Neulich standen Nazis vor der Tür

Mai 2014

Zur Gemeinde

Kontaktinformationen der Gemeinde: 

Pfarrerin: Dorothea Quien

Gemeindebüro (linker Eingang; Remise):
Arndtstr. 12
12489 Berlin
Tel./ AB: (030) 677 5268
Fax: (030) 3060 8276
E-Mail: post@evangelische-kirche-adlershof.de

www.evangelische-kirche-adlershof.de

Sprechzeit:
Dienstag:     15-17 Uhr
Donnerstag:  9-11 Uhr

Bewertung

Liturgie: 
3
Predigt: 
4
Musik: 
4
Atmosphäre: 
4

Foto: Guido U. Draheim
„Refugees welcome“ – der Zettel an der Kirchentür heißt Flüchtlinge willkommen. Die schmalen Buntglasfenster in Berlin-Adlershof lassen nur wenig Licht herein, dunkles Holzgebälk verschluckt den Rest. Der Namen „Verklärungs­kirche“ wirkt da ein wenig ironisch. Schummrig ist es hier, nicht klar. Dafür fühlt man sich als Fremde im warmen Dämmerlicht schnell heimelig. Dazu trägt auch die Gemeinde bei. Viele der knapp 50 Besucher begrüßen einander mit Handschlag, einige von ihnen begeben sich auf die Empore. Durchschnitts­alter der Gottesdienstteilnehmer: über 40.

Ein Kindergottesdienst wird ange­kündigt, kommt aber nicht zustande. Die Mädchen mit den blonden Zöpfen bleiben lieber beim Vater. Gesungen werden Passionslieder, außerdem ist das Vokal­ensemble Treptow „Vokens T“ zu Gast. ­Es singt wunderbar und rein und viele Kyrie­eleisons, so viele, dass irgendwann die Gedanken abschweifen.

Pastorin Dorothea Quien hat ein ­Lächeln in der Stimme. Sie spricht klar, gut verständlich. Für ihre Predigt bleibt sie am Lesepult stehen und schlägt ­einen eleganten Bogen vom Evangelium über die Epistel bis zum Predigttext. ­Ihre Hauptfrage: „Wo ist mein Platz im Leben?“ Haben wir einen Anspruch auf einen Ehrenplatz bei Jesus? Quien bejaht. Für Christen sei dieser Platz neben Chris­tus. Allerdings sei der nicht bequem, auch Christus habe sich nicht zurückgezogen. „Während wir nach unserem Platz im Leben suchen, hat Gott schon längst seinen Platz gefunden. Den Platz an unserer Seite.“ Er will uns nahe sein, uns stärken und aufrichten. Und er will, dass wir es ihm nachtun.

Dann wird sie persönlich und politisch. Der Besucher erfährt: In Adlershof sollen Flüchtlinge aufgenommen werden. Während einer Versammlung in der Kirche, bei der darüber gesprochen wurde, standen draußen NPDler und brüllten fremdenfeindliche Parolen. Die Pfarrerin wirbt für Verständnis für die Flüchtlinge und erinnert daran, dass manche zu DDR-Zeiten auch aus dem Ostberliner Stadtteil Adlershof ausreisen wollten. Sie endet mit einem Appell: „Heißen wir die Flüchtlinge in unserer Mitte willkommen. Und lassen wir uns von niemandem einreden, dass es schlecht sei, zu teilen.“
Es folgen Lieder, Friedensgruß, Abend­mahl für alle Getauften, also auch die ­Kinder. In den Fürbitten werden nicht poli­tische Wünsche geäußert, sondern es wird für die gebetet, die zu wenig für sich einstehen und sich ausnutzen lassen. ­

Am Ausgang wird die Kirchgängerin mit einem Lächeln verabschiedet.

Was erleben Sie im Gottesdienst?
Schreiben Sie uns an: chrismon plus, Stichwort Kirchgang, Postfach 50 05 50, 60394 Frankfurt/Main; Fax: 069/580 98-286; E-Mail:

Neue Lesermeinung schreiben

Respekt!

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank!

Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • Wir beleidigen oder diskriminieren niemanden.
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.