Weihnachten zusammen feiern

Einsam an Heiligabend?
Türmatte Wilkommen

Foto: plainpicture

So vernetzt man sich mit anderen Menschen für Heiligabend

Wer gerade verlassen wurde oder familiäre Probleme hat, wer neu ist in diesem Land, der fühlt sich an Weihnachten oft einsam. Gerade weil um einen herum überall Gemeinschaft, Freude und Trallala zu herrschen scheint, kommt man sich isoliert vor.

Zum Glück sind viele Menschen offen für neue Gästen unterm Weihnachtsbaum! Das kann mehrere Gründe haben: Man sehnt sich neue Gesichter und hat keine Lust, jedes Jahr dieselben Geschichten der Verwandten zu hören. Oder beim Weihnachtsbraten ist noch was übrig. Oder jemand freut sich einfach über spannende Begegnungen.

Die Diakonie und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) bieten in vielen Städten Möglichkeiten, das Weihnachtsfest gemeinsam zu feiern. Meistens gilt: In Großstädten ist das Angebot vielfältiger. Aber auch auf dem Land gibt es Jahr für Jahr Events.

  • In Hannover und Umgebung lädt die Diakonie alljährlich in die „Weihnachtsstuben“. Das Angebot richtet sich an Ältere und Hochbetagte, wie auch an wohnungslose Männer und Frauen, von denen viele traditionell im Haus der Diakonie in der Burgstraße zu Gast sein werden. Weihnachtliche Köstlichkeiten und Weihnachtslieder stehen genauso im Vordergrund wie das Gespräch miteinander. Anmeldung erwünscht, Teilnahme kostenlos. Infos und eine Liste der "Weihnachtsstuben" finden Sie hier.
  • Im Pfarrsaal von Klosterlechfeld (bei Augsburg) trifft man sich am 24. Dezember, um den Nachmittag gemeinsam zu verbringen. Dieses Jahr: ab 13:30 Uhr. Infos & Anmeldung beim Pfarrbüro: 08232-9619-0.
  • In Bernau (bei Berlin) lädt die Arbeiterwohlfahrt wie jedes Jahr zum AWO-Treff, An der Stadtmauer 12, ab 14:00 Uhr zu Kaffee und Kuchen, Musik, Geschichten sowie einem Abendimbiss. Teilnehmen können Menschen jedes Alters. Unkostenbeitrag: 5€, Anmeldung nicht zwingend, aber erwünscht: awo-treff@awo-kv-bernau.de. Auch als Helfer oder Helferin.
  • Die „Weihnachtsfeier für Alleinstehende“ in Würzburg ist bereits Tradition. Seit 1965 sind jedes Jahr an Heiligabend einsame und alleinstehende Menschen jeder Religion eingeladen, um im Haus St. Lioba gemeinsam zu speisen, zu singen und ins Gespräch zu kommen. Bis zum 16. Dezember kann man sich noch anmelden unter der Telefonnummer 0931 38659-100
  • Das alkoholfreie Café Alte Backstube in Frankfurt a.M. lädt an Heiligabend von 15.30 - 19.30 Uhr jeden ein, der Anschluss zu anderen Menschen sucht. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Adresse: Dominikanergasse 7, in der Innenstadt.

Die meisten geflüchteten Menschen kommen aus Ländern, in denen Weihnachten gar nicht gefeiert wird. Aber auch sie kriegen den weihnachtlichen Ausnahmezustand hierzulande mit: Alle sind zusammen, überall duftet es, aber sie sind selten Teil davon. Da helfen Plattformen, wo Menschen zu sich einladen können und Menschen sich einladen lassen können.

  • Vernetzt in ganz Deutschland: www.zusammenessen.de Einfach registrieren, als Gastgeber oder als Besucher. Der Gastgeber bekommt nach ein paar Tagen die Telefonnummer und Mail-Adresse eines potentiellen Gastes / der Gäste.
  • Hamburg und Umgebung: www.welcome-dinner.de

Hier werden Gastgeber und Besucher jedweder Herkunft vernetzt:

  • Der Blog www.gekreuzsiegt.de hat eine evangelikale Zielgruppe. Jedes Jahr bietet er unter der Rubrik "Weihnachten allein? Das muss nicht sein" eine Plattform, wo Menschen aus ganz Deutschland sich anmelden können und miteinander in Kontakt treten können

Aus dem Archiv:
Gemeindefest an Heiligabend

Aus dem Archiv: Die Andreaskirche in Leipzig feiert mit Familien, Alleinstehenden und Obdachlosen: "Messe in Halle 14"

Und das soll es ja geben: Man trifft vor seiner Wohnungstür im Treppenhaus immer mal wieder auf dieselbe sympathische Person – vielleicht ist es jemand, die gerade zugezogen ist, jemand aus einem anderen Land. Einfach mal rübergehen, klingeln, fragen: „Haben Sie an Heiligabend schon was vor? Nein? Dann besuchen Sie uns doch!“ Eine klassische Einladung eben.

Natürlich ist gerade ein Weihnachten der unterschiedlichen Kulturen ein Sprung ins kalte Wasser. Wahrscheinlich gibt es Bedenken. Hier das Wichtigste, was man als Gastgeber beachten sollte:

  • Muss ich Geschenke besorgen? Nein. Die Einladung ist Geschenk genug.
  • Was mache ich zu essen? Die Vermittlungs-Internetseiten bringen Gastgeber und Besucher vorher in Kontakt. Hier können mögliche Essensvorschriften (z.B. kein Schweinefleisch) oder Vorlieben besprochen werden.
  • Kann ich meine muslimischen Gäste mit zum Gottesdienst nehmen? Klar! Die meisten kommen gerne mit und wollen das eh kennenlernen.
  • Soll ich die Chance nutzen und Jesu Botschaft verkündigen? Die Einladung zu Heiligabend ist eine Geste des Friedens – und kein Missionsfest, um es mit den Worten des niedersächsischen Landesbischofs Ralf Meister zu sagen.
  • Wie viele soll ich einladen? Die Seite welcomedinnerberlin.de empfiehlt 2:2-Treffen, also zwei Gastgeber und zwei Gäste. Mehr geht natürlich auch. 1:1-Dinner können Missverständnisse hervorrufen.
  • Kann ich meine Weihnachtstraditionen beibehalten? Das Fest darf jeder so feiern, wie er es gewohnt ist. Aber: Durch so einen „Weihnachtsbesuch“ können gewohnte Rituale durcheinandergewirbelt werden. Also keine falschen Erwartungen!

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