Chen Guangcheng

Barfuß gegen Willkür
Bürgerrechtler aus China, Jahrgang 1971

Er war ein "barfüßiger Anwalt", ein Chinese vom Land, der sich auch ohne Jurastudium in Recht auskannte. Chen Guangcheng, Sohn von Bauern, als Kind er­blindet, forderte, dass in seinem Land die Gesetze eingehalten werden. Dass Behinderte wirklich keine Steuern zahlen müssen. Und dass Frauen nicht von Beamten gezwungen werden können, sich sterilisieren zu lassen oder abzutreiben. Er beriet die Dörfler. Und irgendwann fiel er auch der Obrigkeit auf.

Buchtipp

Chen Guangcheng, Stephan Gebauer: Der barfüßige Anwalt. Ein Bericht aus dem Gefängnis, Rowohlt, 2015.

2005 wurde Guangcheng selbst angeklagt – wegen "Sachbeschädigung" und "Störung des Straßenverkehrs". Vier Jahre Gefängnis und Hausarrest in seinem Heimatdorf folgten. Von dort floh er 2012 – in die US-Botschaft in Peking. China wollte ihn nicht gehen lassen, doch der internationale Druck war groß. Inzwischen lebt Chen Guangcheng mit seiner ­Familie bei Washington, D. C.

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