Hilfe für junge Trauernde

Wenn das Schicksal schon früh zuschlägt
i-300_cp1701_20-ehrenamt_web.jpg

Gordon Welters

Martina Münch-Nicolaidis unterstützt junge Trauernde. Sie sorgt für Halt im Alltag und Raum für Trauer

Deutschland, Ort, TT.MM.JJJJ - Caption(Wer,Was,Wann,Wo ,Warum)

© Gordon Welters
phone +49 170 8346683
e-mail: mail@gordonwelters.com
http://www.gordonwelters.com

Trauer und Schmerz kennen kein Alter. Doch verlieren junge Menschen jemanden, brauchen sie spezielle Hilfe

Martina Münch-Nicolaidis war 29 Jahre alt und seit sechs Wochen Mutter, als ihr Mann tödlich verunglückte. Zuvor waren ihre Eltern gestorben. Von einem Tag auf den anderen stand sie mit einem kleinen Kind allein da. Sie suchte nach Unterstützung und stellte fest: Es gab kaum Angebote für junge Trauernde. Die meisten Gruppen richteten sich an Menschen über 50. Sie aber wollte sich auch mit Gleichaltrigen austauschen. „Trauer und Schmerz kennen kein Alter, aber die Lebensumstände sind einfach andere“, sagt Münch-Nicolaidis fast 20 Jahre später.

Also gründete sie im Januar 1998 eine Selbsthilfegruppe für Trauernde unter 49. In Deutschland leben etwa 500 000 junge Witwen und Witwer. „Viele haben kleine Kinder und Schulden – und plötzlich bricht ja auch eine Einkommensquelle weg“, erklärt Münch-Nicolaidis. Nach einem Zeitungsbericht über die Gruppe stand ihr Telefon nicht mehr still. „Also dachte ich: Jetzt fängst du richtig an!“ Aus der Gruppe wurde ein Verein, aus dem Verein irgendwann eine gGmbH.

Heute kümmert sich die Nicolaidis-YoungWings Stiftung mit 67 geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bundesweit um junge Trauernde, etwa junge Erwachsene, deren Lebenspartner verstorben ist. Die Onlineberatungsstelle YoungWings bietet für Kinder und Jugendliche, die Vater oder Mutter verloren haben, an sieben Tagen in der Woche einen anonymen Austausch: über Einzelberatung, das Forum oder den Chat.

Problemlos lief das nicht immer ab, erzählt Münch-Nicolaidis: „Es gab schwierige Jahre, und oft war ich verzweifelt, wusste nicht, wie es weitergehen soll. Doch letztlich ging immer eine Tür auf.“

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.