Das Wir und das Ihr

Aydan Özdaglar und Heiner Geißler

Anne-Sophie Stolz

Wie man sich plötzlich auf der anderen Seite wiederfindet: Die Psychoanalytikerin und der Politiker über Identität und Religion

chrismon: Wir wissen ja, wen wir eingeladen haben. Aber: Frau Özdaglar, Herr Geißler, wer sind Sie eigentlich?

Aydan Özdaglar: Als Psychoanalytikerin habe ich lange daran gearbeitet, dass ich ich bin. Manche Patienten berichten zu Beginn der Therapie, dass sie in Deutschland deutsch und in der Türkei türkisch sind. Das verändert sich, der Mensch wird immer mehr „er“, egal, wo er ist. Das würde ich für mich selbst auch beanspruchen.

Heiner Geißler: Ich bin in erster Linie Demokrat. Ich versuche, Christ zu sein. Und mir steht ein polnischer Abgeordneter inner­lich näher als ein deutscher Hooligan oder deutscher Salafist.

An zweiter Stelle sind Sie Christ?

Geißler: Ich versuche es.

Sind Sie auch Muslimin, Frau Özdaglar?

Özdaglar: Vor 20 Jahren hätte ich mich gewundert, wenn Sie mich als Muslimin eingeladen hätten. Das Muslimisch-Sein hat mit 9/11 begonnen. Ab da sind die Türken Muslime geworden, sie wurden gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen. In der Auseinandersetzung mit dem Islam habe ich vieles von mir wieder­gefunden. Der Islam ist sozusagen ein Way of Life, Teil der Kultur.

Geißler: Wenn ich sage, ich versuche, Christ zu sein, meine ich das auch in erster Linie politisch. Unabhängig davon, ob Gott existiert, ist die Botschaft des Evangeliums so überragend, dass ich versucht habe, mich in meinem politischen Leben daran zu orientieren.

Özdaglar: Es geht um Nächstenliebe, um das Zusammenleben.

Geißler: Ja. Und genauso entscheidend ist die Frage: Wer ist ein Mensch? Für die Nazis musste er zur richtigen Rasse gehören, sonst wurde er vergast. Für die Nationalisten zum richtigen Volk, sonst wurde er ermordet wie in Srebrenica. Bei Fundamentalisten  muss man die richtige Religion haben und darf keine Frau sein. Sonst wird man ausgepeitscht. Oder sogar umgebracht, wenn man die Religion wechselt. Das richtige Bild vom Menschen gibt uns das Evangelium. Jesus heilte die Tochter der Syrophönizierin genauso wie den Diener des römischen  Hauptmanns. Er war ein Freund der Frauen. Er hat nichts gemein mit Machokardinälen des Vatikans, auch nicht mit der großen Zahl von Mullahs und Ayatollahs, für die die Frauen Menschen zweiter Klasse sind.

Özdaglar: Wenn der Koran richtig gelesen wird und die Suren nicht nur stückweise zitiert werden, wie es die Pegida-Anhänger tun, steht nichts anderes drin. Der Prophet hat auch für die Frauen gesprochen und sie hochgehalten. Und Gesetze erlassen, die sie geschützt haben.

Geißler: Teils, teils. Sie waren aber schon damals weiter als die christlichen Kirchen. Sie kannten das Scheidungsrecht.

Özdaglar: . . . und den Unterhalt!

Warum fühlen sich so viele Deutsche vom Islam bedroht? 

Mareike Fallet

Mareike Fallet, Jahrgang 1976, studierte Sozialwissenschaften in München und Göttingen. Redakteurs-Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München. Seit 2005 Redakteurin bei chrismon. Ihr Schwerpunkt sind gesellschaftspolitische Themen – etwa Reportagen über Geduldete in Deutschland, Menschen, die sich um gefallene Jugendliche kümmern, oder Sterbebegleitung –, aber sie schreibt auch Texte für „Portal“ und „Persönlich“, Kulturtipps sowie Kommentare in chrismon plus. Und sie ist zuständig für die Rubrik „Begegnungen“.
Lena Uphoff

Burkhard Weitz

Burkhard Weitz ist chrismon-Redakteur und verantwortlich für die Aboausgabe chrismon plus. Er studierte Theologie und Religionswissenschaften in Bielefeld, Hamburg, Amsterdam (Niederlande) und Philadelphia (USA). Er ist ordinierter Pfarrer und Journalist. Über eine freie Mitarbeit kam er zum "Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt" und war seither mehrfach auf Recherchen in den USA, im Nahen Osten und in Westafrika.      
Lena UphoffPortrait Burkhard Weitz, verantwortlicher Redakteur für chrismon plus
Geißler: Wegen der Nachrichtenlage, die natürlich nicht identisch ist mit dem Islam. Aber mit dem, was Kriminelle aus dieser Religion machen. Wenn sie ins Fernsehen schauen, erleben die Menschen, was beim Islamischen Staat geschieht. Dass in türkischen, kurdischen Familien der Mann als das Oberhaupt gilt. Dass vor allem die Mädchen sich diesem Willen unterzuordnen haben. Und wenn sie so leben wollen, wie sie es für richtig halten, laufen sie Gefahr, ausgestoßen oder sogar umgebracht zu werden. Dann kommen noch Salafisten, Islamisten, Hassprediger. Dann passiert ein Ehrenmord, oder man liest die Geschichte von einem 13-jährigen Mädchen in Somalia, das von drei Männern ver­gewaltigt und von einem islamischen Gericht wegen außer­ehelichen Geschlechtsverkehrs zum Tode durch Steinigung verurteilt worden ist.

Özdaglar: Warum hat jemand in Deutschland Angst vor dieser Steinigung? Wenn in Afrika Kinder verhungern, hat man auch nicht Angst, dass in Deutschland jemand verhungert. Religion ist es nicht, wovor die Menschen Angst haben. Da spielt durchaus ­eine Rolle, was die Medien wie in Szene setzen. Es sind Terroristen, die im Namen des Islam agieren. Man sagt aber Islamisten.

Geißler: Sie nennen sich so.

Özdaglar: Aber selbst in gebildeten Kreisen begegne ich Menschen, die den Unterschied zwischen einem gläubigen Muslim und einem Islamisten nicht kennen. Dann verzweifle ich schon ein bisschen. Was im Fernsehen gesendet wird, wird einfach ­übernommen. Da bekommen die Menschen Angst, dass die ­Nachbarn ihre Tochter im Namen der Ehre umbringen könnten.

Was ist mit den Millionen Türken, die in Deutschland leben und ihre Töchter aufs Gymnasium gehen lassen? 

Geißler: Man kann vom normalen Menschen nicht verlangen, dass er in der Lage ist, sauber zu differenzieren zwischen Islamismus und Islam, wohl aber zwischen Islamisten und Muslimen.

Özdaglar: Und man kann nicht den Muslimen anlasten, dass die Deutschen die Unterschiede nicht kennen.

Seit 9/11, sagten Sie, gab es ein Wir und ein Ihr. Was meinen Sie damit?

Özdaglar: Eine Patientin kam kurz nach den Anschlägen des 11. September erschrocken zu mir und sagte: Die Welt da draußen ist verrückt geworden, meine Freunde sprechen mich plötzlich an, wie das denn bei „uns“ sei. Plötzlich war man als Kind türkischer Eltern auf der anderen Seite. Die Bilder von den Flugzeugen, die in die Türme fliegen, wurden so oft gezeigt, das hat sich in den Köpfen eingebrannt. Und das waren die Islamisten.

Geißler: Das ist richtig. Und sie beriefen sich vorher ausdrücklich auf Allah wie heute auch die IS-Kriminellen, wenn sie andere Menschen enthaupten – schlimme Blasphemien.

Özdaglar: Aber nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ ­entwickelte sich nicht die gleiche Stimmung, was ich ganz interessant finde. Es hat sich in der Zwischenzeit etwas getan. Die Distanzierung von Wir und Ihr kam eben nicht, sondern es ging um die Freiheit des Denkens, man stand zusammen.

Geißler: Sehr hilfreich wäre, wenn die Vorsitzenden der Moscheevereine, der Islamrat in Deutschland, die hohen Professoren der Al-Azhar-Universität in Kairo eindeutig zu diesen Verbrechen Stellung nehmen würden. Das haben sie nur zögerlich getan.

Özdaglar: Wie lange hat es gedauert, bis der Vatikan sich zum Missbrauch in deutschen Klöstern geäußert hat?

Geißler: Das macht die Sache nicht besser. Warum verhängen die geistigen Führer des Islams nicht die Fatwa gegen die Ver­brecher, die den Namen Gottes missbrauchen? Das wäre ein ­überzeugendes Signal.

Özdaglar: Ich kenne mich in den Regeln der islamischen Theologie viel zu wenig aus, um beurteilen zu können, ob das möglich wäre. Aber die Frage ist doch: Was können wir richtig machen?

Geißler: Der deutsche Staat könnte vieles tun. Statt Boots­flüchtlinge und Roma abzuschieben, sollte er die Salafisten und Dschihadisten ausweisen. Und wenn es Deutsche sind, unter­liegen sie dem deutschen Straf- und Ordnungsrecht – Hasspredigten sind strafbar. Ein bisschen mehr Konsequenz würde das Vertrauen der Muslime in den deutschen Rechtsstaat stärken.

Umfragen bestätigen immer wieder: Muslime fühlen sich dem deutschen Staat ebenso verbunden wie andere Deutsche auch. Warum kommt das nicht an? 

Özdaglar: Bei Pegida wird gegen den Islam gewettert, aber sie sagen: Meinen Nachbarn meine ich nicht. Es geht um ein entpersonifiziertes Feindbild. Nicht um den Muslim, den ich kenne.

Sollte in Deutschland – wie in Frankreich – die Vollverschleierung von Frauen verboten werden?

Geißler: Ja. Allein schon weil die Burka aus Kunststoff besteht. Da muss man das Gesundheitsamt einschalten. Ich habe erlebt, wie ein Saudi leicht bekleidet tänzelnd bei großer Hitze über die Straße lief, und dahinter schleppte sich die Frau, vollverschleiert mit drei Kindern im Gefolge. Ich dachte, die fällt gleich um.

Özdaglar: Ein Verbot würde heute zu sehr polarisieren, es käme 30 Jahre zu spät. Sie würden heute in Deutschland einen Aufstand erleben, er würde sich schließlich auch zu Gewalt steigern.

Geißler: Das glaube ich nicht. Die Burka ist eindeutig ein Instrument der sexuellen Diskriminierung.

Özdaglar: Jeder ist in einer Demokratie frei, herumzulaufen, wie er will. Wenn jemand halb nackt herumlaufen würde, gefällt ­Ihnen das vielleicht auch nicht. Aber Sie kämen nicht auf die Idee, es zu verbieten. Natürlich steht hinter dem einen eine religiöse und hinter dem anderen eine freiheitliche Gesinnung. Aber das darf hier keine Rolle spielen. Interessanter ist, wie es dazu kam, dass die muslimischen Frauen sich immer mehr verschleiert haben.

"Rituale schaffen Identität. Wer anderen die Identität abspricht, wirkt bedrohlich" (Aydan Özdaglar)

Wie denn?

Özdaglar: Wenn trotz aller Anpassung an die westliche Gesellschaft das Weiterkommen verweigert wird, ist es leichter, ein nach außen sichtbares Zeichen des Unterschieds zu setzen, um sich abzugrenzen. Das ist aber kein Zeichen der Islamisierung.

Geißler: Ich will in einer offenen und freien Gesellschaft leben, in der jeder dem anderen ins Gesicht schauen kann. Jeder kann anziehen, was er mag, aber freiwillig.

Özdaglar: Wenn Sie eine Frau fragen, warum sie sich verschleiert, und sie antwortet, das habe sie freiwillig gemacht, dann werden Sie wieder sagen: Das stimmt doch nicht.

Geißler: Nein. Ich war der erste Bundestagsabgeordnete, der nach den Anschlägen vom 11. September in Afghanistan war, im ­Januar 2002. Ich habe Frauen bei sich zu Hause und in der Klinik gefragt, warum sie die Burka tragen. Sie sagten alle: Weil wir die pervertierten Blicke der Männer nicht ertragen wollen.

Özdaglar: Das war in Afghanistan.

Geißler: Wir sollten doch den Mut haben, Perversionen unserer Religionen – auch der christlichen – deutlich zu nennen. Ich sage doch auch, dass die Politik des Vatikans zum Beispiel, was die Empfängnisverhütung anbelangt, skandalös ist. So etwas muss gesagt werden. Wir sollten uns nicht mit irgendwelchen Regeln und Ritualen identifizieren, sondern mit dem Grundgesetz und der in ihm verankerten menschlichen Würde.

Özdaglar: Bei Ritualen geht es immerhin darum, dass sie Identität schaffen. Und es wirkt bedrohlich, wenn andere einem diese Identität absprechen wollen. Das ist etwas ganz Wesentliches, wenn das, was ich bin, dazu benutzt wird, mich auszuschließen, und gesagt wird: Das, wozu du gehörst, ist unmöglich. Du verletzt Kinder, verschleierst Frauen und bringst Kinder um.

"Eine Anmaßung zu behaupten, Burka und Beschneidung stammten von Gott!" (Heiner Geißler)

Geißler: Es ist eine schreckliche Anmaßung der Weltreligionen zu sagen, die Burka, die Beschneidung oder das Verbot der Empfängnisverhütung stammten von Gott. Das alles sind Konstruktionen männlicher Theologen. Das ist die größte Blasphemie – zu meinen, sie wüssten, was Gott ist. Gott ist der ganz Andere.

Özdaglar: Das ist ganz im Sinne des Islams, der sagt: Gott kann nicht gleichzeitig Gott und Mensch sein.

Geißler: Das ist auch wieder unbewiesene Theologie. Aber wir haben heute einen neuen Fundamentalismus, den ökonomischen Fundamentalismus. Da wird der Mensch zum Kostenfaktor degradiert. Er gilt umso mehr, je weniger er kostet. Und er gilt umso weniger, je mehr er kostet. Ein Prozent der Menschheit verdient so viel wie 85 Prozent. Das ist ein Produkt des falschen Denkens. Mein Wunsch wäre, dass die Weltreligionen endlich mit dieser Barbarei aufräumen – statt sich auf Sexualität zu konzentrieren.

Özdaglar: Ja. Umkehren!

Was ist nötig, dass man in einem fremden Land ankommt und sich heimisch fühlt?

Özdaglar: Willkommen geheißen werden. Eine türkische Wissenschaftlerin, die noch nicht so lange in Deutschland ist, ­erzählte mir: Wenn sie sich vorgestellt hat und gefragt wurde, wo sie ­herkomme, hat sie gemerkt, dass die Leute „Türkin“ und „Wissen­schaftlerin“ nicht zusammenbringen können.

Geißler: Das glaube ich nicht. Türken sind längst mehr integriert in Deutschland. Der Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel hatte auf der Schlossstraße einen jungen Mann an­gesprochen: „Gell, Sie sind a Ausländer?“ Antwort: „Noi, i bin a Türk.“ Das ist Integration. Er fühlt sich als schwäbischer Türke oder türkischer Schwabe.

Özdaglar: Man muss ja nicht das Eigene aufgeben, wenn man sich integrieren will. Vor Parallelgesellschaften fürchten sich die Deutschen auch erst seit 9/11. Ein Islamforscher hat mal gesagt: Plötzlich hatten die Deutschen Angst vor vier Millionen muslimischen Schläfern im eigenen Land. Aber die Angst der anderen Seite wird nicht ernst genommen. Meine Schwester hat mich kürzlich erinnert: Weißt du noch, da hat uns doch einer auf dem Anruf­beantworter bedroht: Du Türkensau, ich komm’ heut’ vorbei!

Gleichberechtigung und Nächstenliebe

Geißler: In jeder Gesellschaft haben Sie einen Bodensatz von Leuten, die rechtsradikal sind in dem Sinne, dass sie gegen Europa sind, gegen die Ausländer, gegen die Frauen, für die Prügelstrafe, dafür dass der Mann das Oberhaupt der Familie ist.

Özdaglar: Gar nicht so weit weg von manchen Islamisten. Pegida hätte rufen müssen: „Wir sind auch das Volk.“ Weil es darum geht, dass sie sich zurückgewiesen fühlen. Wenn die Kanzlerin als Mutti fürs ganze Volk zuständig ist, kann sie sich die Kinder nicht aussuchen. Über Jahrzehnte wurde von Rechtsradikalen als Einzeltätern gesprochen. Aber nun rotten sie sich zusammen, man sollte diesen Prozess sehr aufmerksam verfolgen.

Frau Özdaglar, was ist für Sie ein guter Christ?

Özdaglar: Im Vordergrund sollte die Nächstenliebe stehen. Wenn die, die im Fernsehen die Suren zitieren, die Zehn Gebote be­herzigen würden, dann hätten wir weniger Probleme.

Wollen Sie so sein, Herr Geißler?

Geißler: Das mit den Zehn Geboten ist mir nicht so wichtig. Aber die Nächstenliebe ist absolut entscheidend.

Was ist für Sie eine gute Muslimin?

Geißler: Frau Özdaglar zum Beispiel. Eine Frau, die die Chance bekommen hat, genauso wie die Männer ausgebildet zu werden, und die gleichberechtigt mit uns in unserer Gesellschaft lebt.

Finden Sie sich da wieder?

Özdaglar: Im zweiten Teil ja. Der erste war ja eher passiv. Es fehlt noch die Nächstenliebe. Und die Demut.

Geißler: Demut ist Wahrhaftigkeit gegen sich selber.

Özdaglar: Ja.

Aydan Özdaglar

Aydan Özdaglar, 58, ist Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Die gebürtige Istanbulerin kam sechsjährig mit ihrer Familie nach Deutschland. Als niedergelassene Psychoanalytikerin in Freiburg behandelt sie unter anderem türkischstämmige Patienten. Ihr ­besonderes Interesse gilt der Migration und der kulturellen Identität.    
Foto: Anne-Sophie Stolz

Heiner Geißler

Heiner Geißler, Jahrgang 1930, war CDU-Generalsekretär und Bundes­minister für Jugend, Familie und Gesundheit. 2007 trat der streitbare Katholik den Globalisierungsgegnern von attac bei. Er ist unter anderem Autor der Bücher „Was würde Jesus heute sagen?“ – und „Was müsste Luther heute sagen?“.
Foto: Anne-Sophie Stolz

Leseempfehlung

Der Islam verhindert keine Integration in Deutschland
Kirchenhistoriker Owe Boersma erklärt die verwirrende Vielfalt der arabischsprachigen Christenheit
Ja, lasst uns für christliche Werte kämpfen – indem wir Gastfreundschaft üben und für Menschenrechte eintreten
Aus den Vororten ziehen sie in den „Heiligen Krieg“. Necla Kelek: Wir dürfen nicht noch mehr verlieren
Diese offene Gesellschaft, das Streiten ohne Gewalt, müssen wir verteidigen.
Gott ist an Macht und Strafe nicht gelegen, sagt Mouhanad Khorchide. Viele Muslime sind ganz anderer Ansicht
Arnd Brummer über Kopftuch in Mittelfranken
30891
21565
30834
30845
30812
20735
20346

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.

Lesermeinungen

Prinzipiell ist der Islam genauso viel wert, wie das Christentum. Aber das Abendland sollte christlich geprägt bleiben.
Im Übrigen sollte es keine Berufspriester geben (und keine Gottesdienste in Kirchen). Es sollte ehrenamtlich tätige Priester und Geistheiler (bzw. Schamanen) geben. So kann viel Geld gespart werden. Es braucht auch kein Theologiestudium zu geben. Es genügt, dass es an Unis im Fachbereich Philosophie eine Religionsphilosophie gibt.

Einerseits finde ich es gut, dass es sich bei Frau Özdaglar offensichtlich um eine emanzipierte Muslima handelt, die sich ihre Meinung sicher nicht von einem Mann vorgeben lassen wird. Andererseits finde ich es inakzeptabel, wenn sie meint, hinsichtlich eines eventuellen Burka-Verbots gewaltsame Auseinandersetzungen prophezeien zu müssen, oder wenn sie Betroffenheit angesichts der Steinigungspraxis gleichsam als Angstphantasie darstellt. Meiner Meinung nach gehört zur gelungenen Einwanderung immer ein Anpassungsprozess an die Mehrheitsgesellschaft. Dass eine ausreichende Anpassungsleistung auch in der dritten und vierten Generation von Vielen noch nicht erbracht worden ist, macht die Sache nicht besser, stellt aber keinen Anlass dar, unangemessene Forderungen aufzustellen. Keiner sollte ein Interesse daran haben, die Islamverdrossenheit der Gesellschaft noch zu vergrößern.

Zu Ihrer Frage „Warum fühlen sich so viele Deutsche vom Islam bedroht?“ möchte Stellung beziehen.
Ja, auch ich fühle mich durch den Islam bedroht, noch nicht konkret aber abstrakt – wie man heute sagt.
Zunächst, es gibt nicht den Islam. Daher will ich nicht die umstrittenen Hadithe heranziehen sondern nur den Koran selbst und das Leben Mohammeds.
Es tut mir leid Frau Özdaglar, wenn ich den Koran nur stückweise zitiere aber bleibt mir ja nichts anderes übrig. Sure 9,5: „Dann tötet die Heiden, wo immer ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf! Wenn sie sich aber bekehren und das Gebet verrichten und die Almosensteuern geben, dann lasst sie ihres Weges ziehen.“ Genauso steht es im Manifest der Hamas von 1988 und ist leider bis heute aktuell.
In der Süddeutschen Zeitung vom 7./8. März im Artikel „Islamistische Hetze an der Grundschule“ lese ich: "Die Beamten und Lehrer fragten sich: Woher haben die Knirpse diese Sprüche?". Gemeint waren Sprüche wie, "Christen muss man töten" und "Juden stehen auf einer Stufe mit Schweinen." Auch das Schweine Zitat lässt sich eindeutig im Koran finden, Sure 5, 59.
Es scheint offenkundig zu sein dass die Knirpse, sprich Grundschüler, diese Sprüche in Koranschulen lernen und sie sich nicht selbst ausgedacht haben. Ein Einzelfall? Nach meinen persönlichen Erfahrungen, was meine Kinder mir erzählen, mir ein befreundeter Türke erzählt oder was ich in den Medien über Ausgrenzung von christlichen Schülern erfahre, wohl nicht. Ich kenne persönlich sehr wohl einige gläubige Muslime, denen dieses Gedankengut sehr fern ist. Und ich weiß auch, dass die unterschiedlichen Auffassungen zum Koran oft quer durch Familien gehen.
Es beunruhigt mich, dass der Koran Silbe für Silbe Allahs Wort ist und man bei etlichen Suren kaum auskommt sie kriegerisch zu interpretieren.
Was mir allerdings den Islam wirklich unheimlich macht, ist das Leben des Propheten Mohammed und damit die gelebte Interpretation des Korans.

Über die Web-Seiten des Zentralrat der Muslime in Deutschland gelangt man zur Beschreibung des Lebens Mohammeds und hier nur exemplarisch zur Sira Teil 18: „Die Grabenschlacht“. Dort macht mich der gesamte Jargon und besonders der letzte Satz sehr nachdenklich: "Doch Sa’d [Anmerkung: Ein Mohammed-Anhänger und Vertrauter, ehemaliger Feind] verurteilte die Kämpfer [Anmerkung: Jüdischer Stamm der Banu Quraida] alle zum Tode und ihre Frauen und Kinder zur Versklavung." Der Lebenslauf Mohammeds ist geprägt von Schlachten, Raubzügen und Verteilung der Beute. Ist das also der "geliebte Prophet Mohammed?", so wie er gerne bezeichnet wird - auch vom Zentralrat, hoffentlich nicht.

Was ist der Unterschied zum lebendigen Christentum. Sie werden in ganz Deutschland nicht eine einzige christliche Kirche finden, in der etwas Vergleichbares gepredigt wird - wie es offenbar in etlichen Koranschulen gepredigt wird. Selbst der jüngst für seine Predigt so gescholtene evangelische Pastor Olaf Latzel stellt aus seinem Glauben heraus klipp und klar fest, sollte Muslimen ein Unrecht geschehen, „so stellen wir uns vor sie“. Dies kommt aus der bedingungslosen Nächstenliebe. Kein Muslim muss sich vor diesen auch noch so radikalen Christen, inklusive Pastor Latzel, bedroht fühlen.

Wir Christen lieben Jesus, der den bitteren Kelch annahm und sich für ans Kreuz nageln ließ, um uns von unserer Schuld zu erlösen. Wir verehren keine glaubensmäßig verirrten Kreuzfahrer oder spanische Konquistadoren.

Ich meine, wir (in diesem Falle Christen) brauchen eine Doppelstrategie: Einerseits eine klare und selbstbewusste Auseinandersetzung mit den Glaubensinhalten des Islam und andererseits eine einvernehmliche Zusammenarbeit mit jenen Vertretern des Islams, die unsere gesellschaftlichen Werte ebenso klar stützen. Aber nur beides zusammen!

Jörg-Ulrich Wölfel schrieb am 9. März 2015 um 20:45: "Kein Muslim muss sich vor diesen auch noch so radikalen Christen, inklusive Pastor Latzel, bedroht fühlen." Jaja, der tut nichts und will nur spielen. Unbedingt bedroht fühlen muss sich aber der anständige mitteleuropäische Christ des Jahres 2015. Wodurch wird er bedroht? Weil ein gottesfürchtiger Herr Mohammed vor rund tausendvierhundert Jahren im heißen Morgenlande Kriege geführt und sie gerechtfertigt hat. Das steht doch nur der christlichen NATO zu und nicht den Moslems! Und wenn die Muslimas brav im Bundeswehrkrankenhaus die Klosetts putzen, dann dulden wir sie ja auch, obwohl sie doch dem kriegerischen Propheten anhängen.

Die NATO ist keine religiöse Gemeinschaft im Sinne der Umma, außerdem gehört auch ein moslemisch geprägter Staat dazu wie die Türkei. Man kann vieles an der NATO kritisieren, daraus folgt aber nicht, dass man nicht den islamischen Jihad kritisieren müsste. Dem "mitteleuropäischen Christ des Jahres 2015" würde es vermutlich nicht das Geringste ausmachen, wenn statt der "braven Muslima" andere Personen Aufgaben im Bundeswehrkrankenhaus wahrnehmen würden. Nicht selten sind diese Muslimas nämlich gar nicht brav, sondern verklagen - finanziell und strategisch unterstützt von aus dem Ausland gesteuerten Islamisierungsorganisationen - ihre Arbeitgeber. Einige versuchen auf diese Weise, der Belegschaft und Klientel der (staatlichen oder christlichen) Einrichtungen, in denen sie tätig sind, das Symbol ihrer Unterwerfung unter den Herrschaftsanspruch des Christenmörders Mohammed aufzunötigen.

Pachymeres schrieb am 11. März 2015 um 21:26: "...daraus folgt aber nicht, dass man nicht den islamischen Jihad kritisieren müsste." Ja wenn ihn dennn einer mal endlich kritisieren würde, also aufzeigen, warum jeder Glaube prächtig zum Kriegführen passt. Statt dessen kriegt man nur zu lesen, dass Mohammed und die Moslems böse, Jesus und die Christen aber tolle Hechte sind. Das ist das Gegenteil von Kritik. Das ist die gleiche Stimmungsmache wie sie vor nicht allzu langer Zeit gegen die Juden landesüblich war.
____________________________________________________
Zitat: "Einige versuchen auf diese Weise, der Belegschaft und Klientel der (staatlichen oder christlichen) Einrichtungen, in denen sie tätig sind, das Symbol ihrer Unterwerfung unter den Herrschaftsanspruch des Christenmörders Mohammed aufzunötigen." Wie bitte? Wer im Krankenhaus liegt, kriegt von der moslemischen Putzfrau zwangsweise ein Kopftuch übergebraten? Das ist ja noch alarmierender als was der Herr Dr. Bill Warner zu erzählen weiß. Dazu muss unbedingt das nächste Video auf Youtube hochgeladen werden! Ich dachte immer, das weiße Zeugs im Krankenhaus ist ein Kopfverband. Dabei ist es dschihadistische Tücke!

Ihre Aussagen zu den Kreuzzügen zeigen, dass Sie nicht viel darüber wissen können oder der allgegenwärtigen Indoktrination durch das Bildungssystem und Islampropaganda zum Opfer gefallen sein müssen. Die Kreuzzüge waren der Versuch, dem nahöstlichen Jihad etwas entgegen zu setzen. Ohne die Kreuzzugsbewegung hätten das Grab Jesu, der christliche Glaube, das christliche Abendland und damit der freie Westen mit größter Wahrscheinlichkeit nicht gerettet werden können. (Protestanten haben zur Verteidigung und Rückeroberung Europas vom islamischen Jihad bisher übrigens am wenigsten beigetragen.)

Informationen zu den Ursachen der Kreuzzüge
"Jihad vs. Crusades" (Video mit animierten Karten, Dr. Bill Warner:
https://www.youtube.com/watch?v=I_To-cV94Bo

Amerikanisches Portal zum Thema Kreuzzüge
http://www.realcrusadeshistory.com/, https://www.youtube.com/user/RealCrusadeHistory, https://www.facebook.com/realcrusadeshistory

Grenzenlose ev. Beliebigkeit

Zitat: Protestanten haben zur Verteidigung und Rückeroberung Europas vom islamischen Jihad bisher übrigens am wenigsten beigetragen.

Das sagen Sie doch bitte einmal Fr. Käßmann. Mit deren Toleranz der Intoleranz (> Selbstsuizid durch Wehrlosigkeit!) wären wir schon lange nicht mehr da. Mit was man den Begriff der unbedingten Nächstenliebe doch alles begründen kann.

Melisande von Jerusalem schrieb am 10. März 2015 um 0:25: "Die Kreuzzüge waren der Versuch, dem nahöstlichen Jihad etwas entgegen zu setzen." Die schönsten Eroberungsfeldzüge und saftigsten Blutbäder sind also ein christlicher Versuch gewesen. Das ist immerhin eine Auskunft über das Christentum, der man nicht vorwerfen kann, sie würde zu beschönigen versuchen. Dumm nur, dass der Christengott am 4. Juli 1187 bei der Schlacht bei Hattin seine Gläubigen und sein Königreich Jerusalem dann doch schnöde im Stich gelassen hat und es wieder Essig war mit der Rettung des Grabes Jesu.
___________________________________________________
Zitat: "Protestanten haben zur Verteidigung und Rückeroberung Europas vom islamischen Jihad bisher übrigens am wenigsten beigetragen." Dieses Totalversagen des Protestantismus zur Zeit der Kreuzzüge sollte bei der anstehenden 500-Jahr-Feier des Protestantismus unbedingt thematisiert werden! Das zum wiederholten Mal in diesem Forum angepriesene Video des Physikers Dr. Bill Warner mit seinen vielen blitzenden Lichtlein ist übrigens ein Muss für alle Freunde des schwarzen Humors.

Jetzt wird die Heilige Stadt wieder von den Alteingesessenen regiert - das ist die beständigste und auch gerechteste Variante.

Für viele protestantische Christen nimmt die Islamverharmlosung der evangelischen Kirche Deutschlands bedrohliche Züge an. Es handelt sich beim Islam um ein auf Rechtsungleichheit und gewaltsamer Unterwerfung basierendes politisch-rechtliches Herrschaftssystem, nicht um eine Rasse, weswegen die Diffamierung von Islamkritik als "Antirassismus" ins Leere zielt. Die antidemokratischen Lehren der totalitären mohammedanischen Bewegung gehören nicht nach Deutschland und nicht nach Europa. Überall dort, wo der Islam Einzug gehalten hat, waren Auseinandersetzungen um die gesellschaftliche Vorherrschaft die Folge. Ganze Staaten sind durch brutalste Gewaltanwendung (von Koran, Sira und Hadithen gefordert) und bestialischem Massenmord dem mohammedanischen Religionsterror "unterworfen" und religiös-kulturell (nahezu) ausgeschaltet worden wie beispielsweise in Indien oder Anatolien. Die islamisierten seldschukischen und osmanischen Türken schafften es, die seit Jahrtausenden in Anatolien lebenden Armenier, Griechen und Assyrer per Massenmord, Vertreibung, Überlebenssteuer, Zwangskonversion sowie Diskriminierung aus dem Land ihrer Ahnen zu entfernen und ihre Religion auszumerzen. Ein urchristliches Land wurde so in wenigen hundert Jahren zu einem fast vollständig moslemischen Staat dschihadisiert, per nackter Gewalt aber auch durch konsequente Unterdrückung, nachdem der Hochsitz der griechisch-christlichen Welt, Konstantinopel, in die Hände der Christenfeinde gefallen war (https://www.facebook.com/pages/Armenian-Greek-and-Assyrian-genocide/2125..., http://www.seyfocenter.com/, http://www.armenian-genocide.org/genocide.html).
Auch in Indien ging man mit abscheulichsten Barbareien zu Werke, um einen islamischen Staat Pakistan zu schaffen (https://www.facebook.com/SikhsAgainstIslamicOppression?fref=photo, http://islammonitor.org/index.php?option=com_content&view=article&id=331...).
Überall auf der Welt fordern moslemische "Herrenmenschen" taqiyyagerecht Toleranz, Religionsfreiheit und Minderheitenrechte, gleichzeitig werden überall dort, wo der Islam sich ausbreitet, Toleranz, Religionsfreiheit, Minderheiten- und Menschenrechte abgeschafft und multikulturelle Koexistenz durch aggressiven Terror abgelöst. Mit dem Islam importiert sich eine Gesellschaft Angst, Unfreiheit und Versuche, die angestammte Religion - für Europa das Christentum - zu vertreiben. Auch ist es an der Zeit, über den 1400-jährigen islamischen Sklavenhandel und seine Millionen Opfer zu erinnern.

Byzantia schrieb am 8. März 2015 um 12:16: "Die antidemokratischen Lehren der totalitären mohammedanischen Bewegung gehören nicht nach Deutschland und nicht nach Europa." Das ist erfreulich offenherzig. Mal angenommen, diese hetzerischen Vorwürfe gegen den Islam würden zutreffen. Was soll dann sein? Deutschland soll davon verschont bleiben. Die Österreicher und die Polen hingegen dürfen ruhig davon befallen sein. Da haut der Autor dann noch schnell die Notbremse rein mit "Europa". Aber die Schlitzaugen in Asien, die Rothäute in Amerika und die [...] (wie immer Selbstzensur!) in Afrika dürfen den Brei ruhig genießen.

Özdaglar: Das ist ganz im Sinne des Islams, der sagt: Gott kann nicht gleichzeitig Gott und Mensch sein.
-------------
Diese Aussage beweisst ganz klar, dass der Islamische Gott nichts mit dem Gott der Christen zu tun hat. In der Bibel steht, dass Gott Mensch geworden ist und als Jesus Christus auf die Welt gekommen ist um mit seinem Tod am Kreuz die Sünden der Welt auf sich zu nehmen.
Wenn man sich die Bibel und den Koran anschaut und vergleicht, wird man merken das Allah nicht Gott sein kann.
Gott ist der Vater, der Sohn uns der heilige Geist. Immer und in Ewigkeit.
Man kann Religionen nicht miteinander vermischen und jeden Gott ein bißchen anbeten. Das wäre dann ja Götzendienst. Bitte liebe Christlichen Brüder und Schwestern, sperrt Augen, Ohren und eure Seelen auf. Die Bibel sagt dazu, dass viele in
Seinem Namen kommem werden und behaupten werden "Ich bin es".
Lernt euch zu entscheiden. Es geht um eure ewige Seele.