Reinhold Messner kritisiert Gipfelkreuze

Niemand soll die Gipfel besetzen!
An einem Gipfelkreuz im Tessin sind im Juli 2003 T-Shirts zum Trocknen aufgehaengt

Foto: Jaeggi/Keystone Schweiz/laif

Jesus ist am Kreuz gestorben, einen schrecklichen Tod. Das Zeichen erscheint bis heute mit Bedeutung ­aufgeladen. Aber mit welcher? Es birgt ein Geheimnis – nicht nur für gläubige Christen

Einst waren die Berge heilige Stätten. Das Erhabene und Feierliche, das Heilige der Höhen steckt in der Natur selbst, es gehört keiner Gottheit. Und wenn die Berge den Menschen von jeher heilig waren, dann nicht, weil es ihnen eine Religion vorgegeben hätte, sondern weil ihnen die Natur heilig war.

Reinhold Messner

Reinhold Messner, geboren 1944, ist der erste Mensch, der alle 14 Achttausender bestiegen hat. 1978 standen er und Peter Habeler als erste Menschen ohne Sauerstoffgerät auf dem Mount Everest. Er durchquerte die Antarktis (2800 Kilometer), er war Abgeordneter des Europaparlaments. In den vergangenen Jahren baute Messner sein „MMM Messner Mountain Museum“ mit sechs Standorten auf. Seine Bücher haben eine Gesamtauflage von etwa fünf Millionen. Er lebt in Meran und auf Burg Juval, ist verheiratet und hat vier Kinder.
Foto: imago/Italy Photo Press

 Ich halte Gipfelkreuze für einen Humbug! Weil die Gipfel leer sein und nicht für irgendeine Religion missbraucht werden sollten. Auf den Gipfeln stand einst nichts. Später dann stellten die ersten Bergsteiger Steinmännchen auf. Erst während der Napoleonischen Kriege wurden in den österreichischen Alpen die ersten christlichen Gipfelkreuze errichtet – wohl um die Bergbauern moralisch gegen die vorrückenden Franzosen zu rüsten.

Heute kreuzelt es in den Alpen allerorten. Dabei sollte niemand, auch keine Religion, die Gipfel besetzen. Das Kreuz ist das christliche Symbol schlechthin. Die Gipfel aber, die doch der ganzen Menschheit gehören, sollten nicht mit dieser einen Weltanschauung besetzt werden.

Daran ändert auch nichts, dass es eine Reihe von Variationen in der Bergwelt gibt: Als Weg-, Wetter- und „Versehkreuz“ gehört das Kreuz ebenso zur Kultur der Alpen wie das Marterl, das, versehen mit Namen, Bild und Inschrift, an Verunglückte erinnert. Diese Marterln und Wetterkreuze hat man schon früh auf Pässen, Jochen und Vorbergen aufgestellt. Man erbat sich so den Segen von oben, weil man um die Gefahren – Lawinen, Wettersturz, Steinschlag – wusste. Diese Kreuze sollen die Menschen schützen, am Gipfel hingegen sind sie Symbol einer Eroberung.

Die Kraft der Berge beschäftigt mich mein Leben lang. Auf dem Mosesberg auf dem Sinai wurde mir deutlich, wie sehr er für Juden, Christen und Muslime ein heiliger Ort ist. Die Offen­barung, die ich selbst auf diesem Berg hatte, war aber keine religiöse, sondern sie war eine Erkenntnis: dass Moses die Zehn Gebote ganz oben, dort wo er Gott vermutete, angebunden hat, um sie als Machtmittel zu benutzen: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ Den Christen waren die Berge niemals heilig. Auch der Berg Sinai wäre bloß ein Berg, hätte sich Gott als Wolkenfahrer nicht gelegentlich auf ihm gezeigt.

Bei den Gipfeln des Himalaja ist das anders. Sie gelten dauerhaft als Tanzplätze der Götter. Eine Vorstellung, der ich heute noch folgen kann. Auch weil dort auf Gipfelkreuze ver­zichtet wird.

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Lesermeinungen

Vielleicht gibt es in den Alpen ein paar Kreuze zu viel, aber grundsätzlich fühle ich mich als Christ durch Ihre Intoleranz, Herr Messner, betroffen. Glauben Sie, allein aufgrund Ihrer mentalen Kraft, über meine Spiritualität bestimmen zu dürfen ?
Außerdem beruht Ihre Vorstellung über den christlichen Glauben auf persönlichen Erfahrungen, Vorurteilen, Unkenntnis und Intoleranz, nicht auf Offenheit, wie Sie glauben. Ganz im Gegenteil.
Es ist eine Unart, alle und alles über einen Kam zu scheren, und persönliche Erfahrungen sollten Ihr klares Urteil nicht trüben. Es gibt andere Wege, persönliche Ressentiments, bzw. Schuldgefühle zu bewältigen, als sie allein auf der Vernichtung religiöser Symbole festzumachen.
Unsere westliche Zivilisation wird hiermit hinterfragt, doch darum kann es nicht gehen.

In allererster Linie gehört die Natur dem allein wahren GOTT, der sich in seinem Sohn Jesus Chrisus geoffenbart hat. Deshalb KANN es nur einen Weg zu GOTT geben, und zwar JESUS CHRISTUS. In zweiter Instanz gehören, wie schon richtig gesagt, diese Berge einem Land, einer Nation mit ihren derzeitigen und hoffentlich bleibenden Grenzen!!!

Nur weil wir vll. in unserem kurzen Lebensabschnitt Bergkreuze als "normal" kennen und sie so nicht mehr "wegzudenken" sind , so steht bei den Bergkreuzen ein normierendes Prinzip dahinter, also etwas was bestimmte "Realitäten" erschafft. Wie Indoktrination funktioniert, ist bei den Kreuzen beispielhaft. Es hat System, dass ein gequälter Mensch damit verbunden ist, der UNS durch sein Leid erlöst haben soll. Wer hat das eigentlich erfunden? Jesus war ein Sozialrevolutionär und eine bestimmte Schicht hat ihn zur Folkorefigur befördert. Gehirn kann man nicht nur besitzen, sondern darf es auch benützen. Das wünsche ich jedem der Reinhold Messner nicht folgen Kann.

Auf der einen Seite haben wir Hr. Meßner den die Kraft der Berge schon sein ganzes Leben beschäftigt. Blöd nur, daß Berge gar keine Kraft haben und es in Mitteleuropa nicht recht einsehbar ist, warum private Esotherik und ästhetisches Empfinden eines Ausnahmebergsteigers die Alpen als Kulturraum prägen sollte.
Auch seine private, spekulative Deutung der Geschichte der Gipfelkreuze als Unterwerfungssymbol hat eher mit privatem Kopfkino und wenig mit Glaube und Kultur zu tun. Wie sagte z. B. mal ein alter schweizer Pfarrer in einer Predigt, "Gott ist wie für mich wie ein erhabener 4000'er". Das ist zugegebenermaßen auch eine eigenwillige Theologie, aber von Unterwerfung läßt sich da nichts finden.
Es ist immer erstaunlich mit welch hellseherischen Gaben
Esotheriker und Atheisten den Glauben anderer beschreiben können.
Dafür ist es sehr rücksichtsvoll von Hr. Meßner wenigstens nicht die Gebetsfahnen in Tibet niederreißen zu wollen, man ist ja kein Kolonialherr und hat schließlich ein Gefühl für die Kultur vor Ort entwickelt.
(Falls die Kreuze tatsächlich erst während der Napoleonischen Kriege gesetzt wurden, dann spräche einiges dafür, daß sie zunächst als schnöde Peilungspunkte zur Vermessung gedacht waren. Sowas ist sehr hilfreich in einem Krieg, in dem man auf schlechten Wegen z. B. schwere Atillerie bewegen will.)
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Auf der anderen Seite haben wir "Onlinchristen" die beim Stichwort Religion nur noch über den Islam reden können. An was für einen Gott glauben solche Leute eigentlich wirklich, frage ich mich. Ein "Fürchtet Euch nicht" Gott kann es schon mal nicht sein.
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Beides macht auf mich den Eindruck von Gartenzwergdiktatoren, die ein Problem mit der Deko beim Nachbarn haben und sich vielleicht doch eher um ihr eigenes Gedankengerümpel kümmern sollten und staubfangende Vorurteile mal so langsam entsorgen sollten.

Beim Lesen Ihres Kommentars mit dem Zitat des Schweizer Pfarrers fällt mir spontan der Andachtsjodler ein, wo es heisst:

"Heut in der Nacht/Hab ich hoch am Berg gewacht,/Denn dort droben kann ich sein,/Mit dem Herrgott ganz allein/...Heut in der Nacht/Hab mein Herz ich aufgemacht,/Hab dem Herrgott erzählt,/Von dem Jammer der Welt//Heut in der Nacht/Hat er freundlich Trost mir bracht/Drunten ruht das stille Tal/Droben Sterne ohne Zahl/."

Es scheint tatsächlich so zu sein, dass Berge, auch wenn sie selbst keine Kraft haben, eine tiefere Gotteserfahrung ermöglichen können, gewissermassen wie eine Art Antenne wirken. Messner verkennt das vollkommen, wenn er auf Moses eingeht, der die zehn Gebote auf dem Berg empfängt, aber Jesus nicht erwähnt, der sich während seines Wirkens immer wieder zum Gebet auf Berge zurückzieht.

Ich denke Messner ist ein Individualist, die man in den Bergen wohl schon auch öfters antrifft. Er schreibt zwar, die Berge sollten der ganzen Menschheit gehören und er will damit wohl eine Art Engagement für Mitmenschen, ja die Menschheit an den Tag legen. Letztlich sucht er doch eher die Einsamkeit. Gipfelkreuze, Wegkreuze, Kapellen, die teilweise schon lange vor ihm dort errichtet wurden, stören seinen Eskapismus.

Entspringt ihr Satz "Die Gipfel aber, die doch der ganzen Menschheit gehören, sollten nicht mit dieser einen Weltanschauung besetzt werden." wirklich Ihrem Denken und Erkenntnis, kann ich nur entsetzt sein, weil ich meine, daß es ein großer Irrglaube Ihrerseits ist.
Berge gehören nicht "der Menschheit" sondern sie gehören wie Flüsse, Seen Felder und Wälder zu einem Land, einer Nation - Punkt.
Es ist ein Irrtum zu glauben, daß "die Menschheit" existiert oder funktioniert. Auch wenn es einverlockender Gedanke ist, endlich von "der Menschheit" sprechen zu können, so bleibt es ein Traum. Der Mensch wird immer (wie andere Säugetiere) ein Verhalten zeigen, daß geprägt von Egoismus lediglich kleine Interessen-Verbände zuläßt und letztlich auf die eigene Dominanz und Revierverhalten angelegt ist.
So gehören "unsere" Berge "uns" den Deutschen oder sonstigen Alpenbewohnern. "Wir" haben uns in jahrhunderten von Kriegen gegen Kanibalismus, Naturreligionen, Religionskriegen, - für eine christlich geprägte Nation entschieden und alles Andersgläubige in der Geschichte immer wieder vertrieben. Ein dauerhaft friedliches "Nebeneinander" von verschiedenen Glaubenskulturen ist historisch ausgeschlossen, ein entgegengesetztes Ergebnis wäre ein Unikum.
Und weil es "unsere" Berge sind, werden auch "unsere" Kreuz-Symbole darauf stehen, ... ich sehe sie als unsere Kultursymbole, ... wie Besitz-zeichen. Diese unsere Kultur wird ein gewachsenes Volk verteidigen bis zum Sieg oder der totalen Auslöschung. Denn nichts anderes als Auslöschung und genetisches Obsiegen ist die Absicht anderer Völker uns gegenüber. Wenn sie nach so vielen Reisen etwas anderes glauben machen sie uns und sich selbst etwas vor oder unterliegen einem schweren Trugschluß.
Ihr Denken wird(könnte) einzig Realität werden, wenn "Die Menschheit" als Ganzes von Außerirdischen angegriffen würde. Nicht einmal Naturereignisse wie jetzt das Erdbeben in Nepal bewegt "die Menschheit" tiefer als nur oberflächlich und am Rande. Und selbst nach dem Sieg über einen echten gemeinsamen, extraterrestrischen Feind würde "die Menschheit" zerfallen, wieder in ihre alten Verhaltensmuster zurückfallen, weil nur für eine begrenzte Zeit das Motto gilt "der Feind meines Feindes ist mein Freund" ... aber der Mensch (eine Kultur der anderen) bleibt sich immer Feind.

Der italienische Alpinist Messner ist ein eitler, umtriebiger Selbstvermarkter, der – wahrscheinlich unter Sauerstoffentzug – schon dem Schneemenschen Yeti leibhaftig begegnet sein will. Entsprechend wirr (oder kommerziell kalkuliert?) sind seine Gedanken über Religion und „Weltanschaung“. Jedenfalls spuckt er in die Quellen seiner frommen Südtiroler Heimat. Ob er wohl im Himalaya den bunten Gebetsfahnen und anderen uralten Symbolen der Gottesverehrung mit gleicher Verachtung begegnet?

Robert W. Hoffmann, Lüdenscheid

Ja, wär des jetz aufoimoi a Greiz mit dem Kreuz? Greizteifi nommoinei, do foit da doch gornix mehr ei! I bin dafia, dass jetz a de Andreaskreuze vor Bahnübergänge obgschafft wern! Des is doch a Humbug!!! Jawoi!

Gefällt mir gut. Glaube ist Privatsache und sollte auch so gehandhabt werden. Wieso man Zeichen des Glaubens in die Berge schleppen muss, hat sich mir nie erschlossen. Falls jemand beim Klettern auf Gott vertraut, kann er ein Kreuz im Rucksack mit sich führen. Warum muss das Kreuz auf dem Gipfel herumstehen? Allerdings habe ich mich auch immer geweigert, das Christentum als dem Islam, Judentum, Hinduismus oder Shinto überlegen anzuerkennen.

Auftrag: Gehen Sie doch mal hoch auf den Gipfel der Kampenwand, betrachten Sie sich das Kreuz aus der Nähe, dann wird sich Ihnen vielleicht erschliessen, mit welchen Intentionen Menschen Gipfelkreuze errichtet haben.
Übrigens: Auf dem Gipfel des Kranzhorns im Inntal gibt es gleich gleich zwei Gipfelkreuze, ein paar Meter darunter im Schatten des Gipfels findet sich ganz unaufdringlich eine kleine Kapelle (nur falls am Gipfel wegen Überfüllung kein Platz mehr sein sollte, oder falls unerwartet ein Unwetter aufziehen sollte).

Danke für den Mut und den offenen Wahn-Sinn der Entgrenzung.
Messner wird dafür noch verfolgt werden...
Ob denn je im sogenannten Abendland der Krieg in Herzen oder auf den Gipfeln beendet wird? Und eine neue Form von Verständigungssymbolen erarbeitet wird?
Kommt Zeit – kommt „Rad“? Das Rad als Form der Wiederkehr, als Symbol der Ganzheit (zumindest des Versuchs).

Muss man das Gerede von Messner ernst nehmen? Der Mann hat doch seinen Zenit längst überschritten.

Ich gönne Herrn Messner seine Meinung, auch wenn ich ausgerechnet diese für den größten Humbug halte.
Auch wenn ich selbst - als gebürtige Pole - katholisch erzogen wurde und trotzdem nicht gerade ein Kirchengänger bin - sehe ich die Kreuze auf den Gipfeln als Tradition. Eine Tradition an der ICH gern halten möchte, auch wenn ich nicht jeden Sonntag in die Kirche renne.
Der Herr Messner vergißt (oder hat einfach keine Ahnung davon) daß viele dieser Kreuze in der Zeit aufgestellt wurden als noch keine Helikopter gab - alles mußte mit manneskraft nach oben geschleppt werden.
Und ich glaube daß wenn jemand - wie eben der Herr Messner - auf seine Tradition verzichtet - der wird auch keine Zukunft haben. Die Zukunft die (West-) Europa erwartet ist das Gekreiche eines Muezzins, Krieg und Elend.
Und wie in der Zeit nach 1945 werden solche Messners später sagen: "...wir haben das nicht komen sehen...".

Wieso soll die Zukunft Westeuropas aufgrund des Islams in Krieg und Elend enden? Es liegt doch an uns. Wenn sich alle Religionen endlich davon verabschieden, sich anderen Religionen als überlegen anzusehen, was sollte uns davon abhalten, in Frieden zusammenzuleben? Problem sind nicht Christen, Muslime oder Juden, sondern religiöser Fanatismus. Warum ist eigentlich "Leben und leben lassen." nicht das erste Gebot jeder Religion?

Qwertz schrieb am 5. April 2015 um 23:04: "Warum ist eigentlich "Leben und leben lassen." nicht das erste Gebot jeder Religion?" Weil niemand zum Leben die Religion braucht. Atmen, essen, trinken, verdauen und eines natürlichen Todes sterben gehen ganz locker ohne Glauben.
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Zitat: "Problem sind nicht Christen, Muslime oder Juden, sondern religiöser Fanatismus." Wieso denn das? Wieso ist der Glaube eines Attentäters ein Problem und der Glaube eines Soldaten oder die Religion der hinter dem Militär stehenden Zivilgesellschaft keins?
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Zitat: " was sollte uns davon abhalten, in Frieden zusammenzuleben?" Von welchem "uns" soll denn hier die Rede sein? Kriege werden von Staaten und Möchtegern-Staaten geführt, nicht von Religionen. Um vorsätzlicher Staatsbejaher zu sein, ist der gänzlich unfanatische Glaube an den lieben Gott allerdings Gold wert.
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Zitat: "Wenn sich alle Religionen endlich davon verabschieden, sich anderen Religionen als überlegen anzusehen". Ja wenn sich das Wasser endlich davon verabschiedet, nass zu sein, dann ist der Fantasie keine Grenze mehr gesetzt. Der Glaube ist doch gerade dazu da, sich neben der Wirklichkeit eine zweite Sphäre auszumalen, die der schnöden Wirklichkeit Sinn, Bedeutung und weiß der Kuckuck was noch alles verleiht. Das tut man nicht, wenn dann doch wieder alles piepegal sein soll.
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Was hat das alles nun mit den Gipfelkreuzen zu tun? Für den anständigen christlichen Bürger ist das Gipfelkreuz eine erfreuliche Erinnerung an den Schöpfer aller Dinge, insbesondere des hinteren Gamsgeröllkogels. Für den anständigen atheistischen Bürger ist das Gipfelkreuz das Zeichen, dass er sich bei der Bergwanderung nicht verlaufen hat, sondern wirklich am Gipfel angekommen ist. Für den Moslemhasser ist eine Diskussion über Gipfelkreuze wie jede Diskussion ein geeigneter Anlass, gegen den Islam zu hetzen.

Beim Lesen von Chrismon fällt mir in den letzten Jahren vermehrt auf, daß antichristliche und politkorrekte Positionen wie Messners Kreuzansichten oder Gender völlig unkritisch veröffentlicht werden.
Ich bin verwirrt. Sollte eine christliche Zeitung nicht die Dinge aus christlicher Perspektive darstellen? Sonst braucht man sich ja nicht christlich zu nennen, sondern kann sich als kleines Anhängsel den üblichen "progressiven" atheistischen Einheitsmedien à la Zeit anschließen.

Das Gipfelkreuz als Machtprojektion, bzw. der Ostergedanke evangelischer Provenienz ! Aber verbindlichsten Dank für die Info über die Bemühungen des Berchtesgadener Reisevereins. Der Ostergedanke hat für mich mit dem Frühling zu tun, der Ostereiersuche und der Liebe zu meinen Kindern und zur Kultur der Völker. Die Veränderungen, die heute geschehen, sind mir nicht willkommen. Ich finde, dass die Menschen zu sehr auf ihren Vorteil bedacht sind, weshalb es zur heutigen Entwicklung kommt. Nichts geschieht, ohne die persönliche Einwilligung.

Lara schrieb am 31. März 2015 um 7:07: "Aber verbindlichsten Dank für die Info über die Bemühungen des Berchtesgadener Reisevereins." Würden Sie vielleicht das Geheimnis lüften, was Sie im Zuständigkeitsbereich von Berchtesgaden wähnen? Der Himalaja, in dem der Herr Reinhold Messner herumgekraxelt ist und auf dessen Gipfeln er Tanzplätze der Götter sieht, liegt in Asien. Der Mosesberg, der ebenfalls im Artikel eine wesentliche Rolle spielt, liegt auf dem Sinai. Die Zugspitze, auf die sich mein Link bezieht, liegt bei Garmisch-Partenkirchen. Berchtesgaden hingegen liegt ziemlich weit im Osten Bayerns, wo wohl am ehesten mit dem nächsten Einmarsch der Dschihadisten gerechnet werden darf.

Oh, Pardon, da habe ich wohl Garmisch und Berchtesgaden verwechselt, kommt in den besten Familien vor ! Und rechnen wir nicht mit den Dschihadisten. Ich habe stattdessen Mitgefühl mit den verwaisten Eltern, deren Söhne in den syrischen Krieg abgewandert sind, und dort den Tod gefunden haben, oder noch kämpfen, mitten in den Fängen dieser Irren!
In Wahrheit bin ich nicht so hart, dass mich die Veränderungen, die sich vollziehen, unberührt liessen. Abgesehen davon, verstehe ich Herrn Messner so, dass ihm die Berge sehr am Herzen liegen. Und der Tourismus ist, unbestritten, eine Plage, und viele der Touris sehen die Berge als ihren Besitz an, aufgrund der gefühlten Freiheit dort droben auf der Höh`! Ich selbst bin todtraurig über die Entwicklung. Herr Iwan d. Schreckliche, eine ganz klare Frage an Sie : Glauben Sie an Gott, den Allmächtigen, oder eher an den Osterhasen, den Boten des Frühlings, der irgendwie nicht kommen mag ! Bitte beantworten Sie mir nun Ihrerseits diese einfache Frage. Der Frühling ist doch der gute Bote in der Ostergeschichte, und ohne seine wärmenden Sonnenstrahlen werden die Menschen nicht glücklich. Ich zweifle allmählich alles an !----------------Etwas erstaunt mich sehr: Dem Christen wurde doch vorgeworfen, er machte sich die Erde untertan. Hier wendet sich aber das Blatt, und die ungläubige, materiell eingestellte Welt bemächtigt sich nun ihrer ! Wie soll man das verstehen ? Ein Kampf der Titanen ? Die Macht der Gewalten ? Und der Mensch inmitten dieser Auseinandersetzung ! Wie Odysseus ! Ich finde das äußerst spanend. Wir müssen darauf achten, dass sie nicht erneut ausgebeutet wird. Wir, nicht die anderen, sind der Kompost dieser Erde. Ich weiß, das sind fromme Worte, fromme Worte innerhalb einer unwürdigen Geschichte.

Lara schrieb am 2. April 2015 um 8:24: "Oh, Pardon, da habe ich wohl Garmisch und Berchtesgaden verwechselt". Kein Grund, sich entschuldigen zu müssen. Bei beiden Tourismuszentren liegen Berge, der Osterhase kommt sowohl hier wie auch dort, selbst bei Minustemperaturen. Dessen bin ich gewiss. Also brauchen wir nicht groß zu unterscheiden zwischen diesen beiden Orten. Wer neben der genannten Gewissheit sich dann noch seines Glaubens an den Allmächtigen gewiss ist, kommt mit noch weniger Unterscheidungen durch seinen Alltag und den Sonntag. Ich hoffe, damit Ihre einfühlsame Frage im österlichen Geiste beantwortet zu haben.

Gipfelkreuze sind Zeichen des christlich-europäischen Abendlandes, von daher haben sie ihre eigene Schönheit und Berechtigung. Es gibt genug Gipfel in der Welt, die aus der Sicht von Herrn Messner nicht christlich "signiert" wurden. Allen Menschen, denen die europäische Idee und Identität - Rettung der christlichen Freiheit vor der islamischen Diktatur - am Herzen liegt, werden sich auch über die Gipfelkreuze der Alpen freuen können. So wie Herr Messner argumentieren mittlerweile sogar schon Fußballclubs, die aus korrupter Käuflichkeit anfangen, Kreuze aus Wappen und historischen Siegeln zu entfernen.

Also, wir sollen die Kreuze behalten, weil sonst der Islam sich freut?? "Rettung der christlichen Freiheit vor der islamischen Diktatur "
Der Islam ist 600 Jahre jünger, schon mal daran gedacht, was da hier gerade los war???

Cruz Martinez schrieb am 30. März 2015 um 9:01: "Allen Menschen, denen die europäische Idee und Identität - Rettung der christlichen Freiheit vor der islamischen Diktatur - am Herzen liegt, werden sich auch über die Gipfelkreuze der Alpen freuen können." Gipfelkreuze sind also Siegeszeichen im Krieg gegen den Islam. Das musste doch mal klar gestellt werden! Daraus ergibt sich dann auch das rechte Verständnis dafür, das Gipfelkreuz auf der Zugspitze im arabisch-sprachigen Prospekt wegzuretuschieren. Dabei handelt es sich eben nicht nur um einen gängigen Reklametrick, der europäischen Idee und Identität des Geschäftemachens zu dienen. Nein, es war eine treffliche Kriegslist! Einzelheiten dazu unter http://www.kath.net/news/37706