Die AfD und die Sportvereine

Dann bleibt doch zu Hause!
Sollen Sportvereine AfD-Sympathisanten rauswerfen? Das wäre weltfremd.

 Lena Uphoff

Peter Fischer, Präsident des Sportvereins Eintracht Frankfurt, sagt: „Niemand kann Mitglied der Eintracht sein, der die AfD wählt.“ Die AfD erklärte sich – wie es ihrem Ritual entspricht – zum Opfer böser Machenschaften. Hat Peter Fischer den AfD-Wählern Unrecht getan, indem er sie ausgrenzt? Juristisch gesehen nicht: Vereine dürfen bestimmen, wen sie rauswerfen.

Es wäre allerdings unklug, sich künftig zu verpflichten, AfD-Sympathisanten auszuschließen. Einen Gesinnungstest auf dem Fußballplatz kann niemand wollen, er wäre ohnehin nicht praktikabel. ­Trotzdem bin ich Peter Fischer dankbar, weil er deutlich macht: Eine Partei, die völkisch-nationalistisch denkende Mitglieder wie Björn Höcke hofiert, widerspricht den Werten des Sports, zu denen Respekt,­ ­Achtung und Fairness ­gehören.

Die beste Antwort gaben die Eintracht-Mitglieder. Sie wählten Peter Fischer mit 99 Prozent erneut zum Präsidenten. ­Sicher nicht nur, aber auch weil er betont hat: ­Rivalität gehört zum Sport – aber für Hass darf kein Platz sein. Wenn es das verquere Weltbild, das die Rechtspopulisten vertreten, nicht zulässt, Mannschaften anzufeuern, in denen Spieler aus siebzehn Ländern Tore schießen – tja, dann müssen AfD-Wähler wohl zu Hause bleiben. Oder sie nutzen den Nachmittag im Stadion, um ihre Einstellung zu überdenken.

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