Der Sündenfall: der mächtigste Mythos der Menschheit

Warum ließen sich Eva und Adam mit einem Apfel verführen?
Warum ließen sich Eva und Adam mit einem Apfel verführen

Lisa Rienermann

"Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde", heißt es im Buch Genesis

Warum ließen sich Eva und Adam mit einem Apfel verführen

Schon die ersten Menschen setzten sich über ein Gebot Gottes hinweg. Danach waren sie klüger, aber wohl nicht glücklicher.

Vorgelesen: Religion für Einsteiger - Warum ließen sich Eva und Adam mit einem Apfel verführen?

Ein Mann, mit nichts angetan als einem Feigenblatt, eine Frau, ebenso spärlich bekleidet, da­neben eine Schlange, die ihnen einen Apfel bringt: Diese Geschichte kennt jeder. Sie erzählt von der ersten Sünde der Menschen und ihrer Vertreibung aus dem Paradies. Den "mächtigsten Mythos der Menschheit" nennt sie Stephen Greenblatt, Literaturprofessor in Harvard, der sich sonst meist mit Shakes­peare befasst. In seinem Buch "Die Geschichte von Adam und Eva" untersucht er Inhalt und Wirkung.

Die Erzählung aus dem ersten Buch der Bibel hat wenig mit Lust und Liebe als vielmehr mit den Fragen zu tun: Wie frei sind Menschen? Dürfen sie gegen Gottes Verbote rebellieren? Es ist ein didaktischer Geniestreich des biblischen Autors, dass er die Glaubensfrage mit viel nackter Haut in Verbindung brachte. Das hat die Fantasie vieler Menschen zu allen Zeiten angeregt, wenn auch in eine etwas falsche Richtung gelenkt.

Eduard Kopp

Eduard Kopp ist Diplom-Theologe und chrismon Autor. Bis 2019 arbeitete er in der chrismon-Redaktion als leitender Redakteur Theologie. Er studierte Politik und Theologie, durchlief die Journalistenausbildung des ifp, München, und kam über die freie Mitarbeit beim Südwestrundfunk zum "Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt" nach Hamburg. Seine besondere Interessengebiete sind: Fragen der Religionsfreiheit, Alltagsethik, Islam, Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, Krieg und Frieden.
Lena UphoffPortrait Eduard Kopp

Wie geht sie wirklich, die Erzählung vom Sündenfall im Paradies, die in der christlichen Kunstgeschichte und der Werbung so viel Platz fand (Buch Genesis/1. Buch Mose, Kapitel ­2 und 3)? Eine Frau namens Eva und, von ihr angestiftet, ein Mann namens Adam übertreten das einzige Verbot Jahwes: von den Früchten eines besonderen Baumes im Paradies zu essen, des Baumes "der Erkenntnis des ­Guten und Bösen". Gott hatte sein Verbot mit einer Strafandrohung unterstrichen: "An dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben" (Genesis 2,17). Kaum hatten sie von dem Apfel genossen, bemerkten sie, dass sie nackt waren. Sie spürten ihre Blöße, ihre Verletzlichkeit. Das rasch angebrachte Feigenblatt machte sie nur verdächtig. Gott stellte sie zur ­Rede und wies sie aus dem Paradies.

Die eigentliche, folgenreiche Erkenntnis Adams und Evas reicht weiter: Sie merken, dass sie ihren ­eigenen Willen über den Gottes ­stellen können. Sie können sündigen. Der Sündenfall ist für sie ein Akt der Emanzipation, teuer erkauft durch den Verlust des Paradieses, durch schmerzhafte Schwangerschaften und Geburten, die Herrschaft des Mannes über die Frau, mühsame Arbeit auf den Äckern und karge Ernten, schließlich den Tod. Sie handeln sich alle Übel der Welt ein. Und das erklärt auch, wieso von "Äpfeln" die Rede ist, obwohl diese Frucht in der Geschichte vom Sündenfall gar nicht ausdrücklich genannt wird. Das hat mit einer Wortgleichheit in der lateinischen Bibelübersetzung zu tun: Böses und Apfel heißen beide malum.

Es klingt so, als sei Gott auf Adam und Eva eifersüchtig

Den heute von der Aufklärung geprägten Menschen ist es schwer verständlich, wieso Neugier, Selbstverantwortung, Mündigkeit in der Paradiesgeschichte so schlecht angesehen sind. Es klingt so, als sei Gott eifersüchtig (" . . . der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist"). Gott erklärt sogar, er sei froh, dass die Menschen nicht noch zusätzlich vom "Baum des Lebens" gegessen haben, dann wären sie sogar unsterblich. Neidet er es ihnen?

Die Geschichte vom Sündenfall ist kein Lehrtext über Sexualität, über das Verhältnis von Mann und Frau, über Äpfel oder die Gefährlichkeit von Schlangen. Warum ausgerechnet eine Frau die Menschheit, personifiziert durch den Adam, verführte, lässt sich anhand der Bibel nicht beantworten. Es ist auch nicht die Pointe dieser Geschichte. Die ist: Alle Menschen überschreiten Gottes Gebote. Der Mythos vom Sündenfall versucht zu erklären, warum die von Gott so gut erschaffene Welt so viele unerträgliche Seiten ­aufweist: Unterdrückung, Dürren, Hunger, Krankheit, Tod. Sie resultieren demnach letztlich aus dem Eigensinn der Menschen.

Stephen Greenblatt erzählt in ­seinem Erfolgsbuch "Die Geschichte von Adam und Eva" von einer ganz ­eigenen religiösen Rebellion. Beim Sabbatgottesdienst seiner Synagoge galt die Regel, dass alle beim Schlussgebet des Rabbi ihre Blicke senkten. Denn in diesem Augenblick, so hieß es, schwebe Gott über den Köpfen. Wer ihn sehe, müsse sterben. Eines Tages nahm Stephen allen Mut zusammen und schaute hoch. Er sah: nichts. Der Blick auf Gott gelang nicht. Es war wie in der Paradiesgeschichte – danach war er klüger, aber nicht glücklicher.

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Lesermeinungen

Schon oft habe ich geschrieben, daß die "Vertreibung aus dem Paradies" der erste und bisher einzige GEISTIGE EVOLUTIONSSPRUNG von Mensch war, doch tatsächlich ist es der "Sündenfall".

Mit der "Vertreibung aus dem Paradies", hat Mensch die MÖGLICHKEIT (im Rahmen der Vorsehung/"göttlichen Sicherung" vor dem Freien Willen und der ganzen Kraft des Geistes) eigenverantwortlicher Weiterentwicklung erlangt/bekommen, die aber, aufgrund des zu überwindenden "Erbe instinktiver Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und egozentriertem "Individualbewusstsein", immernoch im Kreislauf unserer imperialistisch-faschistischen Vorstellungen mit geistigem Stillstand dümpelt.

Bis zum neuen Geist mit Seele Mensch, zur Stärkung der Schöpfung des Geistes der Gott/Zentralbewusstsein ist, scheint es ein noch ein sehr langer, vielleicht auch nicht realisierbarer Weg zu sein.

Für Menschen ist es in der Tat unmöglich aus eigener Kraft wieder zur Vollkommenheit und Verbindung mit Gott zu gelangen. Aber kaum hatte Adam und Eva die Frucht gegessen , sagte Gott folgendes vorraus 1Moses 3 Vers 15 und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten und du wirst ihn in die Ferse stechen. Da Frauen ja natur gemäß keinen Samen haben ist damit die Jungfrauengeburt Jesus gemeint. Jesus soll dem Teufel den Kopf zertreten um uns aus der Knechtschaft der Sünde zu befreien. wir haben nämlich nur den Herren getauscht durch unseren widerspenstige Wahl. Das zweite bezieht sich auf das Leid wenn man von einer Schlange gebissen wird, leidet man, manchmal bis zum Tod. Gott hat uns von Anfang an einen freien Willen gegeben sonst hätten wir uns gar nicht gegen ihn entscheiden können. Aber als Adam und eva von der Frucht aßen, taten sie zum ersten mal etwas Böses und erkannten nun das es schlecht war und fürchteten sich vor Gott. Gottes Segen mit euch

In ihrem Artikel Adam und Eva klingt es im vorletzten Abschnitt so, als ob Dürren, Hunger, Krankheit und Tod eine Folge des Sündenfalls sei. Sie schreiben: „Unterdrückung, Dürren, Hunger, Krankheit, Tod (sie) resultieren demnach letztlich aus dem Eigensinn des Menschen“.
Ich hoffe, Sie meinen nicht im Ernst, dass der physische Tod durch die Sünde des Menschen gekommen sei. Die Folge des Sündenfalls ist ein Geistlicher Tod, eine Entfremdung zwischen Gott und den Menschen. Daraus folgt eine Unterdrückung der Geschlechter und die Erfahrung, dass der Tod als Bedrohung erlebt wird.
Physischer Tod, Vergänglichkeit, Schmerz und Leiden ist in einem physischen Universum unvermeidlich. Ohne den physischen Tod gäbe es kein Leben. Paulus drückt es in Röm 8 so aus: Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen durch Gott. Da ist von der Sünde des Menschen nicht die Rede.
Eine (von Gott gesteuerte) Evolution ist ohne Werden und Vergehen nicht möglich. Wahrscheinlich haben sich frühere Generationen das so vorgestellt, dass physischer Tod und die Schmerzen aus dem Sündenfall resultieren. Aber theologisch ist das heute nicht zu halten. Es wäre grotesk, das Sterben von Pflanzen, Tieren und Menschen erst nach dem menschliche Sündenfall anzusiedeln. Das wäre eine unzulässliche Überhöhung menschlicher Sünde.

Ich gehe davon aus das es Gott gibt, das Gott die Bibel inspirriert hat um uns Dinge zu lehren. Wenn also in der Bibel steht das wenn sie von dieser Frucht essen das sie dann sterben werden, muss davon ausgegangen werden das sie A wussten was der Tod war B das sie selbst nicht davon betroffen waren. Das heißt das durch die erste Sünde deshalb auch Todsünde genannt, der Tod zu den Menschen kam. Das erschließt sich auch durch einen späteren Satz der sich auf Jesus bezieht denn wie durch einen Menschen die Sünde und dadurch auch der Tod gekommen ist so kann durch einen Menschen die Rettung und damit auch das Leben kommen. Es ist numal so das Gott alles erschaffen hat und er legt die Spielregeln für das ganze Universum fest also auch für den Menschen. Jetzt hat Gott etwas sehr außergewöhnliches getan, er hat dem Menchen einen freien Willen gegeben und damit auch die Möglichkeit sich gegen Gott zu entscheiden. Nur ändert das nichts an der Tatsache das wir ohne Gott unvollkommen und vom unsterblichen Leben im Paradies getrennt sind. Wir werden also sterben wenn wir nicht zu Gott halten, den Gott ist wie ein Weinrebe und wir wie einzelne Trauben wenn man die Verbindung kappt gehen die Trauben ein. Gott hätte uns verwerfen können, das hat er aber in seiner Güte nicht, er hatte Mitleid mit den Menschen. Also schickte er uns seinen Sohn, der durch sein Opfer die Verbindung zwischen Gott und denn Menschen heilte. Und nun ist es an uns ob wir Willens sind Gott zu lieben und ihm aus dieser Liebe heraus zu gehorchen oder ob wir uns abwenden. Aber wenn wir uns von Gott abwenden der Leben verspricht, dann brauchen wir uns auch nicht wundern wenn uns der Tod trifft. Ein Beispiel wenn wir uns an Gottes gesetz halten würden und unseren nächsten wie uns selbst lieben würden, gäbe es A keinen Krieg B keine Hunger auf der Welt, den wir könnten auf dieser Welt soviel Essen produzieren das jeder Mensch sogar noch etwas übrig hätte. Die meisten Dürren, Waldbrände sind menschengemacht, weil wir immer nur denken ich will, am besten immer mehr und mehr. Wer Freiheit hat muss diese auch verantwortungsvoll einsetzen und genau dazu ist der überwiegende Teil der Menschheit nicht in der Lage. Und genau hier ist Gott wieder gütig eingeschritten, er verlangt gar nicht das wir uns selbst regieren und unsere Freiheit selbst einschränken, weil er weis wie wir ticken. Sondern er sagt verlasst euch auf mich, glaubt an mich, gebt einen kleine Teil eurer Freiheit auf und lasst zu das ich euch führe. Nur so kann ein Paradies funktionieren, wenn nämlich alle immer noch selbst unter paradiesischen Umständen sagen ich will, egal was es kostet alles für mich, dann bleibt selbst in einem Paradies nichts mehr für alle anderen.

ich würde es wünschenswert finden wenn die ganzen Hamsterkäufe endlich mal aufhören und die Geschäfte auch ihr bestes dazu geben und nur in kleinen mengen alles verkaufen, das diejenigen die den ganzen Tag auf Arbeit sind wie ZB Rettungsdienst Polizei Ärzte Pflegepersonal vielleicht abends auch mal noch eine tüte Milch und WC Papier bekommen. Wir trinken auch mal gerne ein Glas Milch und den Hintern müssen wir uns auch irgendwann mal abwischen, nicht nur die, die den ganzen Tag Zeit haben um einkaufen zu gehen .
Vielleicht bewirken ja die paar Zeilen bei so manch einen ein umdenken und hört auf nur an sich zu denken.
Danke liebe Leute

Tagtäglich wird über das Elend der Flüchtlinge, hauptsächlich Moslems,an den EU Außengrenzen berichtet und geklagt. All diese armen Menschen möchten nach Europa, möglichst nach Deutschland, das für sie als das "Schlaraffenland"gilt. Ich frage mich immer wieder? Wo bleibt hier eigentlich die Solidarität mit deren islamischen Brüdern in Katarrh, Dubai, Saudi-Arabien usw. alles superreiche Länder, die vor Übermut nicht wissen wohin mit ihren Reichtümern? Dorthin gehören diese Flüchtlinge.