Parfum zu Weihnachten

Wie riecht Weihnachten?

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Wie wäre es mit "Eau de Weihrauch"? Von Parfüms und Putzmitteln, die nach Weihnachten duften

chrismon: Wie riecht Weihnachten?

Marc vom Ende: So wie man selbst Weihnachten erlebt. Jeder empfindet Gerüche anders – und für jeden riecht Weihnachten auch anders. Wenn jemand früher mit Oma Plätzchen gebacken hat, dann riecht die Adventszeit für diesen Menschen nach Weihnachtsbäckerei.

Dann kann es also den einen Weihnachtsduft gar nicht geben?

Auch wenn die Erinnerungen an Gerüche ­individuell sind, setzen wir für einen Weihnachtsduft immer wieder ähnliche Aromen ein: Fichte, frische Zitrusfrüchte, Zimt, Kardamom und Vanille. Daraus entsteht der wohlige, angenehme Geruch, der uns an unsere Kindheit erinnert.

Haben Sie schon mal ein Weihnachts­parfüm hergestellt?

Ja. Ich habe schon ein Parfüm entwickelt, das aus meiner Sicht die typischen weihnachtlichen Elemente hat. Aktuell ist ein Parfüm auf dem Markt, das ein Bratapfelaroma enthält. Ein anderes riecht wie eine Mitternachtsmesse. Weihrauch scheint im Moment im Trend zu liegen, gerade zur kalten Jahreszeit – vielleicht weil viele Leute nur in der Advents- und Weihnachtszeit in die Kirche gehen. Vor kurzem sollten wir einen Allzweckreiniger mit Weihnachtsduft entwickeln, damit sich der typische Geruch schon beim Putzen im ganzen Raum verteilt.

Spielt die echte Zimtschale noch eine ­Rolle bei ihrer Arbeit?

Schon. Es gibt viele Kunden, die nur Naturdüfte wollen. Wobei es dann auch nicht um die echte Zimtschale, sondern die chemisch gewonnene Essenz daraus geht; wir nennen das eine natürliche Essenz. Was dann in einem Parfüm eingesetzt wird, ist meist ein Mix aus solchen natürlichen Essenzen und Produkten, die durch chemische Synthese gewonnen werden.

Wie stellt man Gerüche her?

Man braucht eine Idee: Welche Duftaussage will ich treffen? Dann muss der Parfümeur seine Rohstoffe genau kennen und eine ­Rezeptur entwickeln, heutzutage mit Hilfe des Computers. Dann geht man ins Duftlabor an die Riechorgel und stellt ein Muster her.

An die Riechorgel?

So nennen wir das Regal mit den Essenzfläschchen im Labor.

Sind Ihnen all die Gerüche manchmal zu viel?

Ich versuche, mich und meine Umgebung möglichst geruchsfrei zu halten, weil ich dann die Düfte um mich herum feiner wahrnehmen kann. Wenn ich mal richtig die Nase frei kriegen will, fahre ich im Winter in die Berge. Wenn Schnee liegt, hat man dort ­richtig klare, frische Luft. Ein ganz toller Duft!

Marc vom Ende

Marc vom Ende, 44, ist Par­fümeur bei der Firma Symrise. Er stellt Düfte für Shampoos, ­Kerzen und Parfüms her. Auch solche mit Weihnachtsduft.

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