Das Portal.

Peter Hirth/laif

Die sehen ja lustig aus, die Jungs mit ihren Trommeln. Und wo bleiben jetzt die Soldaten? Nein, die haben sich nicht im Klo versteckt, die kommen gleich die Straße runter. Die Leute auf dem Foto spielen jedes Jahr etwas nach, was überhaupt nicht witzig war: die Völkerschlacht bei Leipzig. 2013 jährt sie sich zum 200. Mal. Vom 16. bis 19. Oktober 1813 kämpften Napoleons Sol­da­ten gegen die Alliierten Österreich, Preußen, Russ­land und Schweden. 600 000 Soldaten bekriegten sich, jeder Fünfte starb. Für Napoleons Herrschaft war es das Ende. Das ist klar. Unermesslich ist dagegen das Leid der Menschen, die das alles damals mit­erlebten. Sicher ist wieder, dass die vor 200 Jahren keine ordentlich asphaltierten Straßen hatten. Und ganz bestimmt gab’s kein Dixi-Klo. Das macht das Bild wieder schön. Wir spielen Krieg und haben Toilettenhäuschen – wir haben Frieden!

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.

Lesermeinungen

Sehr geehrter Herr Nils Husmann,

haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, dass Sie sowas schreiben und veröffentlichen können ohne verhaftet zu werden all denen zu Verdanken haben, die in solchen Befreiungskriegen ihr Leben einsetzten und Liesen. Sie sollten dankbar sein das es Menschen gibt die sich mit solchen Ereignissen auseinandersetzen und den Interessierten Bürgern einmal vorführen, wie es zu damaliger Zeit sich es abgespielt hat.

Sehr geehrter Herr Nils Husmann,

in ihrem Artikel lassen sie ihre deutliche Kritik über die erwähnte Veranstaltung und ihrer Protagonisten durch die Zeilen blicken.

Nun möchte ich sie jedoch fragen, ob sie sich jemals mit den Protagonisten unterhalten haben?
Hätten sie auch ohne diese Veranstaltung das umfangreich Wissen über die Greuel jener Oktobertage des Jahres 1813? Blieben ihnen auch ohne diese Veranstaltung jene Oktobertage und die damit verbundene Mahnung im Gedächtnis?

Mit Verlaub, ich glaube das sie diese Veranstaltung, in Unkenntnis der wahren Motive, subjetiv und klischeebehaftet beurteilen.

Ich glaube, daß sie sich noch nicht mit den vielen Protagonisten aus Polen, Rußland, Schweden, Finnland, Großbritannien, Neuseeland, Frankreich, Kasachstan, Turkmenistan, den Niederlanden, Belgien, Italien, Spanien, Dänemark, Tschechien, der Slovakei, Litauen, Estland und Deutschland unterhalten haben, um je nach deren Motiven zu fragen.

Diese Protagonisten die sie so leichtfertig als "Kriegsspieler" verurteilen, pflegen seit über zwanzig Jahren eine tiefe Freundschaft, über alle politischen und religiösen Grenzen hinweg. Diese Protagonisten haben etwas erschaffen, wozu Politik und Religion noch nicht im Stande sind. Diese Protagonisten begreifen das Wort "Völkerfreundschaft" in seiner wahren und ursprünglichen Bedeutung. Vereint durch eine Affinität zur sogenannten "napoleonischen Epoche" in ihrer Gesamtheit, der Epoche welche die stärksten Veränderungen in Europa herbei geführt hatte, begriffen diese "Kriegsspieler" sich schon als Europäer, als die Politik noch dieses Wort, nur flüsterte.
Diese o. a. Veranstaltung ist nur ein Ausschnitt dessen, was diese Menschen bewegen. Ich glaube, das sie nicht annähernd einen Überblick darüber haben, wie viele Darstellungen und dargestellten Aspekte, es zu dieser Epoche gibt.

Daher verwundert es auch nicht, daß sie sich dem Klischee völlig hingeben und nun ihrer Umwelt, ihre Modernität durch eine satirische Kritik der Veranstaltung und der vermeintlichen immanenten Ziele der selbigen, beweisen möchten. Trösten sie sich, damit gehören sie zu einem großen Teil der Gesellschaft.

Herr Husmann, verharren sie ruhig in ihrer Engstirnigkeit, in ihrem Klischee.

Wundern sie sich jedoch nicht, wenn es diese Protagonisten sind, welche sich über eine friedliche Verbundenheit Europas, ohne Rassismus und ohne politischen oder religiösem Extremismus, freuen können, zu dem diese nun schon über Zwanzig Jahre, einen großen Beitrag leisten.

Freundlichst

M. Halweg