logie". Auch mal gezischt als "dieser Gender-Mist". Was das sein soll, weiß Pfarrer Lüdke auch nicht. Menschen, die geradezu fixiert scheinen auf Geschlecht, Gender 
und Homo­sexualität, sieht er vor allem innerhalb des freikirchlichen oder rechtskonservativen Milieus.

James war 13, als er sich offenbarte, er hatte eine ­Depression, er verzweifelte über seinen weiblichen ­Körper, Partnersuche war überhaupt nicht aktuell – aber viele Außenstehende wollten von den Eltern mit großer Dringlichkeit vor allem dies wissen: Für wen interessiert sich das Kind denn nun, für Männer oder für Frauen? Oft vermuteten die Eltern hinter dieser Frage die Angst, James könnte schwul oder lesbisch sein.

Egal, sagen die Eltern, "alle Freiheit für unseren Sohn". Und was antwortet James auf solch eine Frage, die ­eigentlich maximal übergriffig ist? "Och, schon okay. Ich fühle mich romantisch von Jungs und von Mädchen ange­zogen."

Für ihn ist gerade ganz anderes wichtig: Er wird endlich "Testo" kriegen, das gegengeschlechtliche Hormon Testosteron. Die Gutachter befürworten es bei ihm schon mit 15, nicht erst mit 16. "Man will ihm ermöglichen, innerhalb der Peergroup der Gleichaltrigen nicht zurückzufallen", sagt Psychiater Meyenburg, "nicht dass er mit Milchgesicht noch mal zum Außenseiter wird, während die anderen ­Jungen schon Bartwuchs und Stimmbruch haben." James habe ja alle Voraussetzungen erfüllt: Gutachten, Psycho­therapie, anderthalbjähriges Alltagsleben als Junge.

Voraussichtlich wird nach einigen Wochen die Stimme dunkler, später werden Barthaare wachsen, die Fettverteilung ändert sich, die Hüfte wird schlanker, Muskeln wachsen leichter. Das Wachstum der Brust hingegen wird gestoppt. Und seine glatte Haut wird sich mit Pickeln überziehen.

Und wenn er das doch später bereut?

Außenstehende wenden hier gern ein: Darf man solch unwiderrufliche Sachen machen? Manche Leute bereuen 
das doch später! Ja, sagt Psychiater Meyenburg, aber das sind sehr wenige. Nicht mal ein Prozent derer, die als transident diagnostiziert wurden, will irgendwann lieber wieder im früheren Geschlecht leben – meist, weil sie den Druck ihres Umfeldes nicht mehr aushalten. Meyenburg erinnert sich an einen "biologischen Mann", der erst als Erwachsener ins Frauenleben wechselte. Sehr groß, ­kräftiger Bartwuchs, tiefe Stimme, die weiblichen Hormone hatten auch kaum Brustwachstum bewirkt. Er sehe derart auf­fällig aus, sagte dieser Mensch, das sei nicht lebbar.

James ist früh dran. Eine Brustoperation fände er noch gut – der Binder macht ihm Rückenschmerzen. Alle ­weiteren prinzipiell möglichen Operationen sind viel zu weit weg für ihn. Es ist kein einfacher Weg, sagt James, das macht man nicht aus einer Laune heraus. "Ganz ehrlich, ich hätte mich sonst wahrscheinlich umgebracht."
Die Eltern wissen, dass ihr Kind sich freut auf die operative Entfernung der Brust. Natürlich mussten sie schlucken. "Aber wenn es ihm gut geht, werden auch wir froh."

Sie haben ein enges Verhältnis. Und das in einem ­Alter, wo sich Jugendliche abgrenzen von den Eltern. "Nun sind wir seine Verbündeten", sagt die Mutter, "das ist nicht ­lus­tig für ihn." Kann James denn noch Geheimnisse ­haben? "Das hoffen wir doch!" Klar, sagt auch James. Aber gerade habe er keine.

 

Anmerkung der Redaktion: *Wir verwenden hier den Begriff "Transidentität" und nicht "Transsexualität", weil es um die geschlechtliche Identität geht und nicht um die sexuelle Ausrichtung.

Infobox

Wie erkenne ich, ob mein Kind transident ist? Ein Interview mit Karoline Haufe vom Verein Trans-Kinder-Netz e.V. gibt Antworten.

Transidentität, Bibel und Glaube gehen gut zusammen, sagt die evangelische Landeskirche Hessen Nassau (EKHN). Sie hat – auf Anregung der Evangelischen Jugend – eine Handreichung erstellt, zusammen mit transidenten Menschen: "Zum Bilde Gottes geschaffen. Transsexualität in der Kirche"

Beim Verein Trakine bekommen Eltern transidenter Kinder Informationen und Rat.

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Lesermeinungen

Liebes Chrismon Team,
danke für die Titelgeschichte über James und seine Familie! Es war sehr spannend, seine Geschichte zu verfolgen und sich in ihn und die Familie zu versetzen.
Dennoch habe ich etwas zu kritisieren: Sie stellen das Thema nicht in seiner wissenschaftlichen Breite dar, sondern suggerieren letztlich, dass es kein Problem sei, Kinder, die sich im falschen Körper fühlen, auf diesem Weg zu ermutigen. Die wenigen Stellen im Text, an denen Sie Bedenken anmelden, werden sogleich wieder widerlegt, sodass der Eindruck entsteht, es wäre liebevoll und weise noch dazu, eine Transition zu unterstützen und zu akzeptieren. Der wissenschaftliche Konsens zu dem Thema ist aber: Es gibt keinen. Dafür gibt es mehrere Gründe:
1. Die Untersuchungszeiträume aller Studien sind nicht geeignet, um langfristige Aussagen über die physische und psychische Gesundheit von Transgender-Kindern und später Erwachsenen zu treffen. Diese müsste man eigentlich über sehr lange Zeiträume begleiten, statt nur nach Hormontherapie und Gender-Reassignment-OP zu fragen, ob man sich nun erleichtert und besser fühle.
2. Die Suizidrate von Transgender-Menschen, die ins andere Geschlecht "gewechselt" sind, scheint nicht besser zu sein als vorher. D.h. die sowieso hohe Suizidrate unter Transgendern wird nicht "gelöst". Das scheint darauf hinzudeuten, dass tiefer liegende psychische Probleme vorliegen.
3. Der Anteil der Kinder, die den Kriterien einer hormonellen und operativen Geschlechtsumwandlung genügen, aber aus ihrer pubertären Identitätssuche als "normale" Menschen mit traditioneller Geschlechtsidentität hervorgehen, ist sehr hoch. Eine solche Verwirrung ist nicht unnormal, zumal viele junge Menschen nicht dem "Ideal" eines der beiden Geschlechter entsprechen und sich als nicht passend empfinden.
4. Die Studien, die eine unter dem Strich positive Bilanz von Geschlechtstransition bescheinigen, sind im Schnitt diejenigen, die keine ausreichenden Kontrollgruppen haben und methodisch schwach sind. Die Studien, die eine unter dem Strich negative Bilanz sehen, sind im Schnitt gerade die Studien von der höheren Qualität.
Sie dürfen gerne eine gekürzte Version dieses Briefes in ihrem nächsten Leserbrief-Abschnitt drucken.
Liebe Grüße!

Liebes Chrismon Team,

Viele Dank für diese schöne Reportage aus dem Leben einer mutigen Familie. Das Phänomen der Transidentität ist schon viel besprochen und beschrieben worden aber in dieser empathischen Form geht mir die Geschichte schon sehr nah. Ausserdem enthält der Text ja auch viele Anregungen zum Umgang mit "abweichenden" Geschlechtsidentitäten bei Kindern und Jugendlichen.

Ein toller Artikel, vielen Dank! Danke, für diese wertschätzende Art, ein - für viele- schwieriges Thema zu beschreiben. Danke für den Einblick in eine tolle Familie, es erfüllt mich mit unglaublicher Wärme, diesen liebevollen Umgang miteinander zu „erleben“.
Der Familie und insbesondere James weiterhin alles Gute auf dem Weg. Du scheinst ein sehr toller Junge zu sein!

Ich bin 84 J. und habe schon manches erlebt, dennoch überkam mir beim Lesen des Beitrags immer wieder eine Gänsehaut. Außer an den emotional so bewegenden inneren und äußeren Tatsachenschilderungen liegt das an den perfekten, flüssigen Formulierungen einer Christine Holch. Die Schilderung der Entwicklung von James und der Ausblick auf andere ähnliche Schicksale ist sehr beeindruckend und hilfreich für unser aller diesbezüglichen „Probleme“.

Vielen, vielen Dank. Differenziert, wertschätzend, respektvoll.
Wie schön!
Und ja: das Thema verunsichert- das erlebe ich auch in meinem Alltag, vor allem in christlichen Bezügen.
Umso mehr braucht es solche Artikel

Schwieriges Thema für viele Christen. Habe selber bald 30 Jahre gebraucht um zu erkennen, dass das eben AUCH Gottes Idee ist, wenn jemand so ist. Danke für den guten Artikel. ich kenne einige solche Menschen und es ist so schwer für die einfach in Frieden mit sich und der Welt zu leben. Gerade Christen sollten das nicht schlimmer machen.

Vielen Dank für diesen differenzierten Artikel. - Befremdet hat mich allerdings die Anmerkung unter dem Bild der Autorin: ...“war nur kurz irritiert, als sie James kennenlernte. Dann war er für sie einfach ein liebenswerter junger Mensch....“ In dieser kurzen Form wirkt es auf mich, als gebe James den Anlass zur Irritation, was weder ihm, noch dem übrigen Artikel gerecht wird. Hier hätte ich mir auch eine etwas einfühlsamere Formulierung gewünscht.

Ich möchte einmal ein großes Dankeschön an Sie richten, wegen des Artikels zu James und seiner Transidentität.
Ich selbst kenne die Familie nicht, habe aber sehr viele transidente Menschen in meinem Freundeskreis,
deren Geschichten ich über die Jahre voller Bewunderung verfolgt habe. Danke sagen möchte ich vor allem,
weil ich noch nie in einem christlichen Magazin einen so offenen und informativen Artikel über Transidentität, Gender Dysphoria und allgemein LGBTQ+ (Lesbian - Gay - Bi - Transgender - Queer und mehr) gelesen habe.
Ich selbst identifiziere mich als queer und pansexuell (Liebe mache ich nicht am Geschlecht fest) und mir liegen eben deshalb diese Themen sehr am Herzen, weil ich dieselben Dinge durchgemacht habe und durchmache.
Auch ich bin Pastorentochter und bin Christin. Oftmals wurde ich aufgrund meiner Sexualität verurteilt, vor allem von christlicher Seite und sowas ist nicht immer einfach. Gerade deshalb bin ich absolut begeistert von Ihrem Artikel, denn Sie haben genau recht: Gott liebt jeden Menschen, unabhängig von seiner Sexualität oder Geschlechtsidentität. Danke, dass Sie das so offen zeigen und sagen. Es sollten mehr Ihrem Beispiel folgen.
Vielen, vielen Dank dafür!

Ich möchte mich auf diesem Weg für Ihre Arbeit und die vielen sehr guten Artikel bedanken.

Für mich als konfessionslosen Agnostiker ist es immer wieder eine Freude, die Chrismon zu lesen (etwas, dass ich anfangs kategorisch ausgeschlossen hatte).

Gerade der aktuelle Artikel über "James" zeugt von einer zutiefst menschlichen Einstellung, die ich sehr schätze...und die in der Organisation "Kirche" nun wirklich nicht selbstverständlich ist!

Ich freue mich jedenfalls schon auf die neue Ausgabe und hoffe auf weiterhin so inspirierende Berichte.

Ich möchte mich bedanken für diesen sehr authentischen Beitrag. Auch ich bin Mutter eines Transsohnes und kann jedes Wort unterschreiben. Auch mein Kind litt jahrelang unter Depressionen, Sozialphobie und war im höchsten Maße suizidgefährdet. Vor 9 Monaten hat er sich geoutet. Er ist 25 Jahre alt und nimmt seit 4 Monaten Testosteron. Er hadert nicht mit seinem Schicksal. Wir sind in sehr engem Kontakt und von Anfang an war klar, dass ich ihn begleiten werde, auch wenn ich mich selbst noch in einem Trauerprozess befinde. Artikel wie diese, in einer christlichen Zeitschrift zu lesen, machen Mut und Hoffnung. Danke!