Kommentar zur Ladenöffnung am vierten Advent

Macht hoch die Tür?
2017 fällt Heiligabend auf den vierten ­Advent. Kein Grund, die Läden zu öffnen!

Viele Menschen arbeiten an Sonn- und Feiertagen: Krankenpfleger, Polizistinnen, Feuerwehrleute. Weil in diesem Jahr der vierte Advent auf Heiligabend fällt, sollen vielerorts auch noch Supermärkte und Weihnachtsbaumver­käufe für einige Stunden öffnen. Aber muss das wirklich sein? Nein, sagen nicht nur Kirchen und Gewerkschaften. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungs­instituts Civey im Auftrag der Tageszeitung „Die Welt“ sehen das auch 87 Prozent der Deutschen so. Wenn all diese ­Menschen ihre Einkäufe vorher erledigen würden, könnten am vierten Advent alle ausschlafen. Die Gewerbetreibenden kämen trotzdem auf ihren Umsatz. Schließlich gibt es nichts, was man nicht auch schon früher besorgen könnte, mit ­Ausnahme von frischen Brötchen vielleicht. Das Weihnachtsgebäck liegt sowieso seit September in den Regalen. Und nirgends steht geschrieben, dass Weihnachtsbäume erst Heiligabend gekauft werden dürfen. Sehr wohl aber, dass ­
der Sonntag geschützt ist: Er soll eine Unterbrechung von Alltag und Kommerz sein. Der letzte Adventssonntag sollte daher auch in diesem Jahr ein Tag der Einkehr, nicht des ­Einkaufs sein.

Claudius Grigat

Claudius Grigat ist Redakteur bei chrismon und evangelisch.de. Magister in Germanistik, Soziologie und Politologie sowie Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in Deutsch und Sozialkunde. Volontariat beim Hessischen Rundfunk, anschließend dort Redakteur und Reporter bei unterschiedlichen Radiowellen und Fernsehsendungen sowie Autor für diverse Zeitschriften.
Foto: Lena UphoffPortrait Claudius Grigat, online-Redaktion, Redaktionsportraits Maerz 2017

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Lesermeinungen

Sogar bei uns, eine kleine Gemeinde von 12.000 Einwohnern, werden einige Geschäfte öffnen. Finde ich ganz fürchterlich. Aber hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Arbeitgeber die den Hals nicht voll bekommen und es mit der "Nähe zum Kunden" rechtfertigen. "Wir öffnen für Sie." Ha, ha, ha. Warum gehen diese, um ihre Kunden besorgten Unternehmer nicht mit ihren Arbeitern in die Kirche, gemeinsam?