Pro/Contra: Tanzverbot an Karfreitag

Pro/Contra: Tanzverbot an Karfreitag
Sind stille Feiertage noch zeitgemäß?
Gründonnerstag ist der Tag des Abendmahls und somit auch das Symbol der sicht- und spürbaren Gemeinschaft der Christen. Lesenswert, was Susanne Breit-Kessler dazu in Ihrer Online-Kolumne „Mahlzeit“ formuliert hat. Die Karwoche, die Tage vor Ostern sind zudem der richtige Zeitpunkt, um bei der Fastenaktion „7 Wochen ohne“ Bilanz zu ziehen. Und dann rufen wir einander „Gesegnete Ostern!“ zu.
Gründonnerstag ist der Tag des Abendmahls und somit auch das Symbol der sicht- und spürbaren Gemeinschaft der Christen. Lesenswert, was Susanne Breit-Kessler dazu in Ihrer Online-Kolumne „Mahlzeit“ formuliert hat. Die Karwoche, die Tage vor Ostern sind zudem der richtige Zeitpunkt, um bei der Fastenaktion „7 Wochen ohne“ Bilanz zu ziehen. Und dann rufen wir einander „Gesegnete Ostern!“ zu.

Die Proteste gegen das Verbot von Tanzveranstaltungen an Karfreitagen reißen nicht ab. Alle Ländergesetze enthalten solche Verbote. Humanistische Verbände und Politiker der Piratenpartei laufen dagegen seit Jahren Sturm. Jüngst lockerte Baden-Württemberg das Verbot, aber nur für Gründonnerstag und den ersten Weihnachtstag. Karfreitag hingegen bleibt komplett still und tanzfrei.

Keine Märkte, keine öffentlichen Feste. In Köln verboten Richter sogar eine islamische Beschneidungsfeier. Bremen erlaubt öffentliche Veranstaltungen an Karfreitag erst ab 21 Uhr. Ist das alles noch zeitgemäß? Ursula Ott und Eduard Kopp beziehen Stellung.

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Lesermeinungen

Feiern an Karfreitag, verkaufsoffene Sonntage, laute Musik in Boutiquen und Kaufhäuser, die Bauhaus-Werbung vor der Tagesschau: für mich ist das ein und dasselbe Thema. Es sollte m. E. darum gehen, mal einen Tag, eine Stunde oder auch nur ein paar Sekunden inne halten zu können ohne Dauerberieselung, Ruhe zu finden, um vielleicht mal reflektieren zu können und nicht immer abgelenkt zu werden von sich selbst. Ist es nicht schön, am Karfreitag mal ohne den Lärm der Müllabfuhr geweckt zu werden, sich in einem Restaurant unterhalten zu können, ohne gegen die Musik anschreien zu müssen, oder mal 10 Sekunden vor der Tagesschau durchatmen zu können? - In früheren Zeiten konnte nur zu bestimmten Anlässen gefeiert werden, später auch an den Wochenenden, heute kann täglich das Tanzbein geschwungen werden. Was jederzeit verfügbar erscheint, ist nichts Besonderes mehr. Der ursprüngliche Sinn des Feierns hat sich überlebt. Ist es nicht an der Zeit, das Besondere wieder zu entdecken, indem man sich episodenhaft aus dem lauten, hektischen Alltag ausklinkt? - Insofern habe ich nichts gegen eine staatlich verordnete Ruhe.

Aus meiner Sicht bin ich unbedingt für eine Beibehaltung des strengen Feiertagesgesetzes, einmal im Jahr sollte dies möglich sein an solch einem hohen Feiertag in einem christlichen Land.
In einem andersgläubig geprägten Land ist es für mich selbstverständlich mich an deren Feiertage zu halten.

Wer die Karfreitagsruhe abschaffen will, will unsere christliche Kultur und unseren christlichen Glauben abschaffen, die christliche Natur unserer Gesellschaft zerstören.

Bitte um Toleranz und Respekt
Der Karfreitag ist ein Trauertag. Er erinnert an den grausamen Tod von Jesus. Zur Trauer gehören nicht Krach und viele Worte, sondern Stille, schweigen, aushalten, beten. Doch öffentlich gelebte Trauer und Besinnung ist nicht möglich, wenn rundherum das Leben tobt.
Selbstverständlich hat unsere Gesellschaft das Recht zu sagen: Das wollen wir nicht mehr. Doch dann kann die Folge nicht eine Aufhebung der Regeln sein, die es ermöglichen, diesen Tag sinnvoll zu gestalten. Sinnentleert wäre der Karfreitag sinnlos. Er müsste als arbeitsfreier Feiertag abgeschafft werden. Karfreitag ohne „Kar“ wäre ein ganz normaler Freitag mit Schule, Arbeit, Einkaufs- und Tanzmöglichkeit.
Statt diesen radikalen Schritt zu vollziehen bitte ich um Toleranz und Respekt den Menschen gegenüber, denen dieser Tag wichtig ist, weil Jesus Christus ihnen wichtig ist. Wem christlicher Glaube nichts bedeutet, den bitte ich, an diesem einen Tag im Jahr zu ertragen, dass viele Menschen ihn als Trauertag begehen möchten – mit all den Konsequenzen, die das für unser öffentliches Leben hat. Und ich bitte um Respekt vor dem Leidensweg, den Gott selbst in dem Menschen Jesus Christus durchlitten hat – ein Weg, der vielen Menschen hilft ihr Leid besser zu ertragen.
Im Übrigen ist Karfreitag ja nicht das Ende. Es folgt Ostern, das Fest der Auferstehung. Ein Fest das mit Freude, Tanz und Fröhlichkeit gefeiert werden kann.