Anlaufstellen der Diakonie für Obdachlose

"Wir müssen mehr wissen"
Die Tagesaufenthaltsstätte in der Bundesstraße in Hamburg

Noch mehr Hilfe wäre möglich: Die Tagesaufenthaltsstätte in der Bundesstraße in Hamburg

epd-bild / Mauricio Bustamant

Die Diakonie Deutschland berät Obdachlose, vermittelt Wohnungen und bietet Schlafplätze an. Doch mangelnde Statistiken erschweren ihre Arbeit

In Deutschland sind 335 000 Menschen ohne Wohnung, schätzt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Oder sind es doch mehr? Genaue Zahlen gibt es nicht. Das macht es Wohlfahrtsverbänden schwer, präzise Hilfe anzubieten. "Nur Essen austeilen bringt nicht viel", sagt Rolf Keicher, zuständig für die Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie Deutschland. Man müsse auch darüber hinaus mit Wohnungslosen ins Gespräch kommen.

Denn viele haben Anspruch auf Sozialhilfe und andere Unterstützung. Die Diakonie hilft ihnen dabei, sie zu beantragen. Sie bietet auch Schlafplätze in 130 Wohnheimen, 65 Wohngruppen und 32 Übernachtungsstellen. Und sie versucht, Wohnungen zu vermitteln. Dabei helfen Ko­operationen mit städtischen Woh­nungsbaugesellschaften und Eigentümervereinen wie "Haus und Grund": Die Eigentümer ­stellen den Wohnraum, die Diakonie betreut die Mieter.

"Das sind aber nur Nischen­lösungen", sagt Keicher. "Wir brauchen mehr Wohnungen. Und eine bundesweite Wohnungsnotfallstatistik." Die letzten Bundesregierungen meinten, ganz genau ließen sich die Zahlen kaum erfassen. Keicher hält dagegen: "Um nachhaltig helfen zu können, 
müssen wir wissen, wie viele Menschen keine Wohnung haben. Dann könnten wir auch beob­achten, was sich verändert."

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