Mahlzeit: Susanne Breit-Keßler über Kochshows

Selber kochen
Symbolbild Essen für Rubrik Mahlzeit

Lisa Rienermann

Kochshows im Fernsehen, aber Fertiggerichte in der Mikrowelle. Echt jetzt?

Auf allen Sendern wird gekocht. Tim Mälzer, Johann Lafer, Sarah Wiener, Alexander Herrmann, Alfons Schuhbeck – die Stars der Szene schwingen vor Publikum Kochlöffel und scharf geschliffene japanische Messer, lassen Raukesalat, Patatensuppe mit Garnelen, Hühnchen asiatisch und Topfenpalatschinken mit marinierten Feigen durch die Reihen gehen. Man leckt sich die Lippen, wedelt sich den Duft der Speisen in die Nase oder rümpft sie auch schon mal, seufzt "ah" und "oh" oder kaut nur selig vor sich hin.

Susanne Breit-Keßler ist Autorin der Webkolumne "Mahlzeit". Viele Jahre schrieb sie die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD. Sie war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "...
Monika Höfler

Zur gleichen Zeit werden immer mehr Fertiggerichte verkauft: ab in die Mikrowelle oder den Ofen, runter mit der Verpackung und den Salat oder das Obst mundfertig in appetitlichen Stücken auf den Tisch. Komisch eigentlich: Es gibt Millionen von Zuschauern für Kochshows – und immer weniger kochen selber. Ich weiß schon, dass das oft Zeitmangel ist. Man kommt spät heim und will was Ordentliches essen – da bleibt manchmal nur der Griff in das Tiefkühlfach.

Filmreife Gottesgaben

Trotzdem – in der Bibel gibt es einen schönen Satz, der eher zum Selberkochen und Genießen ermuntert: "Wenn Gott einen Menschen essen und trinken lässt und sein Teil nehmen und fröhlich sein bei seinem Mühen, so ist das eine Gottesgabe." (Prediger 5,18) Inszenieren Sie doch mal Ihre ganz eigene, himmlische Kochshow - allein, mit der Familie oder Freunden. Und freuen Sie sich über die Gottesgaben, die Sie bestimmt auch filmreif hinbekommen.

Information

Mahlzeit - die Webkolumne von Susanne Breit-Keßler:

Essen und Trinken - das ist mehr als Nahrungsaufnahme. Beides hält Leib und Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen macht den Geist fit. Guten Appetit!

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Lesermeinungen

Der Leserbrief  "Mahlzeit " ermuntert mich nun doch, noch etwas aus Kindermund zur Webkolumne von S. Breit-Kessler beizutragen.

Unsere Tochter, damals ca. 5 Jahre alt, wurde um die Mittagszeit von ihrem Papa aus dem Kindergarten abgeholt und ins Justizgebäude mitgenommen, wo sich die in die Mittagspause Eilenden ebenfalls mit "Mahlzeit" verabschiedeten. Erstaunte Frage unserer Tochter: "Aber Papa, es hat doch keiner gerülpst!"

Hintergrund war, dass bei uns zu Hause, wenn den Kindern mal ein "Bäuerchen" (Sorry an alle Landwirte!)  entrutschte, ein vorwurfsvolles "Mahlzeit" entgegenschallte.

Viele Grüße

Rosemarie Pendt