Geschenke der Hoffnung

Protestanten in Deutschland: Die tun was!

Das soll jetzt also Kirche sein. Auf einem Sportplatz in Alfter bei Bonn rennen 19 kleine Mädchen und Jungs einem Lederball hinterher. „Saints“ steht auf ihren roten und blauen Trikots, Heilige. „Saints“ heißt die Baseball-League der Kirchengemeinde. „Klong“ macht der Ball, als Matthias ihn trifft. Der Siebenjährige wirft den Schläger zu Boden und rennt los zur ersten Base. Pauline, 10, hat den Ball gefangen. „Der war aus“, brüllen die einen. „Nein, der war safe“, die anderen. Weiter geht’s. Klong, los­rennen. Out.

Der Trainer ist ein Pfarrer,  Andreas Schneider, 46, Baseballkappe und verspiegelte Sonnenbrille. Gemeinde am Kottenforst, eine von rund 15 000 evangelischen Kirchengemeinden in Deutschland. Ja, am Kottenforst wird auch gebetet, gesungen, konfirmiert, beerdigt und GottGott ist nach einer gängigen Vorstellung „das höhere Wesen, das wir verehren“. In Heinrich Bölls Erzählung „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“ lässt jedenfalls ein Kulturpapst „Gott“ aus seinen Radiovorträgen herausschneiden und durch diese Wendung ersetzen. Gott gilt als Grund alles Seins, hat aber – anders als eine unpersönliche Schicksalsmacht – zugleich auch eine personale Seite, an die sich der Mensch im Gebet wenden kann. Gott kann nicht bewiesen, sondern nur geglaubt werden. Für den Gläubigen ist Gott keine Annahme, sondern Wirklichkeit und transzendentes, also jenseitiges Gegenüber. Die monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam gehen davon aus, dass sich alles, was ist, auf Gott zurückführen lässt. So bleibt in diesen Religionen die Frage offen, wie derselbe Gott, der das Gute will, auch das Leid und das Böse zulassen kann. gelobt. Gott loben werden wir noch viel auf dieser Reise von Bonn über Frankfurt nach Schwaben, über Sachsen-Anhalt nach Leipzig. Aber jetzt kann der liebe Gott erst mal Pauline loben. Die hatte vorher noch nie einen Schläger in der Hand und hat jetzt diesen Ball gehalten. „Beim Baseball kann jeder was“, sagt der Pfarrer. Dicke, die nicht schnell rennen können, haben vielleicht einen guten Schlag. Mädchen, die Fußball doof finden, können gut fangen.

Seit der Pfarrer Baseball spielt mit Kindern und Konfirmanden, kann er sich kaum retten vor Zulauf. Den Ballpark, das „Field of Dreams“, haben Eltern aus der Gemeinde selber gebaut. Manche Kinder sind katholisch, manche gehören keiner Kirche an. In den Spielpausen hören sie dem Pfarrer zu, der nicht nur gut Ball spielen, sondern auch gut erzählen kann. Von Jackie Robinson, der 1947 der erste schwarze Baseballspieler in der US-Major-League und sehr umstritten war. „In der BibelDie Bibel (griechisch „biblia“ = Bücher) ist die Heilige Schrift der Christen. Die Bibel ist in das Alte und in das Neue Testament aufgeteilt. Das Alte Testament ist ursprünglich in Hebräisch geschrieben. Es beginnt mit der Schöpfungsgeschichte und enthält neben den Urgeschichten der Menschheit Prophetenbücher, Weisheitstexte und die Geschichte des Volkes Israel. Viele Schlüsseltexte der westlichen Kultur finden sich im Alten Testament, wie zum Beispiel die Zehn Gebote. Das Neue Testament ist ursprünglich in Griechisch geschrieben. Es enthält unter anderem die vier Evangelien, die vom Leben, von Kreuz und Auferstehung Jesu Christi erzählen, und eine Anzahl theologischer Briefe, von denen die des Apostels Paulus am wichtigsten sind. Bis ins 15. Jahrhundert wurde die Bibel fast nur in ihrer lateinischen Übersetzung (Vulgata) gelesen. Martin Luther übersetzte die Bibel von 1520 bis 1536 ins Deutsche. Alle christlichen Kirchen berufen sich in ihrer Lehre und in ihrer Praxis auf die Bibel, auf das Alte und das Neue Testament, als wichtigste Quelle. gibt es viele Geschichten von Außenseitern“, sagt Schneider. „Einmal heilte Jesus einen Mann, der 30 Jahre gelähmt war. Menschen leiden darunter, wenn sie ausgeschlossen sind vom normalen Leben. Wir wollen darauf achten, dass keiner aus dem Team herausfällt.“ Eifriges Nicken.

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