Stiftung hilft ehemaligen Tänzern

Am Ende der Pirouette
Fione Rettenberger

Fione Rettenberger studiert jetzt – und sie jobbt als Tanzlehrerin

Foto: Frank Röth

Der Absprung ist für Tänzer schwer. Eine Stiftung hilft
Sie wusste natürlich, dass sie nicht bis zur Rente auf der Bühne stehen würde. Dennoch: Als die Tänzerin Fione Rettenberger, 30, vor zwei Jahren ausstieg, war das hart. Sie war mit fünfzehn von zu Hause weg für die Tanzausbildung und hatte bald gute Engagements, zuletzt am Wiesbadener Staatstheater. „Tanz war mein Lebensinhalt“, sagt sie.
Mit Mitte zwanzig dann die erste Pause, eine langwierige Knieverletzung, kurz danach die zweite: Nach einem Verkehrsunfall schaffte sie es nur unter Schmerzen auf die Bühne. Ein Abschied auf Raten – das ist typisch für Berufstänzer, die durchschnittlich mit Mitte dreißig abtreten. In der Szene spreche keiner über die Zeit danach, sagt Fione Rettenberger: „Wer redet schon vom eigenen Tod?“
Sie aber hatte sich vorbereitet und nebenher an einer Londoner Fernuni ihren Bachelor gemacht, um so auch ohne Abi in Deutschland studieren zu dürfen. Die Zulassung bekam sie aber erst nach vielen Beratungsgesprächen und weiteren Prüfungen. „Am Telefon wurde ich oft ausgelacht“, erzählt Rettenberger, „als hätte ich gar nichts vorzuweisen.“ An ihrer Seite: Die Stiftung Tanz, die Tänzer bei der Neuorientierung berät und Stipendien vergibt. Rettenberger studiert jetzt Musikwissenschaften in Tübingen. Und sie jobbt: als Tanzlehrerin in einem kleinen Studio.

Fragen an Sabrina Sadowska, Tänzerin und Gründerin der Stiftung Tanz

chrismon: Sie haben die Stiftung Tanz vor sechs Jahren gegründet. Warum?

Ich habe manche Kollegen gesehen, die nach dem Karriereende in die Langzeitarbeitslosigkeit rutschten und nie mehr auf die Beine kamen. Das finde ich tragisch, weil Tänzer so viel anzubieten haben.

Was denn?

Disziplin, Konzentrationsfähigkeit, Kreativität, Körperbewusstsein, Fairness, Ausdrucksfähigkeit jenseits gesprochener Sprache, Erfahrungen mit interkulturellen Teams.

Welche Berufe haben die Tänzer, die sich an die Stiftung wandten, gewählt?

Alles ist dabei, etwa Gärtnerin, Lehrer, Industriekauffrau, Juristin, Dramaturg. Besonders viele gehen aber in den Gesundheitsbereich, zum Beispiel als Altenpfleger, Heilpraktikerin oder Physiotherapeut. Jemand, der seinen eigenen Körper so gut kennt, weiß einfach, wie man andere berührt.

Spendenkontakt: 

Stiftung Tanz – Transition Zentrum Deutschland

Kollwitzstraße 64, 10435 Berlin

Tel. 030/32 667 141

info@stiftung-tanz.com

www.stiftung-tanz.com

 

Bankverbindung:

Deutsche Bank AG 

IBAN: DE71 1007 0000 0064 9780 00

BIC: DEUTDEBBXXX

Stichwort: chrismon

Für die Spendenquittung unbedingt die eigene Anschrift im Betrefffeld der Überweisung angeben.

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Lesermeinungen

Liebe Chrismon Redaktion, 

danke dass Sie die 31-jährige Komparatistik-Studentin daran erinnert haben, wie wichtig es ist zumindest in ihren eigenen Veröffentlichungen die Quellengrundlage stets genauer zu überprüfen.

Transition im Tanz sowie im Leistungssport ist ein sehr ergiebiges Thema, über das auch derzeit hier an der Uni geforscht wird. Schade, wenn es lieblos behandelt wird.

 

Mit freundlichen Grüßen

Fione A. Rettenberger

-and those who were seen dancing were thought insane by those who could not hear the music-