Vegetarier und Christen

Ist Vegetarismus Christenpflicht?
Die Titelgeschichte von chrismon (1/2013) hat eine Grundsatzdebatte übers Fleischessen angestoßen. Was ist dran an der Kritik?

 chrismon Redakteur Eduard Kopp

Dieser Reportage-Termin im Hamburger Schlachthof ist mir noch lange nachgegangen. In Begleitung eines Tierarztes und angetan mit einem seiner weißen Kittel ging ich durch die Schlachtstraße für Rinder. An einer schulterhohen Holzwand blieben wir stehen. Hinter ihr rückte eine Kuh nach der anderen näher. Nur die Stirn von ihnen war zu sehen. Diesseits der Wand stieg im Minutentakt ein kleiner Mann mit einem länglichen Metallrohr auf einen hölzernen Tritt und beugte sich kurz über die Sichtblende. Er setzte den Kühen sein Bolzenschussgerät zwischen die Hörner und ließ es knallen. Die Kühe fielen betäubt nach rechts durch eine Klappe, wurden sogleich an den Hinterbeinen aufgehängt. Dann bekamen sie die Halsschlagader aufgeschlitzt, um kopfüber auszubluten. Nach zwei, drei Minuten hatten sie ihr Leben ausgehaucht.  

Trotz dieser einprägsamen Erfahrung bin ich nicht zum Vegetarier geworden. Aber ich finde es seither noch wichtiger, dass Tiere auf professionelle Weise geschlachtet werden. Das heißt: Ohne ihnen unnötig Schmerzen zuzufügen. Ohne sie wie eine seelenlose Sache zu betrachten. Auch der Tierarzt im Hamburger Schlachthof war sich ganz sicher: „Natürlich haben Tiere eine Seele. Schauen Sie ihnen genau in die Augen. Dort können Sie ihre Angst vor dem nahen Tod sehen.“

Eine neue Grundsatzdebatte über Vegetarismus

Die Titelgeschichte von chrismon hat eine neue Grundsatzdebatte übers Fleischessen angestoßen. Ähnlich wie in der jüngsten Debatte über die religiöse Beschneidung von Jungen mischen sich in ernsthafte Sachargumente auch antijüdische, antimuslimische, überhaupt antireligiöse Vorurteile hinein. Oder wie ist es zu verstehen, wenn die berechtigte Kritik an der Massentierhaltung mit dem Holocaust verglichen wird, wenn zum Beispiel auf facebook eine „Veganarchistin“ neben Fotos von Zuchtbetrieben ein Foto vom Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau stellt? 

Wer auf Fleischkonsum verzichten möchte, soll dies tun. Wer etwas für die eine artgerechte Tierhaltung tun will, kann sich an entsprechende Betriebe wenden. Dort treffen sie auf Menschen, die respektvoll mit Tieren umgehen. Und das genau ist eine der Lehren, die sich aus der Bibel lesen lässt: der Respekt vor der Schöpfung. Die rücksichtslose Massentierhaltung ist – auch religiös betrachtet - ein Gräuel und widerspricht dem Schöpfungsplan Gottes. Der Konsum von Fleisch und Fisch ist in allen Religionen außer dem Buddhismus üblich und erlaubt, wenn auch nicht empfohlen.  

Tierschutz auch für Bettwanzen und Schaben?

Was in den Mastanlagen und Tierfabriken passiert, ist teilweise nicht zu rechtfertigen. Tiere sollten artgerecht aufwachsen, sich frei bewegen können, unter den freien Himmel treten können, im Boden wühlen, schnüffeln, grasen oder picken können und – wenn es so weit ist – schmerzfrei getötet und geschlachtet werden. Der auf dem Titel von chrismon gezeigte Schlachter ist ein Beispiel für diesen vernünftigen Umgang mit Tieren. Man sollte genau diese Art von Schlachter loben, die eben nicht in die industrielle Fleischproduktion und –verarbeitung eingebunden sind. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann die Konsumenten, die Billigfleisch kaufen und so erst die Massentierhaltung möglich machen. Nebenbei bemerkt: Bis jetzt hat sich noch kein Kommentar zum Tierschutz von Bettwanzen und Schaben eingefunden, gegen die in dieser Titelgeschichte ein Schädlingsbekämpfer antritt. Also bitte: Wenn schon dogmatischen Tierschutz, dann bitte auch für ein Bett voll Wanzen! Im übrigen: Thema der chrismon-Titelgeschichte waren die ungeliebten, unbeliebten Berufe, denen Menschen nachgehen, und das Thema, dass auch ihnen eine besondere Würde zukommt.

Die Missdeutungen der Bibel sind so alt wie die Bibel selbst. Es ist geradezu haarsträubend, aus ihr eine vegetarische Lebensweise ableiten zu wollen. Respekt für die Schöpfung: Ja! Aber man muss schon Scheuklappen aufhaben, will man folgendes übersehen: Schon im ersten Buch der Bibel, der Genesis, hören wir die entscheidenden Worte Gottes (also nicht eines kriminellen Wilderers o. ä.): „Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise“ (9,3). Oder auch im Neuen Testament, im Brief des Paulus an die Römer: „Der eine glaubt, er dürfe alles essen; wer aber schwach (im Glauben) ist, der isst kein Fleisch“ (14,2). Um noch ein Beispiel zu bringen: In der Apostelgeschichte erlebt Petrus eine Offenbarung. Er sah den Himmel aufgetan. Ein Leinentuch kam herab mit allerlei Tieren darauf. Und er hörte die Einladung: „Steh auf, Petrus, schlachte und iss!“ Und was wäre ein jüdisches Pessachfest ohne das gemeinsam verspeiste Lamm? 

Jesus war kein Vegetarier

Tiere sind keine beliebigen Sachwerte (was übrigens auch so im deutschen Strafrecht steht). Tiere sind wie die Menschen von Gott geschaffen und stehen ihnen dadurch besonders nahe. Aber die Menschen haben nach biblischem Verständnis Verfügungsgewalt über sie. Aber er soll sich den Tieren gegenüber verhalten wie ein Hirt gegenüber seiner Herde: fürsorglich, bewahrend. Die verbreitete Formel, der Mensch sei Krone der Schöpfung, steht aber so nicht in der Bibel – gleichwohl dient es oft als Killerargument gegenüber Fleischkonsumenten.

Manchen Vegetariern erscheint es als ausgemachte Sache, dass Jesus kein Fleisch aß. Sie sagen: Lediglich an einer Bibelstelle isst er Fisch, aber da ist er bereits auferstanden und will und muss belegen, dass er kein Geist ist. Hat Jesus beim Letzten Mahl eventuell einen Lammbraten gegessen? Da ziehen sich die Vegetarier auf die Argumentation zurück: Jesus sprach den Segen nur über Brot und Wein, und vielleicht war dieses Abschiedsmahl überhaupt kein jüdisches Pessachmahl, bei dem traditionell ein Lamm auf den Tisch kam. Richtig ist: Auch die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas erwähnen es mit keinem Wort. Hinweise wie diese führen zu der erstaunlichen Interpretation des Frankfurter Religionspädagogen, Diakons und Vegetarismus-Verfechters Guido Knörzer: „Es würde zum Erlöser der Welt nach jüdischer Denkvorstellung eigentlich nicht passen, dass er Gottes Schöpfung dadurch erlösen will, dass er sich an der Tötung von Lebewesen direkt oder indirekt beteiligt" (so in seinem Buch "Töten und Fressen?"). Dagegen lässt sich sagen: Es war gerade Jesus, der die Menschen von den jüdischen Speiseregeln und damit von der Pflicht zur koscheren Ernährung befreit hat: den Verzicht also auf Schweinefleisch zum Beispiel oder auf die Herrichtung von Fleisch und Milch in getrennten Gefäßen. Solche Anordnungen machen nur Sinn, wenn es beim Fleischkonsum bleibt.

Die Pfarrer und die deutsche Tierschutzbewegung

Evangelische Theologen, von Berufs wegen Fachleute für die Seele, spielten nachweislich eine zentrale Rolle in der Entstehung der deutschen Tierschutzbewegung. Doch selbst dem pietistischen Pfarrer Christian Adam Dann (1758 - 1837), Autor programmatischer Tierschutzschriften wie der „Bitte der armen Thiere", ging es um Tierrechte und Tierschutz, nicht aber um die Abschaffung des Rechts, Tiere zu schlachten. So ist Christen auch heute dringend zu empfehlen, sich über das Wie von Tierzucht und –haltung den Kopf zu zerbrechen und es nicht Tierschutz-Aktivisten zu überlassen, die zum Beispiel mit folgendem Satz in Facebook auftauchen: „Von 100 Hunden liebe ich 99. Von 100 Menschen einen.“

Was ist ein Respekt gegenüber den Tieren wert, wenn er mit Menschenverachtung einhergeht?

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Lesermeinungen

Von Menschen geschriebene Texte helfen mir persönlich nicht weiter, um die hier diskutierte Frage zu beantworten bzw. ich benötige keine Analyse einzelner Bibeltextstellen, um meinen Glauben an Jesus Botschaft von Liebe und Barmherzigkeit gegenüber allen Lebewesen bestätigt oder widerlegt zu bekommen. Entscheidend ist der Glaube, der auch ohne Beweise und Nachweise in sich klar und sicher ist.

Für mich persönlich ist klar, dass Jesus unmöglich nur gegenüber Menschen barmherzig ist, aber die Schmerzen und das Leid der Tiere ignoriert. Wer kann das ernsthaft glauben?

Es läßt sich aus der Bibel nicht belegen, dass Jesus Vegetarier gewesen sei. Aber als Tatsache zu behaupten, Jesus sei *kein* Vegetarier gewesen, ist genauso Unsinn!

Wo steht, dass Jesus sich positiv über den Konsum von Schweinefleisch geäußert habe? Wo steht, dass er Fleischkonsum positiv gegenüber stand, dass er ihn seinen Nachfolgern empfohlen habe oder gar selbst praktiziert?

Nirgends! Bleiben Sie sachlich und interpretieren Sie nichts in Texte hinein, was da nicht steht!

Man könnte sagen, es keift und kläfft, es bellt und wiehert, es gackert und kichert , wo der Leser kommentiert, und der Hohn spritzt wie Blut aus Zeilen und Ziffern hervor... Wie dumm das doch ist, wenn der Verantwortungslose dem anderen seine Verantwortungslosigkeit vor die Füße k...tzt, allein nur um sein Feindbild zu polieren, nicht um der Sache willen, sondern um den Unbeliebten zu triggern ! Ah, wie lob ich mir den Christen, den geliebten Prügelknaben . Die Kommentare sind von einer solch haarsträubenden Hetze getrieben, dass ich kaum begreife, was vor sich geht. Um die Flut einzudämmen, ist es wichtig , klug zu handeln. Jesus gelang es die Massen zu nähren, chrismon allein kann es nicht , deshalb mein Vorschlag, die Spreu vom Weizen zu trennen, und an die Leser gewandt, bitte doch, statt dauernd jeder einzeln den Knüppel auf den armen, irregeleiteten Zeitungsredakteur zu schwingen, hier Gnade vor Recht walten zu lassen und zuallererst die bestehenden Kommentare zusätzlich zu lesen, um zu entscheiden, ob der eigene Kommentar denn auch noch von Nöten ist, und ob er etwas zusätzlich konstruktives zum Thema einbringen kann oder nicht. Ansonsten wirkt das Spektakel in der Tat so dumm, und wiehernd, blosses Hufgetrappel auf dem Hof, Tiere in Angst, möglicherweise in Not ! Aber von Menschen solche Stimmen zu hören finde ich seltsam doof, Bodentierhaltung , immer noch recht ungesund, Freilandhaltung ist mein Ideal. Da schmecken die Eier noch wie frisch vom Hof, oder von eigenen Hühnern ! In diese Richtung sollten wir uns wenden, wird überall empfohlen, bewusst zu leben , zu suchen, der Verbraucher entscheidet über das Angebot der Zukunft . -----------Der Kannibalismus ist glücklicherweise fast ausgerottet, doch das scheinen einige völlig ausgeblendet zu haben, und siedeln den Menschen schon in die Nähe des Heiligen, und Gottähnlichen ...aber es ist erfreulich, dass die Empfindlichkeit des Herdenmenschen doch erheblich gestiegen ist, denn wie sonst wäre es möglich, dass das Thema Fleischverzehr oder vegan / vegetarisch die Gemüter so erhitzt, dass manche bar jeglicher Vernunft argumentieren ??? Ich meine, dass hier vor allem Aggressionsverschiebungen statt finden. Es könnte nicht schaden, sich diesem Thema auf dem Gebiet der "artgerechten" Ernährung zu widmen, um hier nicht ausschliesslich die Bibel zu bemühen. Zu Zeiten als die Bibel geschrieben wurde, gab es doch noch die Massentierhaltung in der kritisierten Form gar nicht. Oder ? Ich meine , dass wir sehr verunsichert sind , was unsere Lebensweise angeht, und weil in der Vergangenheit andere Themen aktuell waren, mögen sich auch Schuldgefühle breitgemacht haben, und zur Ohnmacht , Verärgerung und Ängsten geführt haben, denn diese Welt ist das Produkt der Menschen, die in ihr leben. Doch es ist wie immer, nur mit Besonnenheit kann sich die Situation zum guten ändern. Der Vorschlag des Herrn Zeitungsredakteurs, man möge sich doch über das "Wie von Tierzucht und -Haltung den Kopf zerbrechen " ist daher sehr begrüßenswert, und politisch von Bedeutung ! ----------Vielleicht sollte man sich auch als Christ näher mit dem Anliegen der Tierschutz Aktivisten befassen, statt sie mit dem Argument der Menschenverachtung, abzuweisen ?!!! Schliesslich gibt es ein ähnliches gemeinsames Anliegen und die Herausforderung, zunächst einmal Toleranz in Punkten der Nichtübereinstimmung, zu üben, könnte zu neuen bereichernden Einsichten führen.

Wenn ein überzeugter Atheist sagt: Fleisch essen ist in Ordnung, da die Welt in der wir leben ja nun mal keine "gute" Welt ist, sondern eine "schechte" (in der das Recht des Stärkeren gilt...) dann ist das ja nachvollziehbar. Aber wenn ein Christ das sagt ...

Es ist doch irgendwie kurios, wie sich (erstaunlicher Weise nicht wenige?) Christen bzw. "Gott-Gläubige" zum Thema "Tiere essen" positionieren. Mal davon abgesehen, dass man mit der Bibel beinahe alles rechtfertigen kann, wenn man sich die entsprechenden Zitate zurechtlegt - es gibt wohl kaum ein widersprüchlicheres Buch als die Bibel, insofern man diese im Ganzen nimmt. Aber zu behaupten "Gott habe nichts dagegen, wenn Tiere gegessen werden oder würde das sogar wollen!" grenzt - mit Verlaub - an Dummheit. Wenn Gott tatsächlich wollte, dass wir Fleisch essen, dann hätte er die Tiere, die wir essen (sollen/dürfen...), wohl kaum mit Gefühlen, mit Leidensfähigkeit, mit Empfindungen, die den unsrigen um nichts nachstehen oder mindestens sehr nahe sind, ausgestattet. Was für ein Gott sollte das denn sein, der leidenfähige Geschöpfe erschafft, um sie dann der Gier des Menschen auszuliefern? Allein diese einfache Überlegung zeigt bereits die offenkundige Falschheit dieser unglaublichen und angeblich "christlichen" Doppelmoral. Wie kann Doppelmoral überhaupt christlich sein? Wo hat Jesus derartiges gelehrt?

Lieber Martin Laro,

da haben Sie aber ganz schön viel raus gelesen aus meinem Kommentar. Das war mir gar nicht bewusst, dass ich zwiespältig und pseudoargumentativ bin. Auch der Hinweis auf meine Schwäche(n) oder die Verurteilung von anderen aufgrund meines eigenen Fehlverhaltens war mir nicht bewusst. Aber gut, wenn Sie das alles raus gelesen haben, dann scheinen Sie doch über eine ungeheure emphatische Fähigkeit zu verfügen, da muss ich jetzt schon aufpassen was ich schreibe ;-)

Deshalb nur ganz kurz: "Ich esse tierisches Fleisch." Bitte verurteilen Sie mich nochmal, dass ist so spannend :-) was Sie alles daraus ersehen könnten.

Beste Grüße,

Christian

Physalis schrieb am 9. Januar 2013 um 22:29: "Auf jedem Kirchenfest nur Bio-Würste und immer auch eine schmackhafte vegane Alternative." Das wichtigste und verbreitetste Kirchenfest ist immer noch der Abendmahlsgottesdienst bzw. die Feier des Heiligen Messopfers. Hochwürden bzw. Frau Pfarrerin sollten also den zum Tisch des Herren Strömenden nicht nur die Einsetzungsworte präsentieren, sondern auch die Fragen stellen: Welches Transsubstantiationsobjekterl hätten S' denn gern? Ein Bio-Würstchen oder eine traditionelle vegane Oblate? Vielleicht lässt sich so, zumindest vorübergehend, das Interesse am kirchlichen Fest in die Höhe schrauben. _______________________ Jüngere Leser im Forum, die mit der vorgeschlagenen Formulierung nichts anfangen können, werden über Google "Robert Lembke Heiteres Beruferaten" nähere Hinweise erhalten.

@Christian:

Pflanzen fehlt u.a. das zentrale Nervensystem sowie ein Gehirn, weswegen sie nicht zu Empfindungen wie Angst und Schmerz fähig sind. Sie zu essen sieht die Bibel explizit vor und erlaubt es- während es dort und in anderen maßgeblichen Schriften des christlichen Glaubens genug Passagen gibt, bei denen das in Hinblick auf das Fleisch anders ist.
Des Weiteren kostet es vergleichsweise weit mehr Pflanzen, daraus Tier"produkte" zu "erzeugen", als sie selbst zu essen.

Tiere des Weiteren so hoch zu stellen, sein eigenes Verhalten mit dem ihren rechtfertigen zu wollen, sie andererseits gleichzeitig so niedrig zu stellen, dass man sie einfach essen kann, ist zudem ein wenig zwiespältig. Außerdem fehlen ihnen die Alternativen und das gleiche Reflexionsvermögen (etwa über globale Folgen des Tuns), die wir jedoch haben.
Zusätzlich machen sie doch noch viele andere Dinge, die genauso nachzumachen man sich komischerweise dann aber nicht berufen fühlt!?

Gerade Veganer versuchen zudem so wenig Leid wie möglich zu erzeugen, nicht nur im Bereich der Ernährung darauf zu achten.
Zu sagen, man kann eh nie perfekt sein und brauch daher nicht mal versuchen, es so gut wie möglich zu machen, ist schwach.
Vor allem, wenn man selbst jammern sollte, wenn man einmal Opfer einer negativen Begebenheit, Verhaltensweise, Entwicklung etc. wird, die man zuvor mit seinem (entsprechenden) Verhalten mitverursacht hat, etwa mit einem rücksichtslosen Mitmenschen aneinandergerät, unter diesem und seinem Tun leidet, sonst jedoch selbst ähnlich agiert (hat).

Ansonsten: viele Dinge des täglichen Lebens haben objektiv einen praktischen Nutzen sowie keine sinnvollen, guten, gleichwertigen Alternativen. Bei Fleisch ist das anders.

Dass der Tod uns irgendwann alle holt und es in der Natur heißt "töten und getötet werden" ist ebenfalls ein schwaches Pseudoargument.
Uns holt- normalerweise- der Tod auf natürliche Weise, wenn unser biologisches Ende erreicht ist, ohne, dass wir zum Essen von Menschen würden. Bei "Nutztieren" ist das jedoch anders und passiert dies viel früher sowie durch gezielte Tötung.
Konsequenterweise könnte und müßte man- wenn die Tatsache, dass jedes Leben mal stirbt ein Grund für gezielte, frühzeitige Tötung sein darf bzw. soll- das vermeintliche Recht auf letztere dann eigentlich auch im zwischenmenschlichen Miteinander zulassen!?

Abschließend: das Risiko für die Gesundheit ist bei Ernährung mit Tier"produkten" grundsätzlich viel höher.

Christian schrieb am 9. Januar 2013 um 21:50: "Trotzdem gehört der Tod zu unser aller Leben dazu." Also mein eigener Tod gehört nicht zu meinem eigenen Leben. Er bezeichnet im Gegenteil das Ende meines Lebens. Der Tod des von mir verspeisten Salatkopfes hingegen kann durchaus als Teil meines Wirkens betrachtet werden. _______________________ Zitat: "uns mit dem weltlichen Tod zu versöhnen" Welche unweltlichen Tode gibt es denn noch zu beachten? Mutmaßlich der Tod, den Christus angeblich überwunden hat. Was ist das bitte? Was hat der Salatkopf davon, was habe ich davon? Eingefleischte Vegetarier, die auf Grund einer Moral oder eines Glaubens alle Welt missionieren wollen, nur tote Pflanzen und Pflanzenteile zu verspeisen, werden durch die Verdoppelung des Todesbegriffes in einen weltlichen und einen geistlichen in ihrem Missionierungswillen nicht gebremst werden. Die Auferstehung des Salatkopfes ist übrigens theologisch noch immer nicht sauber geklärt.

Es stimmt, wir lagern das Töten aus. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass es ein ethisches Problem gibt. Es kann aber auch damit zu tun haben, dass das Schlachten eine anspruchsvolle, ja verantwortungsvolleTätigkeit ist. Bekanntlich ist es auch nur Leuten, die damit beruflich zu tun haben, erlaubt, Wirbeltiere zu töten (§ 4 Tierschutzgesetz). Nebenbei bemerkt: Wir lagern auch viele andere bäuerliche Tätigkeiten aus: das Pflügen, Säen und Ernten, das Mosten, das Veredeln von Obstbäumen, das Düngen der Felder, das künstliche Befruchten von Rindern, die Hilfe beim Kalben, das Melken - eigentlich fast alles, was auf Bauernhöfen so stattfindet. Warum sollten wir Konsumenten uns dann ausgerechnet beim Schlachten einmischen? So ist das nun einmal in einer arbeitsteiligen Gesellschaft.

Die Kirche ignoriert die Themen "Tierschutz, Tierrecht und Vegetarismus" in den meisten Fällen einfach. Mein Wunsch als Vegetarierin für einen ersten Schritt ist: Auf jedem Kirchenfest nur Bio-Würste und immer auch eine schmackhafte vegane Alternative.

Selbst diese Mini-Mini-Minimal-Version von Tierschutz ist bisher nicht annähernd umsetzbar. Wenn wir Bio und Artgerecht wollen, wird es aber nicht mehr auf jeder Feier billig-Leichenteile geben - tja, da müsste man sich ja doch mit der vegetarischen Speisen anfreunden. Herr Kopp, hier sehe ich Handlungsbedarf! Jede Mahlzeit zählt und Donnerstag ist Veggie-Tag - warum taucht das nie in den Predigten auf?

Für mich ist daher die einzige Möglichkeit, das Thema konsequent zu benennen, konsequent vegetarisch zu leben.

Ich will nicht verantwortlich sein für die Existenz von Schlachtstraßen. Wer Fleisch essen will, sollte aber Schlachthöfe besuchen und vielleicht auch selber mal den Bolzen setzten. Wir lagern das Grauen aus. Töten im Akkord kann kein menschenwürdiger Beruf sein.

Ich vermute mal, dass keine/r der KommentatorInnen es gut findet, wenn Leben beendet wird. Trotzdem gehört der Tod zu unser aller Leben dazu. Egal ob Tier, Pflanze oder Mensch. Vor ca. 25 Jahren gab es eine große Sorge um den deutschen Wald. Das Waldsterben war ein Schlagwort, niemand der sich Sorgen machte wollte aber auf sein Vesperbrett und den offenen Kamin verzichten. Galt das doch damals als politisch korrekt. Keiner der Veganer trauert den toten Salatköpfen nach. Doch auch sie gehören zu Gottes Schöpfung. Aktuell wird hier um das Thema "Vegetarisches Essen" auf christlicher Basis gefochten. Viele werden Uhren mit Lederarmbändern haben oder sogar Schuhe tragen die teils aus Leder gefertigt sind. Also tote Tierhaut um den Körper gewickelt tragen. Manche tragen Baumwollhosen oder sogar T-Shirts aus dem gleichen Stoff. Alles hat mit dem Tod von Pflanzen und Tieren zu tun, den selbst die Baumwollpflanze wird gerodet werden. Schämt euch. Am schlimmsten sind die Tiere selbst, sie essen Gras oder sogar noch schlimmer andere Tiere oder ab und zu sogar Menschen. Zumindest im Eichenholzsarg wenn die Würmer sich durchs Holz gefressen haben und an das von Bakterien zersetzte Fleisch kommen. Der Tod wird uns alle heimholen. Ich selbst war sechs Jahre lang Vegetarier, habe sehr auf meine Ernährung geachtet. Ich bin davon krank geworden, konnte die letzten zwei Jahre des vegetarischen Lebens nur mit Tabletten überbrücken. Erst als ich anfing wieder Fleisch zu essen wurde ich gesund. Ich konnte alle Tabletten in den Müll werfen. Mein Schwiegeropa, der Landwirt war, meinte dazu nur: "Ja, der Tod gehört zum Leben, auch beim essen." Für ihn war es ganz normal dass für das Leben die einen sterben und die anderen sie essen. Es kam ihm nie in den Sinn das anzuzweifeln, schließlich ist es die Natur, die Schöpfung selbst, die so funktioniert. Das heißt nicht, dass er Massentierhaltung befürwortete. Nein, für ihn gab es den natürlichen Ablauf der Natur und dieser ist für uns moderne Menschen vielleicht nicht mehr präsent. Natürlich heißt nicht nur ohne Atomstrom zu leben sondern auch, uns mit dem weltlichen Tod zu versöhnen, er wird kommen, ob wir es gut finden oder nicht.

@Caro Line:

Es ist in meinen Augen nicht weniger unheimlich, wenn ein Beobachter einer Tiertötung, die unter seinen Augen bzw. für diese gemäß bestehender Vorgaben durchgeführt worden ist, sich auf Grundlage der Eindrücke von seinem kurzen Aufenthalt im Schlachthaus dann das Recht herausnimmt, die Gesamtthematik in ihrer Gänze dermaßen einseitig-selektiv sowie mit z.T. eigentlich bereits widerlegten Ansichten und Aussagen zu beleuchten, wie Herr Kopp es in/mit seinem Artikel in meinen Augen getan hat!?
So bleiben bspw. Passagen aus der Bibel und Schriften der kirchlichen Glaubenslehre, welche den Fleischkonsum ganz klar kritisch sehen oder sogar verbieten, ebenso (bewußt?) außen vor wie dessen negative Folgen für Gottes Schöpfung- für Menschen, Tiere und Umwelt, denen es durch eine vegane Ernährung in mehrfacher Hinsicht deutlich besser ginge!?
Von der Tatsache mal ganz abgesehen, dass man- wie bereits gesagt- vom bloßen Ansehen von Etwas oft noch lange nicht weiß und einschätzen kann, wie es ist, davon direkt und selbst betroffen zu sein- erst recht nicht, wenn es um "Nutztiere", deren "Leben" und Sterben geht.
Und wie im ersten Kommentar schon erwähnt: Vergleiche zwischen dem Holocaust sowie dem Umgang mit den Tieren stammen tatsächlich von Überlebenden der Konzentrationslager. So wie für letztere viele "Anregungen" aus den Tier-Schlachthöfen jener Zeit kamen.
Insofern kann man es meiner Ansicht nach eher als Respekt vor den ehemaligen KZ-Häftlingen sehen, wenn man ihre Gedanken wiederholt und nicht als Unsinn o.Ä. abtut, wie es eben gerade in Opposition zum Veganismus gerne einmal getan wird!?

.... alle Menschen Veganer wären? Nachdem sehr kontroversen Diskurs um das Chrismon-Titelblatt, stelle ich mir diese Frage i.S. Kants kategorischem Imperativ.

Es wird mir immer unheimlich zumute, wenn man bei einem - egal welchem - Thema einen Holocaustvergleich zieht. Wenn Holocaustüberlebende das selbst tun, um ihr unsagbares Leid in Worte zu fassen, dann ist das etwas völlig anderes. Aber deren traumatische Erfahrungen zu instrumentalisieren für den Kampf gegen den Fleischkonsum oder für Veganismus, ist schlicht inakzeptabel und geschmacklos.

Soeben habe ich mir in der chrismon-Redaktion die Galerie der Titelseiten angeschaut: Gras und anderes Grünzeug zeigen wir in der einen oder anderen Form jedes Jahr mindestens drei Mal. Wenn es zu den Titelgeschichten passt, zeigen wir gern Gras.

Ein Artikel der sehr wütend macht. Mal angenommen, Gott hätte tatsächlich das Fleischessen erlaubt. Dann galt das vor tausenden von Jahren. Dann galt das zu Zeiten, in denen Hunger herrschte, in welchen, in denen es keinen globalen Handel gab, man nur essen konnte, was lokal angebaut wurde. Es gab Winter zu überbrücken und Dürren zu überstehen.... Zudem musste man hart arbeiten. Vielleicht war damals keine ausreichende und schon gar nicht ausgewogene Ernährung möglich. Heute ist es uns eine Leichtigkeit, Gemüse, Obst, Gewürze aus aller Welt im Laden um die Ecke zu günstigen Preisen zu erstehen. Wir können ohne Fleisch uns gesund, ausgewogen und lecker ernähren. Warum sollte Gott es gutheißen, das für ein völlig überflüssiges "Geschmackserlebnis" seine Geschöpfe leiden müssen und getötet werden? Sie schreiben richtig "[...] Tiere sollten artgerecht aufwachsen, sich frei bewegen können, unter den freien Himmel treten können, im Boden wühlen, schnüffeln, grasen oder picken können und [...]" ja, genau! genau das sollen sie! So würde es Gott bestimmt wollen. Glauben Sie, dass 10 Milliarden Menschen sich von Fleisch ernähren können und den Tieren dabei immer noch diese Möglichkeiten gelassen werden? Kaum ein Mensch hat doch heute mehr Haus und Garten auf welchen er sich eine eigene Kuh stellen könnte. Nein, die Menschen leben in Mietwohnungen in der Stadt und die Tiere wurden in die Mastanlagen in den Industriegebieten abgeschoben, dort wo man sie nicht sehen muss. In so einem System KANN es keine "artgerechte" Tierhaltung geben und schon gar nicht für ALLE Menschen. Man könnte vielleicht eine kleine Auswahl an Menschen aus "artgerechter" Tierhaltung versorgen, niemals alle. Zudem kommt, das man ein Tier nicht totkuscheln kann. Angst wird es immer haben, Schmerz wird es spüren, schon weil es sich wehrt. Und wofür? Weil jemand lieber Schnitzel statt Nudeln essen möchte. Kann Gott so großes Leid für so überflüssigen "Nutzen" als gerechtfertigt betrachten? Falls ja, wäre er dann noch ein guter Gott? Dürfte man sojemanden dann noch anbeten als guter Mensch?

Also ist es so zu verstehen:
Tiere haben wie wir alle eine Seele.
Sie fühlen, haben Angst, empfinden Trauer und leiden.
Genau wie wir Menschen sind sie Teil der Schöpfung.
Ich wiederhole: mit einer einzigartigen "kostbaren" individuellen Seele...

aha....

und trotzdem ist es auch vor Gott und vor Jesus
in Ordnung, wenn ich diese esse?
Nein tut mir leid.
Also vor Jesus, BESONDERS vor Jesus,
glaube ich nicht, dass das Töten von Tieren zur alleinigen und puren Gaumenbefriedigung und zum Stillen der GaumenTRIEBE gut ist,
geschweigeden in Ordnung.
Triebe wende ich hier an, da viele Christen auf Geschlechtsverkehr vor der Ehe verzichten können. Dem Trieb kann und muss wiederstanden werden...
aber dem Trieb Fleisch zu essen, einem Genusstrieb, der nicht nur sich selber schaden könnte, wie beim Geschlechtsverkehr mit vielen Partnern,
sondern einem Trieb, der definitiv auch Andere Menschen, Tieren und der Umwelt schadet. Man sollte sich mal Gedanken machen!!!
Man nimmt sehr vielen Hungernden ihr Getreide und überlässt sie dem Tod.
Man schadet der Umwelt, steigert mehr als jedes Fahrzeug, dass je über den Planenten gefahren ist, den CO2 Ausstoß und Regenwälder werden deshalb abgeholzt....
und da soll Jesus von uns Menschen nicht enttäuscht sein???
Wenn man unbewusst eine Sünde begeht, ist es schlimm,
aber nicht so schlimm, wie wenn man diese mit vollen geistigem
Bewusstsein eingeht!!! Denkt mal darüber nach!!!
Warum ist Fleischessen so wichtig?
Es ist nur Genuss! Für mich der pure Egoismus!
Und Christen sollten dies doch am wenigsten sein.

"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!"
Ich sage nicht, dass das Schwein, dass du isst, oder die Kuh auf deinem Teller, dein Nächster ist...aber der Mensch den du dafür hungern
lässt, nur um ein gutes Essen zu bekommen, das ist dein Nächster!
Das Getreide dass benutz wird um ein Steak zu bekommen,
könnte eine Vollwertige Getreidemahlzeit von ca. 30 Menschen sein.

Egoismus. Nur um seinen eigenen Genuss, seinen Trieb stillen
zu können, im Angesicht Gottes, hungern und sterben viele
andere Menschen!!!

Ich finde viele Christen machen es sich da zu einfach!
Sachen aus der Bibel herauszupicken...
obwohl die Aussagen über Fleisch essen oder nicht FLeisch essen
wohlbemerkt gespaltene Ansichten von sich geben.
Aber ich würde auch lieber ein Buch um eine Antwort bitten,
als meinen eigenen Verstand, mein Mitgefühl und mein Herz
benutzen zu müssen!

Liebe Grüße
Lilly

Wunderbar geschrieben Herr Kopp...ich musste schmunzeln beim Schutz für Bettwanzen und Co und dass dies die Vegetarier überhaupt nicht interessiert. Und ja, die Missdeuten der Bibel sind tatsächlich so alt wie das Buch selbst. Herzlichen Dank, dass Sie viele Bibelstellen zum Fleischverzehr aufgezeigt haben und dass Jesus kein Vegetarier oder Veganer war. Und für diesen Satz danke ich Ihnen ganz besonders: "So ist Christen auch heute dringend zu empfehlen, sich über das Wie von Tierzucht und –haltung den Kopf zu zerbrechen und es nicht Tierschutz-Aktivisten zu überlassen, die zum Beispiel mit folgendem Satz in Facebook auftauchen: „Von 100 Hunden liebe ich 99. Von 100 Menschen einen.“

Was ist ein Respekt gegenüber den Tieren wert, wenn er mit Menschenverachtung einhergeht?
. Ich bin Christ und esse Fleisch und bin deshalb kein schlechter Mensch und ich liebe Tiere.....Schön, dass es solche Menschen wie Sie gibt, die in wenigen Worten ein Statement zum Besten geben, mit dem man sieht, was die Wirklichkeit sagt....und ich sage DANKE! für all die Menschen, die Klo putzen, Müll fahren, Scheiße wegputzen müssen und auch schlachten müssen, damit es uns gut geht.....Viele Grüße Stefanie Bernecker

"Wenn es um Tiere geht, wird jeder zum Nazi.... Für Tiere ist jeden Tag Treblinka"
~ Issac Bashevis Singer (jüdischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger)

Mach ihn dieses Zitat zu einem "antijüdischen, antireligiösen" Juden?

Selbst lebe ich inzwischen vegetarisch, nicht vegan, weil mir Fleisch nicht mehr schmeckt. Aber soll man aus Prinzip ganz auf Fleisch verzichten? Ich glaube, nein. Nur die Umstände, unter denen heute Tiere gemästet und geschlachtet werden, sind einfach grauenhaft. Die Gesetze reichen teilweise nicht aus, die Rechtsprechung ist ungerecht, und bestehende Gesetze werden nicht eingehalten. Das könnte, da hat der zweite Kommentator recht, die Kirche, die Kirchen lauter und deutlicher sagen. Es scheint mir nicht gut möglich, Landwirtschaft ohne Tiere zu betreiben. Aber dann muss man sie auch, möglichst auf dem Hof oder hofnah schlachten. Und im Übrigen sind für mich die großen Herden, z.B. von Milchkühen, inzwischen auch enthornt, die übergroßen Geflügelställe in der sogenannten Bio-Landwirtschaft durchaus fragwürdig.

Ich bitte höflichst, auf dem Chrismon-Titel künftig keine toten Tierkörper mehr, sondern Gras abzubilden. In das können wir wenigstens alle, Vegetarier wie Fleischesser, beißen.

Sehr geehrter Herr Kopp,

Mitgefühl? Achtung vor der Schöpfung? Erbarmen? Barmherzigkeit? Liebe? Sind diese "christlichen" Eigenschaften denn nur den Menschen vorbehalten und nicht den Tieren und wird ihnen deshalb das Recht auf Leben verweigert? Und weil ihnen keine unsterbliche Seele zugesprochen wird (Thomas von Aquin), sind sie vom fünften Gebot: "Du sollst nicht töten" ausgeschlossen?
Und wie kann man in der heutigen Zeit die Zusammenhänge zwischen Fleischkonsum und Welthunger nicht sehen, wenn doch schon überall darüber geschrieben wird? Wie kann man nicht begreifen, dass das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten durch die Massentierhaltung und die Überfischung der Meere zu kippen droht?
Es ist Zeit für einen Wandel, DRINGEND!
http://www.change.org/de/Petitionen/katholische-kirche-papst-benedikt-xv...

MfG
Daniela Böhm

Sehr schön geschrieben, aus unterschiedlichen Quellen (also der Bibel) zusammengetragen. Ob die Übersetzungen nun rechtens sind, dass brauchen wir überhaupt nicht hinterfragen. Jeder legt das große Buch nach seiner Übersetzung aus und so etwas muss man auch jedem zugestehen.
Der Vegetarismus und in der Konsequenz der Veganismus, also die innere Einstellung Vegan zu leben, sind wie im Bericht schon erwähnt, jedem seine eigene Sache.
Ich möchte hier hinterfragen, wo bleibt die genannte Menschlichkeit. Die Menschlichkeit gegenüber der Bevölkerung der Erde. Die Menschlichkeit gegenüber Gottes Schöpfung, der Menschen auf diesem Planeten?
Werden die ausgeklammert, die auf anderen Kontinenten leben, in anderen Glaubensgemeinschaften leben? Was ist mit den Menschen der sogenannten Dritten Welt? Haben wir nach dem Gesetz der Bibel überhaupt das Recht, genau diesen Geschöpfen Gottes, die Lebensgrundlagen zu nehmen, sodass sie sich nicht mehr selbst ernähren können, weil wir genau diesen Menschen die Anbauflächen entziehen um Nahrung für die Masttiere in unseren sogenannten westlichen Ländern zu haben.
Wenn die Kirche die Bibel als Grundlage ihres Gesetzes nimmt, dann hat die Kirche auch dafür Sorge zu tragen die Menschlichkeit walten zu lassen. Menschlichkeit würde zu weit mehr Tierschutz führen, weil wir dann nicht mehr Tiere zum Verzehr züchten würden und somit auch keine Anbauflächen der Weltbevölkerung entziehen würden.
Die Übersetzung und die Auslegung der Bibel ist das eine, das Verstehen der Bibel bedarf keiner Auslegung, denn die Gebote Gottes sagen es uns schon ganz deutlich. "Du sollst nicht morden." Ein Tier zu Töten ist Mord. Wir sind alle ein Teil dieser Schöpfung Mensch und Tier.
Lasset uns einhalten, lasset uns die Menschen des ganzen Erdballs achten, drum lasset uns Vegan Ernähren. Lasset uns gemeinsam den Weg der Bibel gehen.

Sehr geehrter Herr Kopp, Ihr beharrliches Festhalten an eigentlich bereits in der Diskussion auf Facebook widerlegten Aspekten Ihrer "Argumentation" sowie die bei Ihnen in diesem Zusammenhang- bewusst oder nicht?!- offenbar vorhandenen "blinden Flecken" werfen wirklich kein gutes Licht auf Sie.

Sie waren also in einem Schlachthof, wo für Sie als "Ehrengast", dessen Besuch zuvor angekündigt gewesen ist, die Tötung von Tieren gemäß den gesetzlichen Vorgaben vor- bzw. aufgeführt worden ist.

Haben Sie dabei aber auch die Empfindungen und alle Aspekte der negativen Behandlung der armen Tiere am eigenen Leib gespürt wie sie? Haben Sie sich vielleicht ebenfalls mal bei vollem Bewußtsein in ein Brühbad eintunken lassen? Haben Sie zuvor die gleiche lange Zeit in Ihren eigenen Exkrementen, in dunklen Ställen mit hartem Boden vor sich hinvegetiert? Waren Sie ansonsten zumindest bei einem der schlimmen Tiertransporte- selbstverständlich auf der Ladefläche, eingepfercht und schlecht versorgt, bei oft widrigen Temperaturen- dabei?

Oder sind sie einfach nur einer dieser Menschen, die meinen, sich aus der Beobachtung von etwas ein Urteil darüber erlauben zu können, wie es ist, direkt daran beteiligt und davon betroffen zu sein?
Mal ganz davon abgesehen: wenn Sie sich zum Beispiel für einen Besuch in einem Gefängnis in einem autoritären Staat ankündigten, würden Sie wahrscheinlich ebenfalls Zeuge quasi "paradiesischer Zustände"!?

Wenn die professionelle Ausführung eines Akts der Tötung diesen als solchen in seiner negativen Qualität relativiert, wie Sie es andeuten, warum das dann nicht auch in anderen Bereichen als neuen Maßstab einführen?

Und was hilft das alles den unermeßlich vielen anderen Tieren, denen dieses "Glück"- auch hier in Deutschland- nachweislich(!) (http://www.focus.de/panorama/welt/hohe-fehlerquote-wegen-akkordarbeit-je...) nicht zuteil wird?
Und woher wissen Sie, dass Sie nicht die Reste eines solchen Tieres auf Ihrem Teller haben? Oder ist das einfach nur ein "Kollateralschaden", der dann jedoch nicht so hoch steht wie der eigene kurze Gaumenkitzel?

Womit wir bei einem zentralen Problem und Fehler Ihrer Ausführungen wären: Tier"produkte" zu "erzeugen" und zu konsumieren ist unnötig und bringt viel Negatives mit sich- für die Tiere sowieso. Aber gleichzeitig eben auch für die Umwelt und unzählige Menschen, deren Lebens- und Versorgungsgrundlagen geschädigt oder sogar ganz zerstört werden. Obwohl die Alternativen inzwischen bewiesenermaßen oft schon vom Geschmack vergleichbar, in vielerlei Hinsicht besser sowie vom "Original" vom Tier häufig kaum noch zu unterscheiden sind (siehe bei YouTube etwa: "Vegane Würstchen schmecken nicht" und "Soja-Schnitzel vs. Fleisch - nur wenige bemerken den Unterschied").

Insofern verbleiben- anders als bei vielen anderen Dingen des modernen Lebens- als einzige "Begründungen" für Tier"produkte" keinerlei objektive und/oder von einem praktischen Nutzen herleitbare, sondern allein ego-zentrierte Motive, für die auch der wie gezeigt nicht notwendige Tod von Menschen billigend in Kauf genommen wird. Und wie lässt sich das mit Gottes Gebot "Du sollst nicht morden/töten" sowie dem katholischen Katechismus und den 7 Todsünden nun vereinbaren, Gula (= die Selbstsucht/Maßlosigkeit) und Acedia (= die Ignoranz/ Faulheit/Trägheit des Herzens/Feigheit)? Und damit, dass auch und gerade Fleischesser (berechtigterweise) Achtung für sich und Menschen allgemein sichergestellt sehen wollen?

Stimmt- gar nicht!

Ganz davon abgesehen, dass es selbst in der Bibel einige Passagen gibt, welche den Fleischkonsum kritisieren oder sogar verurteilen (Daniel 1, 11-16; Hosea 8,13; Jesaja 66, 3;...)
Während Sie sich auf Genesis 9,3 beziehen: „Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise“. Dieses "Alles" nimmt bei genauerer, ehrlicher Betrachtung jedoch nicht einmal den Menschen selbst aus.
Fordert Gott also zum Kanibalismus auf?
Dafür steht gleichzeitig ebenfalls im 1. Buch Mose, 1, 29 ""Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu Eurer Speise." Und damit eben explizit nichts(!) von Fleisch etc.!?

Sie plädieren vor dem Hintergrund Ihrer Eindrücke nun dafür, auf Fleisch aus "tiergerechterer" Haltung zurückzugreifen, weil dies im Sinne Gottes und der Bewahrung seiner Schöpfung wäre.
Jedoch erfährt Ihr Leser auch hier nur die halbe (von Ihnen gewünschte?) Wahrheit- dass Tier"produkte" mit dem Etikett "bio", "Bauer von nebenan" usw. in ihrer Erzeugung- wie inzwischen feststeht- nicht selten deutlich umweltzerstörerischer sind, also u.a. noch "schöpfungsschädlicher" (http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-8721-2008-08-26.html).
Des Weiteren ist mehrfach festgestellt worden, dass es Gottes Geschöpfen auch in diesen Haltungsformen oft nur auf dem Papier besser geht (http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/tv-kolumne-wie-bill...).

Abschließend: Sie haben sich in Ihrem Artikel ja gefragt, wie man Parallelen zwischen der modernen Nutztierhaltung und dem Holocaust ziehen kann. "Man" hat das auch nicht so einfach mal nebenher getan. Vielmehr gehen diese auf Überlebende der KZs der Nazizeit zurück, welche diese Vergleiche nach ihrer Befreiung gesehen und benannt haben. Übrigens nachdem zuvor Anregungen für die Konzeption der Tötungslager aus den Tierschlachthöfen jener Zeit genommen worden waren. Insofern sollten vielleicht gerade Sie diesem Thema mit ein wenig mehr Demut und Respekt betrachten. Und sich fragen, warum Sie keine Gemeinsamkeiten sehen (wollen)...!?