Kommentar zum Türkei-Referendum

Entfremdete Migranten
Verfassungsreferendum Mitte April in der Türkei

Handfeste Unterstützung für ein "Ja" beim Verfassungsreferendum

imago/Depo Photos

Zu viele Türken in Deutschland werden für Erdoğans Verfassungsreferendum stimmen

Neulich berichtete die Frankfurter Stadtverordnete Hilime Arslaner ihrer Lokalzeitung, wie ihr ein Taxifahrer vom türkischen Präsidenten Erdoğan vorschwärmte: Endlich mal einer, der Tacheles mit den arroganten Deutschen rede! Der Mann, so die Grünen-Politikerin, werde beim anstehenden Verfassungsreferendum Mitte April in der Türkei allerdings nicht für Erdoğans Reform ­stimmen. Warum nicht? Der Taxifahrer ist gar kein Türke, sondern Pakistaner. Was Arslaner damit sagen will: Erdoğan fasziniert nicht nur Türken, sondern überhaupt Migranten, die sich in Deutschland nicht willkommen fühlen. Auf etwa 60 Prozent Zustimmung darf Erdoğan bei den ­Türken in Deutschland hoffen. Erstens, weil zu viele hier nie heimisch geworden sind. Zweitens, weil von den anderen wohl kaum einer wählen wird. Der jüngsten türkischen Parlaments­wahl im Oktober 2015 blieben fast zwei Drittel der in Deutschland lebenden Wahlberechtigten fern. Dennoch sollten uns die Entfremdeten Sorgen machen. Sie brauchen Mitspracherechte und mehr Gelegenheiten, mitzugestalten. Hilime Arslaner fängt bei den Deutschen mit Migrationshintergrund an. Sie versucht, sie für Lokalpolitik zu begeistern.

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