Neue Lesermeinung schreiben

„Chrismon“ liegt allmonatlich der Süddeutschen Zeitung bei und gerät dadurch ebenso häufig in mein Blickfeld. Obwohl ich keine Christin bin, lese ich das Heft recht gern, denn das eine oder andere Bedenkenswerte finde ich eigentlich immer darin.
Diesmal jedoch hat mich der vorletzte Satz Ihres Artikels stark befremdet – so sehr, dass er mir immer wieder in den Kopf kam und ich mich nun doch noch zu einer Erwiderung entschlossen habe. Ich – religionsfrei und somit nicht gottgläubig – empfinde Ihren Zusatz „sogenannt“ bei der Nennung von Agnostikern und Atheisten als abfällig und auch als persönlich herabsetzend, denn zu dieser Gruppe zähle auch ich. „Sogenannte“ sind keine echten Agnostiker/Atheisten, sie sind es nur vorgeblich – wieso eigentlich? Wer uns so bezeichnet, meint anscheinend, dass wir unfähig sind, uns selbst richtig einzuordnen.
Vielleicht fragen Sie sich, warum ich so empfindlich reagiere. Das hat sehr viel mit zahlreichen Äußerungen christlicher Würdenträger und Laien zu tun, für die Gottlosigkeit gleichbedeutend ist mit mangelnder Moral und daraus folgend Gewissenlosigkeit, letztlich auch mit Mord und Totschlag. Wie bezeichnete die Kanzlerin die islamistischen Attentäter von Paris 2015? Als „menschenverachtende und gottlose Terroristen“.
Es würde mich freuen, wenn ich Sie mit diesem Schreiben ein wenig für mehr Respekt gegenüber Nichtgläubigen sensibilisieren könnte.