Speichern auf Vorrat

Ein krasser Einschnitt in die Grundrechte der Bürger

 Chrismon-Redakteurin Mareike Fallet
Ich telefoniere mit meinen Eltern. Ich schicke Freunden Handy­nachrichten. Ich surfe durchs Internet. Banal. Aber: Wenn der Gesetzesentwurf zur Vorratsdatenspeicherung rechtsgültig wird, so wie es die Bundesregierung möchte, ist der Staat künftig immer dabei. Weiß, wann ich wo bin und mit wem ich wie lange telefoniert habe. Speichert meine IP-Adressen. Für zehn Wochen. Meine Standortdaten speichert er vier Wochen lang. Bei Ihnen auch, bei jedem. Eine sogenannte anlasslose Vollprotokollierung des gesamten Kommunikationsverhaltens. Um Verbrechen besser bekämpfen zu können. Terroranschläge zum Beispiel. Leider trifft genau das auf den Charlie-Hebdo-Anschlag in Paris nicht zu. In Frankreich gibt es Vorratsdatenspeicherung, sie brachte nichts. Aber so gerät jeder Bürger unter Generalverdacht. Das ist ein krasser Einschnitt in meine Grundrechte! Und wenn es diese Datenflut erst mal gibt, findet sich bestimmt der ein oder andere Geheimdienst, der gerne darauf zugreift. Sicherer fühle ich mich damit nicht.

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.