US-Jugend protestiert gegen Waffengesetze

"Kämpft für euer Leben"
Warum die Rede der US-Schülerin Emma González Hoffnung macht

Ja, es ist frustrierend, nach ­jedem Amoklauf in den USA ­immer wieder aufs Neue die ­laxen Gesetze zu beklagen, die es den Tätern leicht machten, an Schnellfeuergewehre zu gelangen. Und festzustellen, dass sich trotz aller Proteste wieder nichts daran ändert.

Dennoch scheint nach dem Park­land-Shooting in Florida, bei dem 17 Menschen sterben mussten, etwas anders zu sein: Mit ­Emma González ergriff, stellvertretend für ihre trauernden Mitschüler, eine bemerkenswerte junge Frau das Wort. Sie bediente sich der Kunst der Rede, die wohl ­nirgends so eine Macht besitzt wie in den USA. Sie reiht sich ein in die Tradition von Martin Luther King, dessen "I have a dream" das Land ver­änderte. Das Wort hat in der Geschichte der USA immer wieder großen Einfluss gehabt. Das Wort hat Momente ­erschaffen – oft ­voller Pathos –, hinter die kein ­Präsident zurück­fallen durfte.

Es gibt leider keine Garantie, dass strengere Gesetze den Waffenwahnsinn bald beenden. Aber es gibt nun Bilder in den Köpfen der Menschen, die es Donald Trump schwermachen, die Botschaft des von Emma González mitinitiierten "March for Our Lives" zu über­hören. "Kämpft für euer Leben", sagte sie vor Hunderttausenden. Das Internet trug ihre Botschaft 
in den letzten Winkel des Landes. Niemand soll ihre Worte je ver­gessen.

Mareike Fallet

Mareike Fallet, Jahrgang 1976, studierte Sozialwissenschaften in München und Göttingen. Redakteurs-Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München. Seit 2005 Redakteurin bei chrismon. Ihr Schwerpunkt sind gesellschaftspolitische Themen – etwa Reportagen über Geduldete in Deutschland, Menschen, die sich um gefallene Jugendliche kümmern, oder Sterbebegleitung –, aber sie schreibt auch Texte für "Portal" und "Persönlich", Kulturtipps sowie Kommentare in chrismon plus. Und sie ist zuständig für die Rubrik "Begegnungen".
Lena Uphoff
 

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