Bundesregierung verlangt Ende der Blockade für Hilfen im Jemen

Das Emblem der Vereinten Nationen

epd-bild/Marc Engelhardt

Die Bundesregierung und Hilfsorganisationen der UN haben Saudi-Arabien aufgefordert, die Zugangswege für humanitäre Lieferungen in den Jemen wieder zu öffnen.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte am Freitag in Berlin, Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) habe darüber mit seinem saudischen Amtskollegen Adel al-Dschubeir gesprochen. Die Versorgung der notleidenden Bevölkerung habe Priorität, betonte die Sprecherin. Die Wiedereröffnung des Hafens von Aden am Mittwoch sei ein erster Schritt gewesen, reiche aber nicht aus, da Transporte von dort nicht ins Landesinnere gelangten.

Nach Angaben der WHO ist das Land angesichts von 900.000 Cholera-Erkrankten dringend auf medizinische Hilfslieferungen angewiesen. Im Jemen gebe es den größten Cholera-Ausbruch weltweit, sagte WHO-Sprecherin Fadela Chaib. Die Blockade der See-, Land- und Luftwege könnte zu noch mehr Cholera-Fällen und noch mehr Cholera-Toten führen. "Wir wollen Leben retten", sagte Chaib. Die WHO könne aber keine Impfstoffe und Medikamente gegen die Cholera in das Nachbarland Saudi-Arabiens liefern. Das Hilfswerk Unicef betonte, die Durchfallerkrankung sei besonders für Kinder gefährlich.

Huthi-Rebellen gegen die sunnitisch geprägte Regierung

Im Jemen droht eine Hungersnot mit Millionen von Opfern, nachdem Saudi-Arabien und seine Verbündeten seit Sonntag keinerlei Importe mehr in das Bürgerkriegsland lassen. Saudi-Arabien will mit der Blockade die Einfuhr von Waffen aus dem Iran für die schiitischen Huthi-Rebellen unterbinden.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Mittwoch ein Ende der Blockade gefordert. Im Jemen sind nach UN-Angaben rund 20 Millionen der 27 Millionen Kinder, Frauen und Männer dringend auf die Lieferung von Lebensmitteln, Medikamente und Brennstoffe angewiesen.

Die Bundesregierung prüft nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert eine Erhöhung der Mittel für die humanitäre Hilfe. Bisher seien 120 Millionen Euro aufgebracht worden, sagte Seibert.

Im Jemen bekämpfen sich seit 2015 die Huthi-Rebellen und die sunnitisch geprägte Regierung, die von einer Koalition unter Saudi-Arabiens Führung unterstützt wird. Tausende Menschen wurden bereits getötet.

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