Muslime in Budapest

Eine verborgene Religion
Dar As-Salam Moschee in Budapest

Sascha Montag/Zeitenspiegel

Fast unsichtbar, aber doch präsent: die Muslime in Budapest

Muslim Walking Tour in Budapest, hier Anna Lénárd, Gründerin der Budapest Walking Tours in der Dar As-Salam Moschee
(c) Sascha Montag/Zeitenspiegel

Die ungarische Regierung macht Stimmung gegen Muslime. Doch vor Ort sind der Islam und seine Anhänger nur schwer zu finden. 
Es sei denn, man folgt der Stadtführerin Anna Lénárd durch Budapest.

An einem grauen Budapester Samstag­nachmittag führt Anna Lénárd eine Besuchergruppe ins Unbekannte. Zwölf Frauen und sechs Männer machen sich mit ihr auf in eine Welt, die über Jahrhunderte in Ungarn Spuren hinterlassen hat, aber jahrzehntelang kaum zu finden war. Eine Welt, die seit 2015 vielen ­Ungarn vor allem als Bedrohung erscheint: der Islam.

Hinter Lénárd rauscht Verkehr, neben ihr ragen Jugendstilfassaden in die Höhe, und vor ihr blicken 18 Neugierige in ihre Richtung. Fragend. Lénárd will mit ihrer "Muslim Walking Tour" Antworten liefern. Sie bekennt sich zum Islam, hüllt ihr Kopftuch aber nicht eng über das Haar, wie es konservative Musliminnen tun. Seit Anfang 2015 führt die 44-Jährige durch Budapest. Waren es zu Beginn selten mehr als zehn Teilnehmer, muss Lénárd die Zahl seit einigen Monaten auf 25 begrenzen. Ihre Walking Tour ist ein Erfolg. Vor allem Frauen über 45 Jahre, gut ausgebildet, mehrsprachig, kulturell interessiert, kaufen ein Ticket. Statt über die Donau zu schippern oder in den Thermen zu baden, folgen sie den Spuren der Weltreligion, wollen mehr wissen über muslimisches Leben in Budapest. Doch zur Neugierde kommt auch Nervenkitzel. Denn Muslime sind in Ungarn vor allem: verdächtig.

Seitdem 2015 Tausende von Flüchtlingen aus Syrien, Irak oder Afghanistan am Budapester Keleti-­Bahnhof strandeten, schürt die ungarische Regierung unter Minister­präsident Viktor Orbán Stimmung gegen Migranten und den Islam. Orbán glaubt, "dass eine hohe Zahl an Muslimen notwendigerweise zu Parallelgesellschaften führt", und sieht Ungarn bedroht von "muslimischen Invasoren". Parteitage unter dem Motto "Lasst uns Ungarn beschützen", Wahl­plakate mit Fotos von Migranten und einem großen Stoppzeichen darüber, dazu Orbán-Interviews auf dem staat­lichen Sender Kossuth Rádió: "In Westeuropa müssen sich die jungen Leute darauf einstellen, in die Minderheit zu geraten angesichts muslimischer Zuwanderung."

72 Prozent der Ungarn haben eine negative Sicht auf Muslime

Orbán gewann die Parlamentswahlen im vergangenen April. Fast 50 Prozent der Ungarn stimmten für ihre alte Regierung. Außer in Budapest, wo einige Stadtteile an die Ungarische Sozialistische Partei gingen, wählte die Mehrheit Orbáns Partei. Laut einer Umfrage des US-amerikanischen Forschungsinstituts Pew aus dem Jahr 2016 haben 72 Prozent der Ungarn eine negative Sicht auf Muslime – das sind fast 30 Prozent mehr als der Durchschnitt in der Europäischen Union. 76 Prozent glauben, dass Flüchtlinge die Wahrscheinlichkeit von Terroranschlägen in ihrem Land erhöhen. "Jeder in Ungarn reagiert sehr emotional auf das Thema", sagt Anna Lénárd. "In Wahrheit ist der Islam hier fast unsichtbar." Doch Lénárd kennt Hinterhöfe und Ausfall­straßen, in denen Muslime leben, arbeiten und beten. Sie will zeigen, dass es ein muslimisches Leben in Budapest gibt, will aufklären, wie die Realität hinter den Moschee­türen aussieht. Eine informelle Erziehungstour, unabhängig von den Einflüssen der Staatsmedien, so nennt sie ihre Aufgabe. Und hofft darauf, dass die Teilnehmer ihre Erfahrungen weitererzählen.

Bereits am Gárdonyi-Platz, dem zentral gelegenen Startpunkt der Tour, zeigt Lénárd alte Verbindungen zwischen Budapest und dem Islam: die Gedenktafel für László Almásy, den Abwehroffizier und Saharaforscher in Ägypten und der libyschen Wüste, dessen Leben den Film "Der englische Patient" inspirierte. Und die Statue des Schriftstellers Géza Gárdonyi, dessen Hauptwerk in der Zeit der türkischen Besatzung Ungarns im 16. Jahrhundert spielt. Der eine ein Nationalheld und Symbol für den ungarischen Widerstand gegen die muslimischen Osmanen, der andere erzählt über das frühe 20. Jahrhundert, als ­Orient und Islam Inspiration und Sehnsuchtsort für Künstler, Abenteurer und Intellektuelle waren.

Die Gruppe zieht vom Treffpunkt über die Straße auf einen trostlosen, asphaltierten Hinterhof. Vorbei an parkenden Autos, dann geht es die schmalen Stufen einer von Regen und Frost verwitterten Steintreppe hinauf. Ein einfaches dunkelgrünes Schild mit weißer Schrift verrät das erste Ziel der Muslim Tour: die Masjid Dar as-Salam. Die "Moschee des Friedens" ist eine der ältesten Moscheen in Budapest: eröffnet 1996, ein Gebetsraum mit Platz für hundert Besucherinnen und Besucher. Sie ist ausgelegt mit weichem rotem Teppich und durch eine Holzempore unterteilt in Gebetsplätze für Männer und Frauen. Nachdem die Teilnehmer der Tour ihre Schuhe ausgezogen haben, bewirten Muezzin Abdul Bashir und seine Frau sie mit Tee und Datteln.

 Gebet in der "Moschee des Friedens" in BudapestSascha Montag/Zeitenspiegel

Durch hohe Altbaufenster dringt schwaches Tageslicht in den Raum, im vorderen Bereich hüpfen Kleinkinder über den ­Teppich, auf dem vor einer Wand mit ­einer digitalen Gebetszeituhr drei Männer knien, Mekka zugewandt. Dahinter, in einem Stuhlkreis und etwas schüchtern, Lénárds Gruppe. Fragen werden keine gestellt. Man sitzt. Kaut eine Dattel. Hört zu. Es gibt Basisinformationen: Wie beten Muslime? Wie ist eine Moschee aufgebaut? Was sind die fünf Säulen des Islam? Für Muezzin Bashir, in einen grauen Kaftan gekleidet, und Alwani Samer, den Büroleiter der Moschee, ganz weltlich in dunkler Hose und hellblauem Hemd, ist Lénárd mehr als eine gute Bekannte. "Anna kam in unsere Moschee und fragte, ob wir eine Station auf der Tour sein wollen", sagt Samer. "Für uns ist dies eine gute Möglichkeit, unsere Religion vorzustellen."

Eine andere "Öffentlichkeitsarbeit" der Muslime gibt es in Budapest so gut wie nicht. Ein "Tag der offenen Moschee" wie in Deutschland alljährlich am 3. Oktober ist hier unbekannt. Die Moschee ist klein und familiär. Bashir und Samer leben seit über dreißig Jahren in Budapest. Sie sprechen fließend Ungarisch, haben ergraute Bärte und einen wachen Blick. Während Muezzin Bashir das Gebet vorbereitet, erinnert Samer an die Zeit, als Ungarn kommunistisch war und er nicht als verdächtiger Muslim galt, sondern als hoffnungsvoller syrischer Student mit einem Stipendium vom "befreundeten Bruderstaat" Ungarn. Für den Aufbau einer neuen sozialistischen Zukunft spielte die Religion in den 1970ern und Anfang der 1980er Jahre keine Rolle. 1988, kurz vor dem Zusammenbruch des Sozialismus, wurde der Islam sogar offiziell als Religion in Ungarn anerkannt.

"Als ich nach Budapest kam, gab es hier nicht einmal eine Moschee", sagt Samer. "Um überhaupt beten zu können, mietete ich mit ein paar muslimischen Kommilitonen einen Raum neben unseren Schlafsälen in der Uni. Für zwei Stunden, jeden Freitag." Vielleicht hundert Muslime gab es zu dieser Zeit in Budapest, fast allesamt Studenten, sagt Samer. Viele kehrten zurück in ihre Heimat. Samer blieb und ­heiratete, nahm 1996 die ungarische Staatsbürgerschaft an. Er meint: "Wenn Einwanderer ungarisch sprechen und lange genug hier leben, gibt es überhaupt keine Probleme." Erst 2015, als rechte Parteien in Ungarn erst von einer Flüchtlingskrise und dann von einer Muslimkrise sprachen, sprühten Unbekannte "Muslime raus" auf die Mauern der Moschee. "Die Staatspolizei kümmerte sich gleich und fragte, ob es noch weitere Probleme gebe." Die gab es nicht.

Patrick Witte

Patrick Witte, Jahrgang 1975, 
ist Reporter und lebt in Berlin. 
Er arbeitet häufig im Nahen Osten. 
In Budapest war er angetan von der Gastfreundschaft der Muslime.
Privat

Sascha Montag

Sascha Montag, Fotograf, Jahrgang 1975, erlebte Budapest als wunderbare, sehenswerte Stadt. Und er kehrte nach der Recherche in den Halal-Shop zurück, um sich mit frischem Baklava einzudecken.
Privat

Die Propaganda der heutigen Regierung verletze ihn, sagt er. "Ich weiß, dass die ­Politiker auf unsere Kosten Stimmung schüren. Weil sie an der Macht bleiben wollen. Und wir Muslime zu wenige sind, um uns wehren zu können." Für Jahrzehnte lebten Muslime in Ungarn "unter dem Radar", wie Lénárd sagt. Es gab einfach zu wenige – nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung in dieser überwiegend römisch-­katholischen Nation. Nach Schätzungen der MME, einer von zwei staatlich anerkannten muslimischen Dach­organisationen im Land, leben heute etwa 40 000 Muslime im Land. Doch dass es überhaupt so etwas wie eine muslimische Gemeinde gibt, wissen die wenigsten Ungarn.

Im kommunistischen Ungarn gab es kein Schulfach für Religion, und nach der Revolution 1989 hatten die Ungarn mit den Problemen des Umbruchs zu kämpfen. Der Islam und Muslime kamen allenfalls als Auslandsnachrichten in die Wohnzimmer. Trotzdem zeigte bereits 2010 eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, dass bis zu 70 Prozent der befragten tausend Ungarn den Aussagen "Der Islam ist eine Religion der Intoleranz" oder "Es gibt zu viele Mus­lime in Ungarn" zustimmten.

Orbáns Botschaft wirke, sagt Lénárd. Längst gelte die Gleichung Migrant gleich Muslim gleich Terrorist. "In Ungarn kam die Bedrohung immer von außen", sagt sie. "Seien es die Osmanen vor Jahrhunderten, später die ­Österreicher, dann die Deutschen oder Russen." Jetzt seien es die Muslime. "Wer bei uns in der Politik Erfolg haben will, muss sich als Retter der Heimat präsentieren. Das hat Orbán gemacht." Seitdem glauben viele Ungarn, dass ihr Land geschützt werden muss vor den Muslimen. Samer berichtet von seinem Nachbarn, der ihn nach fünfzehn Jahren des problemlosen Miteinanders plötzlich fragte, ob er auch ein Anhänger des IS sei. Lénárd kennt ungarische Muslime, die damals ihre Ausweise griffbereit auf den Tisch legten, um sofort ausreisen zu können, falls die Stimmung weiter gekippt wäre.

 Aufbruch zur Spurensuche Islam: Anna Lénárd führt Gruppen durch BudapestSascha Montag/Zeitenspiegel

Dennoch – in Budapest sei das Leben als Muslim un­problematisch, sagt Lénárd. Denn die Großststadt ist durch Millionen Touristen im Jahr an fremde Kulturen und ­Be­sucher gewöhnt. Auf dem Land hingegen, dort wo die Bewohner so gut wie nie einen Zuwanderer oder Muslim treffen, fürchte man sich vor dem Islam, sagt Lénárd. Sie kennt die Berichte von Übergriffen, von ­heruntergerissenen ­Kopf­tüchern und Steinwürfen. Rozalia Dombay, mit Mitte dreißig deutlich jünger als der Durchschnitt der Teilnehmer, ist ­Juristin, außerdem Hobbytänzerin und hat, wie sie sagt, deshalb Freunde von Ungarn bis nach Rajasthan. Multikulti sei in Ungarn zwar unbekannt. "Doch Ungarn sind offener, als viele Leute in Europa denken." Sie spricht von den Anschuldigungen des EU-Parlaments gegen Ungarn, der angeblichen Verletzung europäischer Werte und fehlenden Rechten für ­Migranten.

"Wir Ungarn wissen einfach wenig über den Islam", sagt die gebürtige ­Budapesterin. "Auch wegen des alten Schulsystems. Die Lücken im Wissen füllt dann die Pro­paganda." Dombay meint: Ob im Fern­sehen oder in der Zeitung, über Muslime werden nur noch schlechte Dinge berichtet. Besonders die staat­liche Medienanstalt MTVA, aber auch Internet­seiten wie ­Origo übernahmen unkontrolliert die Meinung der ­Regierung und berichteten von Millionen gefährlicher Flüchtlinge, die angeblich nur darauf warten, nach ­Ungarn zu ­kommen. All dies nach 2015. Sie selbst sei nicht religiös. Auch Politik interessiere sie kaum. Dennoch hole sie sich Nachrichten mittlerweile lieber von ausländischen Internetseiten. Aber viele Ungarn sprechen keine Fremdsprache. Ihnen bleiben nur die ungarischen Staatsmedien. Und deren politische Botschaften sind eindeutig.

Genau in dieses Dickicht islamfeindlicher Vorurteile will Lénárds Tour eine Schneise schlagen. Ihre Klientel ist weltläufig und offen für andere Kulturen. Doch keinesfalls unkritisch. Nach dem ersten Moscheebesuch ihres Lebens werden die Fragen an Lénárd drängender: Was ist mit den Frauenrechten? Sind Männer im Islam rechtlich besser gestellt als Frauen? Wieso dürfen Muslime mehrere Frauen heiraten? Müssen Frauen sich verschleiern? Lénárd versucht, ihren eigenen muslimischen Glauben von der Tour zu trennen, sie will neutral erscheinen. Sie will eine europäische, moderne Muslimin sein. Ihr Update im Glauben ist in Wahrheit das Ergebnis einer langen reli­giösen Suche, die direkt nach der Herbstrevolution 1989 begann und nicht unbedingt mit dem Islam zu Ende sein muss.

Auch drei Jahre nach der Flüchtlingskrise ist das Image des Islam schlecht

Die junge Lénárd trat gleich nach dem Fall des Kommu­nismus in die katholische Kirche ein, verließ sie aber nach einigen Jahren wieder: "Zu viele Dogmen." Dann sollten ­irdische Dinge Antworten liefern: Lénárd studierte Bildhauerei, tauchte ein in die Kunstszene von Budapest. Für das Studium brauchte sie einen Nebenjob und half ­Freunden bei Stadtführungen. "Wir organisierten soziale Touren – auf den Spuren von Obdachlosen, von Roma und Sinti in Budapest." Anfang 2015 stieß Lénárd auf den ­Islam. "Ich suchte einfach neue Ziele für unsere Tour." Dann zog es Lénárd auch aus anderen Gründen in die Moschee: "Der Islam erschien mir wie die Weiterentwicklung des Christentums. Weniger Dogmen, reiner, intellektuell anziehender." Sie konvertierte 2015, wenige Monate vor dem Eintreffen der vielen Flüchtlinge am Budapester Bahnhof.

"Vorher interessierte sich nicht einmal meine Familie für meine Konversion. Danach wurden viele Freunde und Angehörige skeptisch, und ich fühlte mich plötzlich als Teil einer Minderheit. IS-Terroristen im Irak und Syrien bestimmten auf einmal das Bild dieser Religion." Auch drei Jahre später ist das Image des Islam noch immer schlecht. Lénárd leugnet dies nicht. Ihre Antworten, dass auch im Süden Italiens oder in bayerischen ­Dörfern Frauen ein Kopftuch tragen, wenn sie ihr Haus verlassen, dass nicht der Koran, ­sondern die Kultur der einzelnen muslimischen Länder das Kopftuch fordert oder ablehnt, überzeugen die selbstbewussten Budapesterinnen nicht wirklich.

Lénárd führt stattdessen zu den nächsten Etappen der Tour, bevor diese an der großen neuen Budapester ­Moschee an einer Ausfallstraße, weitab von den anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt, enden wird – ein umgebautes, zweigeschossiges Bürogebäude, wie ein Symbol für den Platz der Muslime in Ungarn: Es gibt sie. Aber am Rande. Vorher stakt die Gruppe über schmale Bürgersteige durch abgelegene Seitenstraßen, vorbei an Dönerläden, die einen "Halal"-Aufkleber im Fenster haben, als Zeichen für die Zubereitung der Speisen nach islamischem Recht. Dann stoppen sie am Szír Center, einem der insgesamt fünf Läden für arabische Lebensmittel in Budapest.

 Hier kauft sogar Ministerpräsident Viktor Orbán ein: Das Szír Center ist bekannt für seine Halal-LebensmittelSascha Montag/Zeitenspiegel

Inhaber Mohammed Choman stößt, hinter dem Verkaufstresen sitzend, Wolkenbänke aus Rauch aus seiner Wasserpfeife, drei Angestellte verkaufen von Nüssen über Gewürze bis zu Fleisch so gut wie alles, was der Orient an Essbarem kennt. Seit zwanzig Jahren führt Choman den Shop, noch immer fährt er zwei-, dreimal in der ­Woche nach Feierabend knapp 100 Kilometer in seine eigene Schlachterei, um eigenhändig Lämmer und Ziegen nach den muslimischen Regeln zu schlachten. In Budapest habe er dafür keine geeigneten Räume gefunden.

Die Teilnehmer der Tour kaufen Baklava, in Zuckersirup eingelegtes Gebäck, und Ziegenkäse. Choman schätzt, dass auch dank der Tour mittlerweile die meisten seiner Kunden Budapester sind und nur einige von ihnen Muslime. Verändert habe sich die muslimische Gemeinde nach 2015 in Budapest kaum, sagt Choman. "Die meisten Flüchtlinge sind gleich weitergezogen, nach Deutschland oder Österreich oder dorthin, wo sie Freunde und Verwandte haben." Sorgen oder Angst davor, dass die Stimmung gegen Muslime endgültig kippe, habe er nicht. Dafür nennt er einen einfachen Grund. Einer seiner Kunden nämlich, der bei ihm regelmäßig halalgeschlachtete Lammkoteletts kaufe, sei kein Geringerer als Viktor Orbán. Und wer bei Choman kaufe, könne doch nicht wirklich etwas gegen Muslime haben.

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