Neue Lutherbibel: Die Heilung des Gelähmten

Heilte Jesus nur den, der an ihn glaubte?
Revidiert

chrismon

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Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem 
Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben . . . steh auf, nimm dein Bett 
und geh heim

In manchem ist Luthers Sprache weniger differenziert als unsere und kann gerade darum mehr erfassen. Sein Fügewort "da" kann temporal verstanden werden: . . . in dem Moment, als Jesus ihren Glauben sah. Es kann aber auch begründen: . . . weil er den Glauben sah. Wer mit "als" übersetzt, stellt sich eine zeitliche Folge vor. 
Leute kommen zu Jesus, er sieht ihren Glauben und heilt. Wer mit "weil" übersetzt (weil er ihren ­
Glauben sah), sagt, Jesus heile nur wegen ihres Glaubens. Welche Deutung besser ist, bleibt auch 
im ­griechischen Urtext dem Leser überlassen. Wörtlich übersetzt steht da: "Ihren Glauben sehend . . ."

Es ist beides. Vor allem in den Heilungsgeschichten spielt das Vertrauen, das Kranke und ihre Angehörigen haben, eine große ­Rolle. Sie hoffen auf Heilung und erwarten, dass ­Jesus ­ihnen hilft. Dein Glaube hat dich gesund gemacht, sagt Jesus zu der Frau, die seit zwölf Jahren an Blutfluss litt (Markus 5,34). Solche Wunder sind kein Zauber. Sie beruhen auf der Beziehung zwischen dem Meister und denen, die sich ihm anvertrauen. In der neuen Fassung der Lutherbibel steht wieder Luthers Fügewort "da", um diese Beziehung zwischen Zutrauen und Heilung zu verdeutlichen. Wer bedingungslos vertraut, erwartet Heilung – und wird heil.

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