Kaum Hoffnung auf Frieden in Ostafrika

Terror in Kenia
A survivor of an attack by islamist gunmen claimed by al-Shabab on a university campus in Garissa, northern Kenya is comforted by a colleague after arriving in Nairobi on April 4, 2015.

Foto: Karumba/AFP/gettyimages

So viele Tote– diese jungen Frauen haben das Massaker in Garissa überlebt

Unser Autor hat kaum Hoffnung auf Frieden in Ostafrika

148 Tote – in einer Universität im kenianischen Garissa. Ein Massaker, ange­richtet von Al-Schabab-Kämpfern, einer islamistischen Terrormiliz aus dem Nachbarland Somalia. Sie töteten wie so oft Christen und vor allem Frauen. Es ist der jüngste Anschlag in einer langen Reihe: auf Busse, Hotels, Marktplätze oder Einkaufszentren in ganz Kenia.

Ashwin Raman

Ashwin Raman ist ein vielfach ausgezeichneter Kriegsberichterstatter, er drehte Dokumentationen in Somalia, Irak, Afghanistan
Als Begründung gibt Al Schabab, die Teile Somalias kontrolliert, gerne an, kenianische Truppen stünden in ihrem Land, führten also Krieg, und dies sei ­ die Revanche. Tatsächlich ist Kenia an AMISOM beteiligt, dem UN-Friedenseinsatz afrikanischer Nationen in Somalia. Solange Kenia sich dort engagiert, wird Al Schabab zurückschießen.

Die Terroristen nennen noch einen anderen Grund: Kenia sei ein islamisches Land, das von Christen beherrscht sei.

Es besteht kaum Hoffnung

Al Schabab steht mit der Vorstellung, die Welt müsse islamisch regiert sein, an der Seite von Al Kaida oder vom Islamischen Staat. Sie werden alles daran setzen, Kenia zu destabilisieren.

Das gelingt immer mehr: Die Atten­täter von Garissa sollen überwiegend Kenianer gewesen sein – und nicht ­Somalier. Kenianisches Militär hat aus Rache Al-Schabab-Camps bombardiert. Aber solche Aktionen schüren den Unmut der kenianischen Bevölkerung. Denn meist kommen Zivilisten dabei um.

Es ist aussichtslos. So oder so: Dieser Guerillakrieg wird weitergehen.

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