43 noch immer verschwundene Studenten in Mexiko

Wenn Papst Franziskus kommt
Mexikanische Studenten

Foto: ddp images/USA TODAY Network

Eine Zahl wie ein Aufschrei: 43 mexikanische Studenten sind immer noch vermisst. Angehörige und Freunde erinnerten auch den Papst daran

In Mexiko erinnern Angehörige weiter an die 43 verschwundenen Studenten, schreibt Auslandspfarrer Marc Reusch

Marc Reusch

Marc Reusch ist Auslandspfarrer in Mexiko-Stadt.
Foto: Privat
„43 fehlen uns!“ war auf den Schildern zu lesen: „Nos faltan 43!“ Die Schilder sollten den Papst bei seinem Besuch im ­Februar in Mexiko daran erinnern, dass noch immer nicht bekannt ist, wo die 43 Studenten  geblieben sind, die im September 2014 in ­Iguala im Bundesstaat Guerrero „verschwunden“ sind. Es sind bei weitem nicht mehr so viele Proteste, und sie sind nicht mehr so lautstark wie zu Beginn. Aber die Eltern, die Familienangehörigen und Freunde halten die Erinnerung wach. Papst Franziskus hatte die Eltern zum Gottes­dienst eingeladen, zu einer Audienz für sie ist es nicht gekommen.

Die Regierung spielt auf Zeit. In der Hoffnung, dass am Ende auch diese letzten Versuche, die Erinnerung an die 43 wach zu halten, verstummen. Dass die Proteste verstummen. Auch eine internationale Expertengruppe von Gerichtsmedizinern konnte bislang keine Aufklärung bringen. Es ist lediglich bekannt, dass die Studenten damals von der Polizei verschleppt wurden und angeblich an eine der Gruppen der organisierten Kriminalität in ­Guerrero übergeben wurden. Aber was ist dann geschehen?

Der Erzbischof von Acapulco fordert die Eltern der 43 inzwischen auf, zu vergeben und damit einen Weg ohne Hass zu beschreiten. Aber wie könnten diese vergeben, wenn sie nicht einmal wissen, wem sie vergeben sollen und wofür? Wenn man ihnen noch keine  Chance eingeräumt hat, überhaupt zu trauern. Weil ihnen niemand sagt, was mit ihren Söhnen und Töchtern passiert ist. „43 fehlen uns“ – leider immer noch.

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