Buchtipps von Rainer Moritz: "Nachspielzeit" und "Steeple Sinderby"

Bleibt der Ball rund?

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Selbst hartgesottene Fußballfans haben es im Moment nicht leicht. Wo die Ablösesummen und Gehälter ins Irrwitzige klettern und sich die FIFA mal wieder als ein Nest dunkler Machenschaften erweist, scheint das Rasengeschehen in den Hintergrund zu treten. Reporter Marcel Reif, seit über dreißig Jahren für das ZDF und zuletzt für Sky aktiv, hat diese unseligen Entwicklungen hautnah mitbekommen. Seinen Rückzug aus dem großen TV-Geschäft begleitet er mit lesenswerten Erinnerungen, die Anekdotisches (über Diego Maradona und die Helden seiner Kaiserslauterner Jugend) und Kritisches vereinen – und die Furcht vermitteln, dass Funktionäre allerorten zu stark „an der Schraube drehen“.

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Von charmantem nostalgischem Charme ist die Erzählung des 1994 gestorbenen und hierzulande vor kurzem entdeckten J. L. Carr. Im fiktiven Yorkshire-Dorf Sinderby spielend, erneuert sie den unsterblichen David-besiegt-Goliath-Traum. Mit viel liebevoller Komik lässt Carr den unterklassigen Provinzclub Sinderby Wanderers ein Fußballwunder nach dem anderen erleben – bis es diesem Club schließlich gelingt, sich gegen alle Profivereine durchzusetzen und den FA-Pokal zu erringen. Carrs skurrile Dorfhelden agieren dabei mit größtem Geschick und beweisen, dass nicht allein Geld Tore schießt – zumindest in der Literatur und im England der 1970er Jahre, als der Ball runder war als heute ... 

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