Können wir uns einen Reformationsfeiertag leisten?

Das lohnt sich!
Claudius Grigat plädiert dafür, nicht alles zuerst nach Kriterien der Wirschaftlichkeit zu beurteilen. Manche Dinge sind unbezahlbar - und das ist auch gut so!

Bevor man etwas in Angriff nimmt, fragt man sich meist: Lohnt sich das? Bei einem Fest ist die Antwort eigentlich immer: ja! Denn man kann ja schlecht die Ausgaben für die Party und die Gründe für die Feier gegeneinander aufrechnen. Wie will man denn den Gegenwert für den Anlass, einen Geburtstag zum Beispiel, beziffern? Oder wie die Freude, die es macht, gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen? Man kann höchstens zu dem Schluss kommen, dass man es sich prinzipiell nicht leisten kann (oder will), zu feiern.

So wie die Arbeitgeberverbände, die gegen die Einführung des Reformationstags als gesetzlichen Feiertag in mehreren Bundesländern im Norden Deutschlands sind. Sie warnen vor sinkenden Gewinnen und steigenden Lohnkosten und Güterpreisen. In den Ruin stürzen würde ein solcher Feiertag aber niemanden, das haben Wirtschaftsforscher festgestellt. Und es ist auch unklug, alles zuerst nach den Kriterien der Wirtschaftlichkeit zu beurteilen! Es gibt Dinge, die sind schlicht unbezahlbar, wie in der Kreditkartenwerbung. Zur Not bringen wir auch was mit auf die Party.

Claudius Grigat

Claudius Grigat ist Redakteur bei chrismon und evangelisch.de. Magister in Germanistik, Soziologie und Politologie sowie Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in Deutsch und Sozialkunde. Volontariat beim Hessischen Rundfunk, anschließend dort Redakteur und Reporter bei unterschiedlichen Radiowellen und Fernsehsendungen sowie Autor für diverse Zeitschriften.
Foto: Lena UphoffPortrait Claudius Grigat, online-Redaktion, Redaktionsportraits Maerz 2017

Leseempfehlung

Am 31. Oktober feiert alle Welt den Beginn der Reformation im Jahr 1517. Hier gibt es dazu jede Menge Veranstaltungstipps, Promi-Zitate und Rückblicke

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.