Luthers Leben als Graphic Novel

Aus dem Schatten
Martin Luther lebte in einer dunklen Zeit. So beschreibt es jedenfalls ein neuer Comicroman
i34_cp1701_62-kisges_01_web.jpg

Illustration: Andrea Grosso Ciponte

„Nein, ich werde nicht widerrufen“, sagt der Mann mit fester Miene. „Niemals.“ Szenen­wechsel. Sein Gesicht leuchtet im Schein der Flammen. „Das ewige Feuer soll dich verzehren.“ Luther wirft die päpstliche Aufforderung zum Widerruf seiner Schriften in die Glut. Dramatisch wie ein Film, so wirken diese Szenen in der Graphic Novel „Martin Luther“. Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit und Angst, so heißt es, belasten die Menschen. Die Kirche inszeniert sich als gnadenloser Handlanger eines strafenden Gottes.

Auf 160 Seiten illustriert die Comicbiografie ihre Sicht von ­Luthers Kindheit, von seinen Anfängen als Mönch bis zu seiner Haltung in den Bauernkriegen. Die Zeichnungen sind in dunklen Farben gehalten. Der Erzählfokus liegt nicht immer auf den berühmten Schauplätzen in Luthers Leben — der Thesenanschlag zu ­Wittenberg ist hier eine fast beiläufige Szene. Wichtiger ist, wie sich Luthers Lehren und Gedanken in seinen Auseinandersetzungen stetig schärfen. Andere Biografien brauchen hundertseitige Abhandlungen. Dem Comic reichen raue ­Bilder und starke ­Dialoge.

Information

Andrea Grosso Ciponte, Dacia Palmerino: Martin Luther. Graphic Novel. Aus dem Italienischen von Nicoletta Giacon.

Neue Lesermeinung schreiben

Respekt!

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank!

Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • Wir beleidigen oder diskriminieren niemanden.
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.