AfD geht auf Distanz zu den Kirchen

Eine Pseudoreligion
Den öffentlich-rechtlichen Status entziehen, die Kirchensteuer abschaffen: Mit diesen Vorschlägen kann die AfD nicht weit kommen
Deutschland spricht 2019

 Lena Uphoff
Mit den Kirchen konnten Nazis und Rechtspopulisten nie viel anfangen, es sei denn, sie missbrauchten sie als Steigbügel für die Macht. Dass der Bundesparteitag der AfD in Köln Ende April kirchliche Proteste hervorrufen würde, hätten die Parteifunktionäre wissen müssen. Expfarrfrau und Exparteichefin Frauke Petry zum Beispiel. Gott sei Dank ist es so: Die Kirchen kritisieren Hass und Feindschaft gegenüber Menschen und ganzen Menschengruppen, ebenso das schwulstige, pseudore­ligiöse AfD-Pathos von Heimat und Nation.

Armin-Paul Hampel, früher ARD-Fernsehjournalist, nun AfD-Landesvorsitzender in Niedersachsen, will den Kirchen den öffentlich-rechtlichen Status entziehen lassen. Sein „Argument“: mangelnde Rechtstreue der Kirchen. Die will er beim Kirchenasyl entdeckt haben. Da ist der mit einer hohen ARD-Rente gesegnete, öffentlich-rechtliche Journalist aber schlecht informiert. Erklärtermaßen will niemand mit dem Kirchenasyl geltendes Recht aushebeln. Übrigens: Der Parteitag lehnte einen Antrag, die Kirchensteuer abzuschaffen, ab. Damit hätte die AfD nebenbei auch das Sozialwesen schwer beschädigt.

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