Impfen - ja oder nein?

Nur ein kleiner Pieks?

Foto: Gudrun Petersen/epd-bild/Joker

Impfen ja oder nein – darüber tobt ein Glaubenskrieg. Gute Ärzte können helfen

In deutschen Großstädten gibt es wieder mehr Fälle von Masern, zu Sommerbeginn ist ein 14 Jahre altes Kind an den Spätfolgen einer Infektion gestorben. Der liberale Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr denkt an eine Impfpflicht.  Hat er recht?

Eine erste Mehrfachimpfung wird für Babys zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat empfohlen; gegen Masern wird vom zwölften Lebensmonat an geimpft.  Doch wer Eltern von Babys und Kleinkindern auf das Thema anspricht, stößt auf Glaubenskriege. Wer für den kleinen Pieks ist, führt das soziale Argument an: Klar soll das eigene Kind nicht krank werden, es soll aber auch niemanden anstecken. Impfgegner kontern, Kinderkrankheiten gehörten zur Natur, die Pharmakonzerne wollten Kasse machen, Impfrisiken würden verschwiegen.

Wo sich zwei Lager so erbittert gegenüber stehen, sind Informationen besonders wichtig. Schon früh sollte man junge Eltern informieren, ihre Ängste und Zweifel ernst nehmen: Wie groß ist das Risiko eines Impfschadens? Welche Krankheiten, welche Leiden wurden durch Impstoffe schon besiegt?

Eine Impflicht macht misstrauisch

Auskunft geben können Kinderärzte, sie haben den direkten Draht zu Müttern und Vätern. Leider haben Eltern oft schon Mühe, überhaupt eine Praxis zu finden, die noch Patienten aufnimmt. Während der Routineuntersuchungen hecheln sie ihren Fragenkatalog ab. Wie soll da Vertrauen in die Impfungen entstehen?

Eine Impflicht würde das Misstrauen säen, dass Impfen ein fragwürdiges Glück sei, zu dem der Staat die Eltern zwingen müsse. Vertrauen ist besser – aber auch teurer. Wer mehr Kinderärzte will, muss Medizinern einen Anreiz bieten, sich um die Kleinsten zu kümmern. Und das geht übers Geld.

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Lesermeinungen

Impfen - ja oder nein?
Nur ein kleiner Pieks?
Wenn man über das was in
Impstoff kommt liest , muß man sich die Frage stellen ob Impfung so einwandfrei ist .

Denn genau diesen Eindruck habe ich, wenn ich nicht nur nach einem Termin für die nächste Impfung frage! Warum Röteln für Jungs und Mumps für Mädchen impfen? Warum gibt es keine Statistik darüber, wieviele Masernkranke geimpft waren oder nicht? Die reine Pro-Impfungspolitik erzeugt mehr Misstrauen für eine grundsätzlich gute Sache, oder?

Wir als (Raben-??)Eltern waren mit unserem Kleinkind bislang auf 4 Kontinenten. Ohne jegliche Impfung - weder Malaria, Poli, MMR etc. Und? Gar nichts hat es bekommen, wofürwir dem Herrn sehr dankbar sind!!

Ein großes Problem wurde gar nicht angesprochen: Warum werden Eltern von den Pharma-Firmen gezwungen, eine 6- oder gar 7-fach-Impfung vornehmen zu lassen? Wenn man sein Kind nur gegen Masern-Mumps oder nur gegen Polio-Diphterie-Tetanus impfen lassen möchte, ist das nicht mehr möglich. Entweder alles oder nichts. Das kanns doch nicht sein! Warum muss ich mein Kind gegen Windpocken oder Röteln impfen lassen, obwohl ich nur die früher übliche 3-fach-Impfung möchte?
Es kommt außerdem häufig vor, dass Eltern, die ihr Kind nicht impfen lassen wollen, von den Kinderärzten abgelehnt werden, es sei denn, man ist Privatpatient.