Der Umgang der Konfessionen miteinander - früher und heute

Der Teufel kriegt keinen Stich mehr

Nichts als Spott und Hohn? Zehn polemische Illustrationen aus der Reformationszeit – und was die Kirchen heute zum Thema Versöhnung zu sagen haben. Ein neues Kapitel "Healing of Memories"

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Theologen und Papst als Tiere: Spottblatt auf Luthers Gegner. Holzschnitt um 1521

Den Teufel und seine tierischen Gesellen wollen sie nun endgültig vertreiben. Im Jahr des Reformationsjubiläums unternehmen katholische und evangelische Kirche große Anstrengungen, auch noch die letzten gegenseitigen Verletzungen seit der Reformationszeit aufzuarbeiten. Sie wollen sich gemeinsam öffentlich davon distanzieren, dass sie sich gegenseitig beleidigt und verunglimpft, mit Zwang, Gewalt und Tod überzogen haben und einen neuen Weg einschlagen. Beide Seiten sparten, vor allem zu Beginn der Kirchenspaltung, nicht mit Verteufelungen – im ganz wörtlichen Sinn..

Der Prozess der ökumenischen Versöhnung nennt sich „Healing of Memories“ („Heilung der Erinnerung“ oder auch „Heilung durch Erinnerung“). Er hat seine Vorbilder im (auch kirchlichen) Engagement in Südafrika nach der Apartheid, in Nordirland oder auch in Serbien und Bosnien-Herzegowina. Dort trafen sich die früheren Konfliktbeteiligten, um der Gegenseite ihre Geschichten zu erzählen und ihre Sicht auf die zurückliegenden Konflikte zu schildern.

Einen großen Buß- und Versöhnungsgottesdienst feiern die Kirchen am 11. März 2017 in Hildesheim. Was in theologischen Erklärungen bereits seit langem thematisiert wird, soll nun auch öffentlich dokumentiert werden. Die Zeit des Verachtung und des Hasses ist lange vorbei.

chrismon.de stellt katholische und evangelische Schmähbilder der Reformationszeit, darunter viele Stiche, den kirchlichen Aussagen von heute gegenüber. Es zeigt sich, dass die alten Gräben fast alle überwunden sind. Der Teufel kriegt keinen Stich mehr.