Buchtipps von Rainer Moritz: "Die Tage, die ich mit Gott verbrachte" und "Das Café der Existenzialisten"

Große Fragen
Wenn Gott den Störenfried spielt und Sarah Bakewell den Existenzialismus erklärt

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Wie unterschiedlich sich über bedeutende philosophische Fragen schreiben lässt! In Axel Hackes (von Michael Sowa trefflich illustrierter) Geschichte trifft ein Familienvater auf einen alten Mann, der mit dem, was er auf Erden vorfindet, nicht zurechtkommt. Bald stellt sich heraus, dass es Gott persönlich ist, der da sein Werk kontrolliert, reichlich Bier auf dem Münchner Viktualienmarkt trinkt und mit allerlei Zaubertricks aufwartet. Warum das Böse eine solche Macht bekommen hat, lässt Gott keine Ruhe – und er fordert seinen Begleiter dazu auf, Endlichkeit und Tod als Chance zu begreifen, selbst zwischen Gut und Böse zu entscheiden.

Axel Hacke: Die Tage, die ich mit Gott verbrachte. Kunstmann. 104 Seiten, 18 Euro

 

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Ganz anders die Engländerin Sarah Bakewell: Elegant versteht sie es, eine der maßgeblichen philosophischen Strömungen des 20. Jahrhunderts zu neuem Leben zu erwecken, den Existenzialismus. Ohne akademischen Ballast erzählt sie von Heidegger, Jaspers, Camus, de Beauvoir, Sartre und Merleau-Ponty, skizziert deren Theorien, zeigt, was diese mit dem Leben der Denker und der Geschichte zu tun hatten, und vergisst nicht, Juliette Gréco zu erwähnen und das Pariser Lebensgefühl von Rollkragenpullovern und Gau­loises nachzuzeichnen. So gelingt es ihr, den schillernden Begriff des Existenzialismus zu verdeutlichen und zu erklären, was dessen Themen uns heute sagen können.

Sarah Bakewell: Das Café der Existenzialisten. Übersetzt von Rita Seuß. C. H. Beck. 448 Seiten, 24,95 Euro

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