Generationsbrücke Deutschland

Das Pflegeheim: ein Ort voller Freude
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Gordon Welters

Susanne Schmitz geht mit Kindern ins Altenheim. Die Alten bleiben so fit, die Kinder lernen dazu

© Gordon Welters
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Ein Gewinn für zwei Seiten: Generationsübergreifende Partnerschaften können Senioren und Kindern etwas bringen

chrismon: Sie gehen mit Kindern ins ­Altersheim. Was machen Sie da?

Susanne Schmitz: Jedes Kind bekommt einen Pflegeheimbewohner als festen Partner zugeteilt, den es über ein Jahr hinweg alle drei bis vier Wochen besucht. Durch feste Rituale geben wir den Treffen einen Rahmen. Bei der ersten Begegnung malen Kinder und Heimbewohner den Umriss der Hand des anderen nach: eine vorsichtige Annäherung, die nicht zu nahe geht.

Was bringt das einer 90-Jährigen?

Durch die Partnerschaft entwickeln sich Beziehungen. Das Gefühl, gebraucht zu werden, dazuzugehören und die Vorfreude auf den nächsten Besuch: Das führt bei den Bewohnern oft zu ungeahnter Motivation. Auch kognitiv eingeschränkte Senioren strahlen richtig, wenn „ihr“ Kind zu Besuch kommt. In den Begegnungen sind die Senioren so aktiv wie sonst kaum in der Woche. Die Älteren bekommen Hilfe, die Kinder Lob. Schüler erfahren viel von früher – nicht aus einem Buch, sondern von lebenserfahrenen Menschen.

Was haben die Kinder davon?

Kinder sind oft unter Gleichaltrigen, die Großeltern wohnen weit weg. Bei den Begegnungen können Kinder den Umgang mit älteren Menschen erleben und lernen. Wir zeigen ihnen, dass ein Pflegeheim ein Ort voller Freude sein kann.

Was, wenn ein Heimbewohner mal im Krankenhaus ist?

Dann sprechen wir darüber. Die Kinder lernen, dass es Krankheiten und Alt­werden gibt. Wenn ein Bewohner stirbt, bedanken wir uns mit einem Brief für die schöne Zeit, die das Kind ihm oder ihr bereitet hat. Unsere Botschaft ist: Wir können den Tod nicht verhindern, aber das Leben mit Freude füllen.

Generationsbrücke Deutschland gibt es seit 2009. Gestartet ist das Projekt in Aachen, seit 2012 läuft es in acht Bundesländern.

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