Wenn eine Kirche konvertiert

Die neue Synagoge von Bielefeld war einmal ein evangelisches Gotteshaus. Der Besitzwechsel kostete beide Gemeinden viel Kraft. Noch haben sich nicht alle Wogen geglättet

"Ich stand hier, als das Kreuz August 2007 vom Kirchturm runterkam. Mir sind nur die Tränen gelaufen", erinnert sich Christa Lohfink, und für einen kurzen Moment stehen der Rentnerin Tränen in den Augen. "Die Kirche war Mittelpunkt, Heimat, hat diesem ganzen Ort hier etwas gegeben." Die resolute ältere Frau im Trachtenrock wohnt gegenüber der neuen Synagoge in Bielefeld, auf der anderen Seite der Detmolder Straße. Sie gehörte zu der Gruppe von rund siebzig Gemeindemitgliedern, der "Bürgerinitiative zum Erhalt der Paul-Gerhardt-Kirche", die gegen die Schließung ihrer Kirche protestiert hatte, auf eine in Deutschland bislang noch nicht da gewesene Art. Am Ende des Gottesdienstes blieben sie in den Bänken sitzen und hielten "ihre" Kirche drei Monate lang besetzt. Sie hielten sie "offen", wie sie selber sagen.

Das Kreuz, das ihr viel bedeutete, steht heute im Seitenschiff der Nachbargemeinde, der Neustädter Marienkirche, mit der die Paul-Gerhardt-Gemeinde im Jahr 2005 fusionierte. Aber das Besondere hat es für sie da unten auf dem Kirchenboden verloren. Bis heute könne sie nicht vergessen, dass die Kirchenoberen ihren Protest nicht verstanden hätten. Mit den neuen Nachbarn hingegen habe sie ihren Frieden gemacht. "Ich gönne der jüdischen Gemeinde ihre Synagoge", ruft sie vom Treppenaufgang vor ihrem Haus herunter.

Als hätte sich ein Haus aus dem Süden mit weiß gekalkten Mauern und leuchtenden Fenstern versehentlich zwischen die zwei- und dreistöckigen Villen und Mehrfamilienhäuser aus den Nachkriegsjahren geschoben, so wirkt die neue Synagoge in Bielefeld: die Synagoge mit dem hebräischen Namen Beit Tikwa (Haus der Hoffnung), an deren Stelle bis zum Sommer 2007 die evangelische Paul-Gerhardt-Kirche stand. Statt des früheren Kirchturms reckt sich an dem sakralen Bau nun ein weißer Turm wie ein Daumen in die Höhe, drinnen hat sich eine rund vierzigköpfige Gemeinde versammelt. Der Kantor stimmt ein hebräisches Lied an, dessen Melodie an ein Wiegenlied erinnert, leise setzen die Gemeindemitglieder ein. Einige Eltern sind mit ihren Kindern gekommen, Mütter und Väter halten ihre Säuglinge auf dem Arm. In diesem Moment ist nichts mehr zu merken von der Unruhe und dem erbitterten Streit rund um den Verkauf der Kirche und ihren Umbau zur Synagoge.

Unter den Leuten von der früheren Paul-Gerhardt-Gemeinde hat der Streit Spuren hinterlassen, und in der jüdischen Kultusgemeinde brodelt es. Während der Vorstand und viele Mitglieder das Gemeindeleben in der Synagoge organisieren, lehnen andere das neue Lehrhaus ab. Was bewegt die Beteiligten zwei Jahre, nachdem die alte evangelische Paul-Gerhardt-Gemeinde zu existieren aufhörte, und ein Jahr nach der feierlichen Eröffnung der Synagoge im September 2008? Haben bei den Protesten gegen die Aufgabe der Kirche antijüdische Ressentiments eine Rolle gespielt, wie oft zu hören war? Was haben die Beteiligten aus den Konflikten gelernt?

"Das größte Bielefelder Geläut - Fusionsbeute!"

Hermann Geller war der langjährige Kirchmeister, der Haushaltsexperte der früheren Gemeinde, der den Protest anfachte und wachhält. Er wohnt fünf Minuten von der heutigen Synagoge entfernt in einem Einfamilienhaus. Die Wand des Flurs ist mit Geweihen bestückt, ein riesiges düsteres Ölbild nimmt eine ganze Wohnzimmerwand ein. Es sei die Kopie eines Rembrandt-Gemäldes, erklärt Frau Geller, darauf zu sehen sei ein bedeutender Mennonitenprediger der damaligen Zeit, ein Verwandter ihres Mannes.

Hitzig, beleibt, mit grauem Bart, in grünem Jägerhemd und grüner Jacke, dazu ausgestattet mit einem Siegelring, erzählt Hermann Geller von seinem Kampf, es sprudelt nur so aus ihm heraus, was ihnen, den Christen von Paul-Gerhardt, vonseiten der Kirche- in Gestalt des Pfarrers der Neustädter Marienkirche Alfred Menzel - widerfahren sei. Seine frühere Kirche ist der Stolz des Kirchmeisters, auch jetzt noch.

"Man hat eine gesunde Gemeinde geopfert, die es sonntags auf 65 Gottesdienstbesucher brachte, eine Pantoffelkirche mitten im Wohngebiet. Das war die einzige Kirche, die nach Südosten das evangelische Christentum vertreten hat, in der das größte Bielefelder Geläut hing - ein Sechs-Glocken-Geläut, das liegt jetzt als Fusionsbeute in der Neustadt." Er lacht kurz auf. Drei Monate hat er mit anderen Rebellen im Rentenalter, die ihre Kirche nicht hergeben wollten, darin übernachtet. Als Jäger sei er es gewohnt, im Schlafsack auf hartem Untergrund zu schlafen.

In wenigen Strichen zeichnet Geller sein Bild der Paul-Gerhardt-Kirche: einer blühenden Gemeinde mit rund 1600 Mitgliedern in dem 1961 eingeweihten Nachkriegskirchbau, die notgedrungen, wegen prekärer Finanzlage, mit der Nachbargemeinde fusionieren musste. Allerdings mit der Zusage, und darauf kommt es ihm an, die eigene Kirche, solange finanziell tragbar, behalten zu dürfen. Von weiteren fünf Jahren sei er, der Kirchmeister, ausgegangen. Auch deshalb, weil die Mitglieder eine beachtliche Summe freiwilliges Kirchgeld gespendet hätten.

Ein Vorschlag: "Juden und übrig gebliebene Christen nutzen das Gotteshaus gemeinsam"

Nach der Fusion aber stand rasch ein potenzieller Käufer, die jüdische Gemeinde, vor der Tür, und in den Gemeindegremien saßen nun andere mit am Tisch. Ein Bevollmächtigtenausschuss aus Vertretern beider Gemeinden entschied mehrheitlich für den Verkauf, die Vertreter der früheren Paul-Gerhardt-Gemeinde traten zurück, nur eine Vertreterin dieser Gemeinde stimmte für die Fusion. "Wortbruch" wirft Geller dem Pfarrer der Marienkirche vor. Für das Vorzeigeprojekt, die neue Synagoge von Bielefeld, hätte der Pfarrer mitsamt den Kirchenoberen die Gemeinde aufgegeben, wirft er ihm vor.

aben sich die Christen von Paul-Gerhardt nur deshalb so empört, weil ihre Kirche zur Synagoge werden sollte? Die Frage bringt Hermann Geller für einen kurzen Moment ins Stocken. "Also, es ging nur um einen Konflikt unter den Christen", sagt er. Aber eine Rolle spielte das Verhältnis zu den Juden dann doch: Die Vertreter der Kirche hätten "Wiedergutmachung an den Juden leisten und ihr neues theologisches Verständnis gegenüber dem Judentum demonstrieren wollen", und die Gemeinde am Ort sei ihnen egal gewesen. Tatsächlich passt ihm auch die ganze Haltung der westfälischen Kirche gegenüber den Juden nicht. "Mit 68er Methoden" sei der Verzicht auf Judenmission in der westfälischen Synode "durchgeboxt" worden. Sieht er gar keinen Anlass, nach dem Holocaust das Verhältnis der Christen gegenüber den Juden und sein eigenes Selbstverständnis als Christ neu zu bestimmen? "Nein", er schüttelt den Kopf. Da seien ihm nie Zweifel gekommen.

Gegen Juden, sagt der frühere Kirchmeister, habe er ja nichts. Er und andere von der "Bürgerinitiative Paul-Gerhardt" pflegten selbst Kontakt zu Juden, zu den Kritikern in der jüdischen Gemeinde. Und er erzählt von einem Traum: Die jüdische Gemeinde und die übrig gebliebenen Christen von Paul-Gerhardt nutzen das neu gestaltete Gotteshaus gemeinsam. Aber, sinniert er laut, die den Männern dort vorgeschriebene Kopfbedeckung, die Kippa, würde er nicht aufsetzen wollen.

Vielleicht wenn die einen das Erdgeschoss und die anderen den Gottesdienstraum bezögen. Ach, das sei wohl doch nur ein Traum.

Viele Senioren fühlten sich schlecht behandelt und alleingelassen

Drei Stationen mit der Straßenbahn oder zwanzig Minuten zu Fuß Richtung Innenstadt von der früheren Paul-Ger-hardt-Kirche entfernt liegt das Pfarrhaus von Alfred Menzel, gegenüber dem gewaltigen spätromanischen Kirchenschiff von St. Marien mit dem hoch aufragenden Doppelturm. Diesen Weg müssen die Protestanten der alten Paul-Gerhardt-Kirche in ihre neue Gemeinde zurücklegen. Es ist ein Weg von der "Puschenkirche" um die Ecke, vertrauten Gesichtern beim Altennachmittag, Kaffee und Kuchen bei Familienfesten und Beerdigungen zu einer historischen Stiftskirche am Rand der Altstadt mit kirchenmusikalischen Höhepunkten, Kunstausstellungen, neu gestalteter Konfirmandenarbeit, Austausch mit fremden Kulturen und je nach Angebot wechselnden Besuchern. Die einstigen Nachbargemeinden verkörpern zwei verschiedene protestantische Milieus, nun sollen sie miteinander verschmelzen.

Der Pfarrer, ein schlanker Mann in brauner Kordhose und dunklem Pullover, radelt auf dem Fahrrad heran. In seinem Büro stapeln sich auf jeder freien Fläche Bücher und Zeitschriften, an den Wänden hängen religiöse Kunstdrucke. Von den Geschehnissen spricht der Pfarrer gelassen, bilanzierend. Schon lange habe festgestanden, dass die Paul-Gerhardt-Kirche verkauft werden sollte. Kirchmeister Geller selbst habe vielen Kaufinteressenten die Kirche gezeigt - was dieser bestätigt. Der Plan war also keine Überraschung, nur dass alles viel schneller ging als erwartet. In Kenntnis der näherrückenden Fusion mit der Nachbargemeinde hatte sich der Pastor der Paul-Gerhardt-Gemeinde rasch eine neue Arbeit in einer anderen Gemeinde gesucht. Ihr Pastor war weg, und ihre Kirche sollte bald folgen. Die Gemeindemitglieder, vor allem viele Senioren, waren aufgebracht, fühlten sich schlecht behandelt und alleingelassen.

Nach 70 Jahren wieder ein jüdisches Versammlungshaus

Lebendige Gemeinde? Der Pfarrer der Neustädter Marienkirche sieht die frühere Nachbargemeinde anders. "Das war eine gut integrierte Gemeinde, kleinbürgerliche Mittelschicht, Kirche nach dem Faschismus. Da herrschte der Gedanke: Wir wollen wieder gute Christen sein, gottgefällig leben, ehrenwert, sympathisch. Viele Kirchenbeamte wohnen in dem Bezirk. Das war deren heile, kirchliche Welt." Die sorgsam organisierte, überschaubare Welt einer älteren Kriegs- und Nachkriegsgeneration, die sich nicht so einfach in eine andere Gemeinde verpflanzen lässt, wie der Pfarrer einräumt. Trauer über den Verlust, die hat der Pfarrer verstanden, aber dann auf Einsicht in die Notwendigkeit der Veränderung gehofft. "Wir leben nicht nur davon, dass wir den Status quo erhalten", meint Alfred Menzel.

Nicht nur für die jüdische Gemeinde, sondern auch für Stadt und Kirche in Bielefeld war die Aussicht auf eine neue Synagoge, 70 Jahre nach der Zerstörung der alten Synagoge durch die Nationalsozialisten am 9. November 1938, von einiger Bedeutung. "Bis zur Pogromnacht gehörte die große Synagoge zum Stadtbild. Jüdisches Leben war hier prägend", sagt der Pfarrer eindringlich. "Im Faschismus wurde es ausradiert." Nicht nur ihm lag daran, dass Juden wieder einen "sichtbaren Ort in der Stadt" erhalten sollten. Hinzu kam, dass das Angebot auch finanziell attraktiv war.

Kaufinteresse an dem Kirchengebäude hatte Irith Michelsohn vom Vorstand der jüdischen Kultusgemeinde angemeldet und das Projekt mit anderen zusammen entschieden vorangebracht. Bis heute aber kämpfen in der jüdischen Gemeinde zwei Fraktionen um den richtigen Weg in die Zukunft und um die Leitung der Gemeinde. Eine Opposition - aus den Reihen der Zuwanderer aus den ehemals sozialistischen Ländern - wandte sich gegen das Projekt. Sie warfen Irith Michelsohn "Alleingänge" vor und lassen offen, wie sie sich in Bezug auf das Gotteshaus in Zukunft verhalten wollen.

Kritiker von der Wahlliste gestrichen

Seit über einem Jahr herrscht, was die Gemeindeleitung betrifft, eine unübersichtliche Lage. Im Februar 2008 gewannen die Kritiker die Wahlen zum Gemeindevorstand. Mit dem Vorwurf, es habe Unregelmäßigkeiten gegeben, zog der amtierende Vorstand vor ein Schiedsgericht des Zentralrats der Juden in Deutschland, das entschied, die Wahl solle wiederholt werden. Der Vorstand blieb kommissarisch im Amt. Zwischenzeitlich war die Synagoge im September 2008 feierlich eröffnet worden, und seit einigen Monaten äußern sich die streitenden Parteien öffentlich nicht mehr zu ihrem Konflikt.

Vor der Wiederholungswahl strich nun der Vorstand die Kritiker von der Wahlliste. Sie hätten ihre Kultussteuer nicht bezahlt und gehörten somit der Gemeinde gar nicht an. Ein Schiedsgericht verwarf dieses Vorgehen und setzte einen neuen Wahltermin an, bei dem die Ausgeschlossenen wieder auf der Wahlliste stehen sollten. Ende April teilte der Vorstand mit, dass er sich dem Spruch des Schiedsgerichts des Zentralrats nicht unterwerfen würde, es habe "in unzulässiger Weise in die Satzungsautonomie der Jüdischen Kultusgemeinde" eingegriffen. Auf die angespannte Lage angesprochen, sagt der 81-jährige Rabbiner Henry G. Brandt aus Augsburg, der an diesem Freitagabend den Gottesdienst hält, lakonisch: "War es jemals anders?" Aber er wünschte sich, die Parteien würden aufeinander zugehen.

Das gemeindliche Leben geht weiter

Zwei ältere Frauen, die aus der Ukraine und aus Kasachstan stammen, bereiten in der Küche das Essen für die Feier der am kommenden Tag bevorstehenden Bat Mizwa vor, bei der Mädchen als mündige Mitglieder in die Gemeinde aufgenommen werden. Für einen Augenblick wird es im Abendgottesdienst ganz still, als die 13jährige Anna Miriam einen hebräischen Text singt. Später werfen sich die Teenager Handzeichen zu, aber weder das Glucksen der Kleinkinder noch die lautlose Unterhaltung der Teenager stören die gottesdienstliche Andacht.

An anderen Stellen hingegen zeigt sich die verzwickte Lage, und es brodeln die Gerüchte um die Synagoge. Befürworter und Kritiker setzen sich im Gottesdienstraum voneinander getrennt in die Bankreihen auf der rechten und der linken Seite des Raums. Und im Informationsblatt der Gemeinde vom März 2009 war gar zu lesen: "Wir haben festgestellt, dass es Gerüchte gibt, die besagen, dass das Eigentum der Gemeinde unter den Mitgliedern verteilt werden kann. Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass dies nicht möglich ist. Die Gemeinde ist nicht das Eigentum einzelner Personen . . ."

"Eine Kirchenbesetzung gab es nur hier in Bielefeld"

Samuel Wasser, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der jüdischen Gemeinde, zeigt Besuchern die neue Synagoge. Der Rechtsanwalt informiert auch in Schulklassen über das Judentum. Häufig, sagt er, erklärten ihm die Schüler, dass sie gar keine Vorstellung von Juden hätten, er "oute" sich dann als einer. Geht es auch Gemeindemitgliedern der alten Paul-Gerhardt-Gemeinde so, die vom Holocaust wissen, aber selbst kaum Erfahrungen mit Juden und Angst und Vorurteile gegenüber den Fremden haben? Am Ende der Führung stellt Samuel Wasser in seiner zurückhaltenden Art eine naheliegende Frage: "Es gibt so viele Gemeindefusionen in den Kirchen. Aber eine Kirchenbesetzung und auch anhaltenden Protest gab es nur hier in Bielefeld. Hat das damit zu tun, dass eine jüdische Synagoge entstehen sollte?"

Inzwischen ist manches in Bewegung gekommen. Seniorin Margret Stekar zum Beispiel, die früher zur Bürgerinitiative gehörte, trat aus der Kirche aus, dann wieder ein und ist heute Mitglied in der Marienkirche. Hermann Geller trat mit einer Handvoll Mitstreitern aus der Landeskirche aus. Er und die anderen verbliebenen Senioren von der "Bürgerinitiative Paul-Gerhardt" haben in einer nahen Freikirche Unterschlupf gefunden, wo sie sich weiterhin treffen. Angrenzend an die neue Synagoge besteht die evangelische Kindertagesstätte "Paul-Gerhardt" mit etwa 60 Kindern weiter, nebenan treffen sich weiter Mutter-Kind-Gruppen und einige Senioren des alten Gemeindebezirks.

Reger Austausch

Dass diese Gruppen in der neu entstandenen Gemeinde ihren festen Platz behalten, ist Stephanie Mense, 42, zu verdanken, der einzigen Vertreterin der Paul-Gerhardt-Gemeinde, die damals für den Verkauf der Kirche gestimmt hatte. Es sei ihr nicht so wichtig, sonntags weiter in derselben Bankreihe ihrer angestammten Kirche sitzen zu können. Wichtiger finde sie, dass genug Geld für die neu gestaltete Konfirmandenarbeit im Kirchenkreis bleibe. Eine Entscheidung für die Zukunft zu treffen, darum sei es ihr gegangen, sagt die Verwaltungsbeamtin und Mutter dreier Schulkinder.

Zwischen evangelischer Kirche und Synagoge hat ein reger Austausch begonnen. In einem "Erzählcafé für NS-Verfolgte" berichten ältere Menschen einander aus ihrem Leben. Es gibt Informationsabende, um die Religion der anderen kennenzulernen, Vorträge und Ausstellungen, zu denen man sich gegenseitig einlädt.

Die Verhältnisse in der jüdischen Gemeinde erscheinen fragil. Ende Juni fand eine Gemeindewahl unter Ausschluss der Kritiker statt, die neben anderen Irith Michelsohn in ihrem Amt bestätigte.

Lange Zeit hat die Gemeinde ihre Gottesdienste dort abgehalten, wo Juden aus Bielefeld vor der Deportation in die Vernichtungslager ausgeharrt hatten. Nun gibt es die neue Synagoge. Ein guter Ort für die jüdische Kultusgemeinde, meinen die einen, andere sind weiter auf der Suche.

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