Pflanzen adoptieren

Haike Rausch und Torsten Grosch lieben Topfpflanzen
Topfpflanzen vor einem Fenster

Foto: Max A. Khlopov

Topfpflanzen sind auch Lebewesen, finden Haike Rausch und Torsten Grosch

Die Retter des Monats lehren Empathie - durch den Umgang mit Pflanzen
Wer sind Haike Rausch und Torsten Grosch? Künstler aus Frankfurt. Sie wollen, dass man Pflanzen nicht einfach in die Mülltonne wirft, wenn sie noch weiter blühen und gedeihen können. Sondern dass man sie wie Lebewesen behandelt.

Echt jetzt – oder Kunst? Beides: Kunst mit gesellschaftspolitischem Anspruch.
 
Was genau machen sie? Anfangs retteten sie Pflanzen aus dem Müll. Das sprach sich herum. Inzwischen nehmen sie verwahrloste Kakteen und Orchideen und anderes auf und geben sie übers Internet mit Namen und Biografie zur Adoption frei. 
 
Namen und Biografie? Ja. Statt einer richtigen Biografie denken sie sich allerdings eine Geschichte aus. Gelbbaum „Lehman“ (sprich: Limän) wurde während der ­Finanzkrise gefunden. Er lebt jetzt bei der Angestellten eines großen Bankhauses. In seiner „Biografie“ steht, er setze sich für gesundes Wachstum ein.
 
Was wollen die beiden damit erreichen? Dass wir lachen? Sie sagen, die neuen Besitzer verpflichten sich, für die Pflanzen da zu sein – und sie so wachsen zu lassen, wie sie nun einmal wachsen. Dafür brauchen die Pflanzen Platz, Licht und Nahrung, alles weitere passiert von allein. Ach nee. Jedes Jahr müssen die Besitzer ein Foto der Pflanze an Rausch und Grosch schicken. Es wird im Internet veröffentlicht. 
Was kann man dabei lernen? Empathie. Im Umfang mit Pflanzen lernt man, er­klären die Retter, fürsorglich zu sein.
 
Wie kann ich eine Pflanze adoptieren oder abgeben? Termine und Adressen von Adoptionsbüros und Pflanzenklappen stehen auf der Website von botanoadopt. Da steht auch, dass die Gründer über die Möglichkeit von Samenspenden nachdenken...

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