Missbrauch durch Pfarrer in Ahrensburg

Endlich aufräumen

Fotograf: Valeska Achenbach

Der Pastor war übergriffig, hat Jugendliche verführt, missbraucht – und die Ahrensburger ­haben was geahnt, aber nichts getan. Der ­Pastor wurde versetzt, mehr nicht. Erst viele Jahre ­später gingen die Opfer an die Öffentlichkeit. Jetzt wollen Bischöfin und ­Synode alte Fehler aufdecken und aus ihnen lernen

Mehr als 15 Jahre liegt diese Geschichte zurück. Die Straftaten sind verjährt. Kein Gericht hat je geurteilt. Aber noch immer sind sie präsent in Ahrensburg, nordöstlich von Hamburg. Es geht um sexuellen Missbrauch. Der Täter: der damalige evangelische Gemeindepfarrer. Und während sich in diesem Frühjahr die zuständige Synode der Nordkirche in Travemünde um Aufklärung bemüht, hält eine kleine Gruppe Ahrensburger eine Mahnwache. Sie fordert Aufklärung. Endlich soll Licht in die Sache kommen.

Jeder hier hat Pastor K. persönlich gekannt. Er hat 26 Jahre lang, von 1973 bis 1999, in der Gemeinde gearbeitet. "Furchtbar nett" sei K. gewesen. "Hat mitgefühlt, hat mitgeweint. Und die Kinder durften bei ihm alles machen." Ihr Sohn sei bei ihm in der Konfirmandengruppe gewesen, habe sich aber geweigert, mit zur Konfirmandenfreizeit zu fah­ren, erzählt Margret Warkentin. "Mein Sohn sagte: Der hat mich unterm Pullover angefasst, der ist schwul." Sie habe das nicht geglaubt. Einmal habe ihr Nachbar den Pastor zu sich gebeten, um sich über den Alkoholkonsum in dessen Jugendgruppe zu beschweren. Er solle froh sein, dass er den Jugendlichen den Umgang mit Alkohol nahebringe, habe der Pastor ihn beschieden.

Manche Jugendliche haben sich damals an Eltern und an andere Verwandte gewandt. Schon morgens beim Bäcker sei darüber geredet worden, heißt es. Deshalb treibt eine Frage die Leute bis heute um: Wer hat davon gewusst und nichts unternommen?

Unter den Demonstranten ist Anselm Kohn, der jüngste von fünf Brüdern der Familie, in die Pastor K. 1984 hineingeheiratet hatte. Zunächst nahm Kohn den Stiefvater unbefangen wahr. "Er wirkte jugendlich, nicht so langweilig", erinnert er sich. "Wenn wir im Auto die Allee herunterfuhren und uns jemand entgegenkam, hupte er, kurbelte das Fenster herunter, begrüßte die Leute."

Der Stiefvater habe gemeinsame Mahlzeiten geschätzt und gern von Reisen nach Griechenland und Italien erzählt. "Gesellig­keit war ihm wichtig, das Praktische. Und sich derer anzunehmen, die nicht so angesehen waren", sagt Anselm Kohn.

 Jüngster von fünf Brüdern: Anselm Kohn, früher Stiefsohn des Ahrensburger Pfarrers
Doch bald befand sich der Stiefsohn nach dem Zubettgehen im Zustand größter Unruhe. Sein Zimmer lag im Erdgeschoss, wie das Amtszimmer. Schlüssel habe es im Pastorat nicht gegeben. Er ­habe ein Warnsignal an ­seiner Türklinke angebracht, einen Plastikwürfel mit Metallringen. Wenn es an der Tür klöterte, sei er aus dem Bett aufgesprungen. Der Stiefvater habe gern herumgebalgt, habe das "als Jux inszeniert und einen bewegungsunfähig gemacht". Die Gegenwehr des Jungen: "Aufspringen und tschüss, ihn hinausschicken oder selbst aus dem Zimmer laufen."

Geschlechtsverkehr prägte das Geschehen in der kirchlichen ­Jugendgruppe


Drei der fünf Stiefsöhne Kohn besuchten die kirchlichen ­Jugendgruppen. K. hat sie missbraucht, sagt Anselm Kohn. Zwei von ihnen sind gestorben, einer an den Folgen von Aids, der ­andere vermutlich an Drogen, die Todesursache sei nicht ab­schließend geklärt. Er habe nicht noch einen dritten Bruder verlieren wollen, sagt Anselm Kohn. Mit anderen gründete er den Verein "Missbrauch in Ahrensburg" und wurde später dessen Vorsitzender. Auch er hat unter dem Stiefvater gelitten.

In Travemünde trägt Bischöfin Kirsten Fehrs etwa zur gleichen Zeit der landeskirchlichen Synode vor, was eine Kommission in den Jahren zuvor in Gesprächen mit Betroffenen erfahren hat. Der Titel ihres Vortrags, der auch im Internet steht: "Missbrauch in der Institution Nordkirche". Sie zeichnet das Bild einer Jugend­arbeit, die noch bis in die 80er Jahre als fortschrittlich galt: Flirts, Tätscheleien, selbst entworfene Gesprächstherapien, Oral- und Geschlechtsverkehr prägten das Geschehen in der kirchlichen ­Jugendgruppe, Durchkitzeln auf dem Schoß des Pastors, sexuelle Anspielungen. "Er fuhr den einen zum Musikunterricht und griff zu." Wer zum inneren Kreis der Gruppe gehörte, konnte durch die Hintertür ins Haus kommen und dort übernachten.

Zumeist traf es Jugendliche, die sich aktuell in einer Krise ­befanden. "Sie mochten ihn, waren vielleicht sogar verliebt. Fühlten sich mitverantwortlich, schuldig." Ein strenges Schweigegebot war den Jugendlichen auferlegt. Wer opponierte, wurde gemobbt.

Fehrs konstatiert "erschreckende Parallelen zur Odenwaldschule", einem reformpädagogischen Internat, in dem Lehrer Schüler sexuell missbraucht haben. Sie spricht vom Machtge­baren des Täters, vom steten Alkoholkonsum und von einer "letztlich unbekannten Anzahl" von betroffenen ­Jugendlichen in Jugend­gruppe und Schule.

Im Jahr 1999 wandte sich eine Frau an die Pröpstin des Kirchenkreises Hamburg-Ost, zu dem auch Ahrensburg gehört. Pröps­tin Heide Emse veranlasste rasch eine Versetzung, disziplinarische Ermittlungen unterblieben. K. musste das Pastorat räumen. Er sollte Schreibtischarbeit bekommen, so war es beabsichtigt. Dann arbeitete er jedoch als Seelsorger in der Jugendstrafanstalt in Schleswig. Als die Vorgesetzte von den Vorgängen in Ahrensburg erfuhr, veranlasste sie seine Versetzung in den Ruhestand. Noch bis 2003 unterrichtete Pastor K. am Gymnasium Stormarnschule Religion.

Öffentlich wurde der Fall Ahrensburg erst Anfang 2010. Die Zeitungen waren voll von Berichten über den Missbrauch an Schülern des katholischen Canisius-Kollegs der Jesuiten in ­Berlin. Durch die Berichterstattung auch an das eigene Leid erinnert, wollte eine betroffene Frau das lange Schweigen in Ahrensburg nicht länger hinnehmen und suchte Kontakt zu anderen aus ­ihrer ehemaligen Jugendgruppe. Sie fragte, ob sie einverstanden seien, in einem Brief mit genannt zu werden. Sie wandte sich an die damalige Hamburger Bischöfin Maria Jepsen und den nord­elbischen Bischof Gerhard Ulrich. Bischöfin Maria Jepsen leitete disziplinarische Vorermittlungen gegen den Pastor im Ruhestand ein. Im April 2010 fand eine erste Anhörung statt.

Der beschuldigte Pfarrer veröffentlichte ein Schuldbekenntnis in der Zeitung


Plötzlich überschlugen sich die Ereignisse: Im Juli 2010 be­richtete ein früherer Stiefsohn von K. im "Hamburger Abendblatt" vom Missbrauch in Jugendgruppe und Pfarrersfamilie. Im selben Monat gab die Kirche eine erste Pressemeldung dazu heraus. Während die Bischöfin im Juli in Ahrensburg eine Friedhofsfläche einweihte, schritten sechs Demonstranten durch die Versammlung. Auf ihren T-Shirts stand: "Vorwurf: Sexueller Missbrauch von Kindern. Es ist Verfolgungsverjährung eingetreten."

Protest gegen Missbrauch in der evangelischen Kirche, darauf war niemand gefasst. Kirchliche Beratungsstellen halfen anderen Missbrauchsopfern, nun aber stand ein Pastor – und mit ihm die Kirche – unter öffentlicher Anklage. Zwei Monate nach Bekanntwerden des Falles trat Bischöfin Maria Jepsen zurück. Im Dezember 2010 veröffentlichte der beschuldigte Pfarrer selbst in Lokal- und Kir­chenzeitung ein persönliches Schuldbekenntnis.

"Die ergriffenen Maßnahmen der Dienstaufsicht" hätten "weder der Tragweite des Falles noch den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Verwaltung entsprochen", hieß es im Mai 2011 in einer Presse­erklärung des nordelbischen Bischofs Gerhard Ulrich. Ein Disziplinarverfahren gegen die Pröpstin einzuleiten, lehnte die Kirchenleitung ab. Ein solches Verfahren dürfe gegen Ruhestandsbeamte nur geführt werden, wenn im Ergebnis die Entlassung wahrscheinlich sei.

Wer im Kieler Kirchenamt für den Fall zuständig war, ist kaum in Erfahrung zu bringen. Der Personal­dezernent sei damals in den Ruhestand gegangen, und "es konnte nicht rekonstruiert werden, wer im Personaldezernat telefonisch durch Pröpstin Emse informiert wurde", so die aktuelle Information von der Pressestelle der Nordkirche. Mündliche Absprachen seien nicht dokumentiert, Gesprächsabläufe unter den Beteilig­ten strittig oder würden nicht erinnert – mit dem Wort "Vertuschung" fasst die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs in ihrem Synodenbericht vom März dieses Jahres den Befund zusammen.

Der Fall erschüttert bis heute die Öffentlichkeit. Wer sich einmal hineinbegeben hat zwischen die Fronten, zwischen Missbrauchsopfer und Angehörige auf der einen und kirchliche Verwaltungsstellen auf der anderen Seite, dem fällt es schwer, sich diesen ­Emotionen ganz zu entziehen.

K. ist heute 76 Jahre alt. Auf Anfrage von chrismon schreibt er, sein in der evangelischen Kir­chen­zeitung, dem "Hamburger Abendblatt" und gegenüber einigen Betroffenen geäußertes Schuldbekenntnis werde "meist ignoriert, diffamiert, als ‚nicht glaubwürdig‘ angesehen". Vor Beginn des kirchlichen Disziplinargerichts hatte er selbst die Entlassung aus dem Pas­toren­dienst beantragt und damit "die höchstmögliche Strafe, die dieses Gericht verhängen kann". Seitdem werde ihm vorgeworfen, er habe sich "vor einer Verhandlung und einem Urteil gedrückt".

Der frühere Gemeindepfarrer K. schreibt, "dass mir bis heute unwiderrufen . . . die Teilnahme an kirchlichen Veranstaltungen meiner jetzigen Heimatgemeinde einschließlich des Gottesdienstes untersagt wurde". Soll eine christliche Gemeinde ihn aufnehmen, darf sie ihn ausschließen? Was, wenn Betroffene oder deren Angehörige ebenfalls Mitglieder der Gemeinde sind? Und wenn ja, müsste die Kirche dann K.s Aufnahme von einer Aussprache abhängig machen? K. lebt nicht mehr in Ahrensburg, aber in der Nähe. Er musste sich nie vor Gericht verant­worten, weil seine Taten, als sie bekannt wurden, verjährt waren – und weil sie verjährt sind, anonymisiert chrismon seinen Namen.

"Als Täter kommt es mir nicht zu, öffentlich die Perspektive des Evan­geliums einzuklagen", schreibt K. und übersendet das Referat eines Pfarrers mit dem Titel "Vergebung – Zumutung unseres Glaubens". Es geht um die Rechtfertigungslehre, nach der Gott dem reuigen Sünder gnädig ist. Und es geht in diesem Referat um ­den Umgang mit Straftätern, auch mit K. selbst.

Seelsorger dürfen das Anliegen von Opfern nicht überhören


K.s Schreiben endet so: "Es gilt, was ich in meinem Schuldbekenntnis gesagt habe: ‚Vergebung kann ich von den Betroffenen nicht erwarten. Ich lebe mit der Schuld. Ich hoffe auf den vergebenden Gott.‘ ER möge mir helfen, damit weiter zu leben und ihm auch ohne die Insignien eines kirchlichen Amtes weiter zu dienen."

Erster Montag im März 2014, 19 Uhr, vor der evangelischen Gemeinde "Kirchsaal Hagen" in Ahrensburg. Ein älteres Paar stellt eine Reihe von Lampen auf das Mäuerchen, das die Kirchengemeinde von der Straße trennt. Im Dunkeln wird eine achtköpfige Gruppe sichtbar. Sie erinnert an die Ereignisse in den 70er und 80er Jahren. Das Gespräch kommt auf den anderen Pfarrer aus der Gemeinde, Pfarrer H., der heute Ruhestandspastor ist.

Stephan Kohn war der älteste von K.s fünf Stiefsöhnen. Mitte der 80er Jahre hatte er Pfarrer H. aufgesucht und den Missbrauch an seinen Brüdern offengelegt. Nichts geschah. Auch in den ­Folgejahren kooperierten die Pfarrer H. und K., sie teilten die Konfirmanden unter sich in Gruppen auf: H. unterrichtete die Gymnasiasten, K. übernahm die anderen. Später bat Pfarrer H. öffentlich um Vergebung, den Hilferuf nicht weitergeleitet zu haben.

 Zuhören, respektiern! Bischöfin Kirsten Fehrs fordert mehr davon in der Kirche
Während die Kommission Licht in die Vorgänge in Ahrensburg zu bringen versuchte, meldeten sich zwei Frauen aus den damaligen Jugendgruppen. Sie sagten, der damalige Gemeindepfarrer H. habe zu ihnen, als sie 17 und 18 Jahre alt waren, sexuelle Beziehungen aufgenommen. Gegen den Ruhestandspastor läuft ein Disziplinarverfahren. Die Geschichte, wie Stephan Kohn den Pastor H. um Hilfe gebeten hatte, wird bei den Mahnwachen in Ahrensburg immer neu erzählt. Sie handelt von enttäuschtem Vertrauen, vom Verrat an den Schwachen. Manche wollen nicht akzeptieren, dass in den Kirchengemeinden von "der alten Geschichte" so wenig gesprochen wird und sich niemand von den Hauptamtlichen zu der Mahnwache stellt. Sie sagen, dass sich die Kirchenleute wohl untereinander über den Fortgang der Aufarbeitung austauschten, aber nicht mit ihnen. Sie vermissen Ansprache und Information, auch für sie als Angehörige und als Zeugen des Geschehens. "Ist auch eine Art Selbstherrlichkeit", sagt Gabi Herklotz, "sie denken, sie wären sowieso auf der richtigen Seite und müssten sich vor nichts und niemandem verantworten."

Bischöfin Kirsten Fehrs will den Fall nicht hinter amtlichen ­Floskeln verstecken und kleinhalten. Sie stellt ihn in eine ­Reihe mit den Missbrauchsfällen an der Odenwaldschule und dem ­Canisius-Kolleg und erklärt ihn zum wichtigsten Tagesordnungspunkt der Nordkirchen-Synode. Das Verhalten von Pfarrerinnen und Pfarrern in seelsorgerlichen Gesprächen soll auf den Prüfstand kommen. Seelsorger dürfen das Anliegen von Opfern nicht überhören.

Eindringlich appelliert Kirsten Fehrs, sich nach Gesprächen mit Betroffenen nicht automatisch auf die seelsorgerliche Schweigepflicht zu berufen: "Nicht jedes Gespräch ist eines, das der Schweigepflicht unterliegt." Vielmehr sollten Pfarrer auf die Opfer zugehen und klären, "ob man sich von der Schweigepflicht entbinden lassen kann". Auf der Synode ist das Interesse am Thema groß. Was kann ein Pfarrer, was eine Gemeinde tun, um sexu­ellen Missbrauch zu verhindern? Aufmerksam sein, ohne ängstlich ­jede kleine Geste gleich zu missdeuten – wie geht das? Man solle sich für den Schutz von Kindern und Jugendlichen sensibilisieren ­lassen, sagt ein Experte.

Wie soll eine Kirchengemeinde auf Grenzüberschreitungen reagieren, wenn zum Beispiel auf einer Freizeit Kinder unter der Dusche fotografiert werden? Soll man es unterbinden, wenn sich Teamleiter und Jugendliche regelmäßig mit einem Kuss auf den Mund verabschieden? Was ist zu tun, wenn jemand einen Mitarbeiter verdächtigt, dies aber nicht beweisen kann? Regeln für alles gebe es nicht, heißt es. Ein Kirchenvorsteher wünscht sich angesichts solcher Fragen eine "112-Nummer" zum Nachfragen.

"Wir ­stehen hier, damit Licht in die Sache reinkommt"


In ihrem Kommissionsbericht dankt die Bischöfin den "Betroffenen, dass sie überhaupt mit uns reden". Zwölf von ihnen haben sich an die Kommission gewandt, der sie selbst angehört. Diese Kommission steht für Gespräche zur Verfügung und bemisst individuell finanzielle Unterstützungsleistungen, zum Beispiel für Therapien. Eine zweite Kommission – bestehend aus unabhängigen Experten – untersucht bis zum Sommer die Vorfälle.

Bischöfin Fehrs betont, wie Gespräche von Seelsorgern und Missbrauchsopfern sein müssten: "nicht gönnerhaft", "nicht von oben herab", sondern "auf Augenhöhe". Aus den Äußerungen der Bischöfin lässt sich erahnen, was die Betroffenen aufgrund ihrer Erfahrungen an den Kirchenleuten zu kritisieren hatten. Es scheint, als hätten sie stets ein Machtgefälle zu spüren bekommen, als habe man sie stets wie Bedürftige behandelt, als hätten sich die Seelsorger stets als Wissende und Helfer geriert. Die Bischöfin forderte eine neue Haltung in ihrer Kirche: zuhören. Wünsche und Bedürfnisse ­respektieren. Niemandem eigene Ziele aufpfropfen.

Erster Montag im April 2014, Mahnwache. Zehn Menschen versammeln sich vor der Gemeinde "Kirchsaal Hagen". Margret Warkentin im roten Parka und heller Häkelmütze sagt: "Wir ­stehen hier, damit Licht in die Sache reinkommt. Wir hören nicht auf, bis wir Erfolg haben." Und: "Ein bisschen Erfolg hatten wir schon."

Auch Anselm Kohn, der jüngste von K.s früheren Stief­söhnen, ist mit dabei. Ihn beschäftigt der Umgang mit dem Schweigegebot in seelsorgerlichen Gesprächen. Anselm Kohn sagt, er wünschte sich, dass schon den Konfirmanden die Sache mit dem Seelsorgegeheimnis und die Möglichkeit, sich von ihm ent­binden zu lassen, beigebracht werden müsse. Jeder, der einen Pfarrer aufsuche, müsse wissen, was für eine Art von Gespräch dies sei. Anselm Kohn sagt auf Anfrage auch: Rachegedanken hätten ihn nicht beschäftigt. Er hege keinen Groll gegen seinen früheren Stiefvater. "Er hat nicht die Macht über mich."

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