Zuspitzung auf dem Maidan

dpa/Sergey Dolzhenko

Die Proteste in Kiew verschärfen sich. Die deutsche evangelische Gemeinde ist mittendrin, kümmert sich um Demonstranten und Polizisten gleichermaßen. Um weiter helfen zu können, braucht sie dringend Spenden.

In der Ukraine wurden am 16. Januar neue Gesetze durch das Parlament gepeitscht, mit denen die Demokratie ernsthaft gefährdet wird. Die Ukraine droht wie Belarus zu einer Diktatur zu werden. Daher ist mit weiter anhaltenden Protesten zu rechnen - und parallel ist ein gewaltsames Einschreiten seitens der Polizei jederzeit möglich und heute auch bereits passiert.

Was treibt die Menschen in der Kälte auf die Straße? Am Anfang der Proteste war es der Wunsch, doch zur EU gehören zu wollen. Man war empört über den Richtungswechsel der Regierenden. Doch nach dem ersten Gewalteinsatz der Regierung gegen die friedlich demonstrierenden jungen Leute, bei dem es viele, viele Verletzte gab, war ein Proteststurm losgegangen.

Seitdem geht es nicht mehr nur um eine nicht geleistete Unterschrift. Jetzt geht es um die Forderung nach Ablösung der Regierung und des Präsidenten, die jedes Vertrauen verloren haben. Nun wird protestiert gegen Korruption und für ein Leben in einem Rechtsstaat, in dem das Recht für alle gilt - und nicht nur für den, der das meiste Geld hat. Es geht darum, der Selbstbedienungsmentalität der politischen Riege einen Riegel vorzuschieben. Und um den Aufbau einer gerechten, demokratischen Gesellschaft, in der jeder die gleichen Chancen hat. Deshalb werden die Leute weiterhin auf dem Maidan stehen.

Umso wichtiger ist nun die Unterstützung der friedlichen Demonstranten auf dem Maidan. Die Kirche St. Katherina hat dazu ihre Türen geöffnet und beteiligt sich ausserdem im Gebetszelt direkt auf dem Maidan an der Verteilung von Tee, Kaffee, Essen und Medikamenten an Demonstranten und Polizisten.

Ralf Haska

Ralf Haska ist Pfarrer der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Gemeinde St. Katharina in Kiew

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