Fliegenpilze im Wald

Bunte Träume und keine Furcht
Fliegenpilz im Wald

Foto: Iveta Vaivode

Das Portalfoto im September

Vorsicht, kleiner Junge! Du liegst und träumst neben Fliegenpilzen. Die sind giftig. Vielleicht summst du die Melodie, die du noch gut kennst. Nicht lang her, ­da hat deine Mama sie vor­gesungen: „Ein Männlein steht im Walde...“ Du denkst an die Zeichnung in deinem Buch, den drolligen Fliegenpilz mit Klapper­augen und Stupsnase, und überlegst, was er wohl aus dem Wald erzählen würde. Mit wem er spricht. Womöglich mit Zwergen und Elfen? Hat dir jemand gesagt, dass sie oft unter Fichten und Birken wachsen, und du ­hast sie gesucht?

Vielleicht freust du dich, dass du so viele gefunden hast, weil sie Glück bringen. Nur wie? ­Giftig, wie sie sind. Du weißt nicht, dass arme Leute, ­als das Elend groß war, sie in Milch eingelegt haben. Wer die trank, hatte bunte Träume. So haben sie ihr Leid eine Zeit lang betäubt. Du weißt nicht, dass nordische Krieger sie aßen, ­um in der Schlacht keine Furcht zu haben. Das war ein Glück. Ein zweifelhaftes.

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Lesermeinungen

Liebe Redaktion,

Frau Ursula Künzel hat Recht - Hoffmann von Fallersleben scheint nämlich keineswegs in den ersten beiden Strophen beide Pflanzen (Hagebutte und Fliegenpilz) zuzulassen. Oder haben Sie schon mal einen Fliegenpilz mit einem kleinen schwarzen Käpplein gesehen, wie in der zweiten Strophe beschrieben? Allerdings hat mich schon als Kind irritiert, dass sein Männlein "im Wald allein" steht - eine Hagebutte allein hatte (und habe) ich nie gesehen.

Fröhliche Herbstgrüße

Almut Bartelt

Auch wenn BesserwisserInnen nicht immer beliebt sind, möchte ich trotzdem darauf hinweisen, dass beim "Männlein im Walde" die Hagebutte erraten werden soll, wie es sich aus der 3. Strophe ergibt.

Margret Dick, Dülmen

Diese Veröffentlichung ist unverantwortlich. Wenn man schon zum Genuß halluzinogener Pilze anregen will, - was vermutlich strafbar ist -, sollte man dazu keine giftigen Pilze nennen "weil der Volksmund sie nennt" !
Das neben den halluzinogenen Substanzen im Fliegenpilz enthaltene Gift ist chemisch instabil, so daß sich die Giftkonzentration ständig ändert - das entspicht der Methode jeden Morgen zu würfeln, ob man ein, zwei oder sechs Herztabletten einnimmt. Der veröffentlichte Text enthält zwar - zwischen Träumen und Kinderliedern den Satz "Die sind giftig." Im zweiten Absatz werden aber Glück und "bunte Träume" versprochen - mit Rezept zur Anwendung. Ich sammele seit über 40 Jahren Pilze, und kenne/kannte auch Leute die mit "Drogenpilzen" experimentiert haben.
Und so etwas liefert eine Veröffentlichung der Ev.Kirche den Leuten frei haus ?
Nicht nur überflüssig sonder auch gefährlich !!! & strafbar ???