Friedenskirchen-Serie: Zeugen Jehovas

Die ganz Anderen
Zeugen Jehovas

Julia Autz

Sie verteilen ihre Zeitschrift „Der Wachtturm“ in Fußgängerzonen. Sie klingeln an Haustüren und werben für ihre Bibeldeutung: Jehovas Zeugen. Sie verweigern jeden Kriegsdienst, selbst wenn ihnen schwere Strafen dafür drohen – so wie einst unter den Nazis und in der DDR

Serie: Friedenskirchen

  • Sind Mennoniten, Quäker und Brethren für andere Kirchen Vorbilder?
  • Bleiben sie pazifistisch, wenn es hart auf hart kommt?
  • Und was bringt ihr Engagement wirklich für den Frieden?
Alle Folgen unserer Friedenskirchen-Serie finden Sie hier.
Bärenstein, ein sächsisches Dorf an der deutsch-tschechoslowakischen Grenze. In der Dienststelle der Nationalen Volksarmee wartet man am 3. November 1970 auf Joachim Bauer. Bis 15 Uhr hätte sich der 22-jährige Kfz-Elektriker hier einfinden sollen, um seinen Dienst als Bausoldat anzutreten.

Am Abend ist Joachim Bauer noch immer nicht da. Am nächsten Morgen steht ein Polizist vor seiner Haustür und bittet die Eltern, ihren Sohn zu wecken. Bauer wird auf die örtliche Polizeiwache gebracht, von dort nach Zwickau in Unter­suchungshaft. Eine Woche später wird er zusammen mit zwei weiteren jungen ­Männern zu einer 20-monatigen Haft­strafe verurteilt. Es sind drei Zeugen ­Jehovas, drei von mindestens 4000, die in den Jahren 1950 bis 1990 verurteilt wurden. Etwa 250 von ihnen waren sogenannte „Doppelverfolgte“. Schon die Nazis hatten sie inhaftiert.

Acht Jahre vor Bauers Verweigerung war in der DDR die Wehrpflicht eingeführt worden. Doch als Zeuge Jehovas lehnte Joachim Bauer Waffengewalt kategorisch ab. Das tut er bis heute. Das göttliche Gebot „Du sollst nicht töten“ ist für ihn nicht verhandelbar. Er hätte als ­Bausoldat im Straßenbau eingesetzt ­werden können, in Krankenhäusern und in der Katastrophenhilfe. Doch auch dies war für ihn keine Option. Das Gelöbnis bei Dienst­antritt enthielt Sätze wie: „Ich gelobe, der Deutschen Demokratischen ­Republik, meinem Vaterland, allzeit treu zu dienen und ­meine Kraft für die Er­höhung ihrer Verteidigungsbereitschaft einzusetzen.“ Bauer will nur auf Jehova Eide schwören. Er glaubt an Gottes Reich, nicht an von Menschen geschaffene Nationalstaaten.

Heute ist Joachim Bauer 67 Jahre alt, pensioniert und lebt in Hartmannsdorf, einem 1400-Einwohner-Dorf im Landkreis Zwickau. Das Haus liegt direkt an der Hauptstraße, dahinter erstrecken sich Felder und Wiesen. Es riecht nach Gras, Kühen und Gülle. Zusammen mit seiner Frau bewohnt Bauer das Erdgeschoss, ein Stockwerk darüber lebt die Tochter mit Mann und Sohn, ganz oben leben die Schwiegereltern, alle Zeugen Jehovas. Zweimal pro Woche be­suchen sie die Zusammenkünfte im nahe gelegenen Königreichssaal, wie Jehovas Zeugen ihren Versammlungsraum nennen.

Joachim Bauer ist ein schick gekleideter älterer Herr mit sorgfältig frisierten weißen ­Haaren. In seinem Wohnzimmer hängen Bilder von seinen drei Enkelkindern und Postkarten von der Algarve. Bauer wirkt nicht wie ein zu allem entschlossener ­Widerstandskämpfer und Märtyrer.

Lieber Gefängnis als Wehrdienst

Wehrdienstverweigerung hat in Bauers Familie keine Tradi­tion. Der Vater kämpfte als Soldat der Wehrmacht in Stalingrad, der Großvater starb 1947 in russischer Ge­fangenschaft. Ein Teil der Familie war evangelisch, der andere „gottgläubig“, wie die Nazis alle Menschen bezeichneten, die keiner eingetragenen Religionsgemeinschaft angehörten, aber nicht glaubenslos waren. Auch Bauer wurde evangelisch getauft.

Zeugen Jehovas

Sie sind keine Friedenskirche wie Quäker, Mennoniten und die Church of the Brethren. Sie halten sich aus aller Politik heraus und gehen nicht einmal wählen.

Während der NS-Zeit waren die meisten Kriegsdienstverweigerer Zeugen Jehovas. Da die Nazis sie massiv verfolgten, galten sie in der DDR zunächst als „Opfer des ­Faschismus“. Den Status verloren sie 1950 wieder, der Staat verweigerte ihnen die ­Rente für ehemalige KZ-Insassen. Ihnen wurde „Boykotthetze“ und „besonders ­raffinierte Propaganda des amerikanischen Monopolkapitals“ vorgeworfen.

Wohl vor allem ihre politische Neutralität war der SED-Führung ein Dorn im Auge. Sie verbot die Religionsgemeinschaft. Statt ­öffentlicher Zusammenkünfte gab es fortan nur noch heimliche Versammlungen in Privat­wohnungen. Für ältere Zeugen Jehovas, die sich gerade erst von den Schrecken des Nationalsozialismus erholt hatten, ein schwerer Einschnitt.

Die Zeugen Jehovas lehnen die Kindertaufe ab. Jeder Zeuge soll sich bewusst für die Lehre entscheiden. Jeder Zeuge soll aktiver Zeuge sein. Jeder muss Berichte über seine Missionsarbeit verfassen und in seiner Gemeinde abgeben. Nur wer missioniert, gilt auf Dauer als Zeuge Jehovas.

Jehovas Zeugen leben nach strengen Regeln: Nicht nur der Wehrdienst ist für sie tabu. Sie verzichten auch aufs Rauchen und auf übermäßigen Alkoholkonsum. 

Der Vater kehrte ernüchtert aus dem Krieg zurück, enttäuscht von den großkirchlichen Pfarrern, die in Stalingrad Bomben und Flugzeuge gesegnet hatten, während um sie herum Kameraden ­starben. Von den Zeugen Jehovas, die Ende der 1940er-Jahre an seiner Haustür klingelten und über Gott und die Bibel ­sprechen wollten, wollte er zunächst nichts wissen. Als sie ihm erzählten, dass viele ihrer ­Glaubensbrüder wegen Wehrdienstverweigerung in Konzentrationslagern ge­storben waren, war Bauers Vater beeindruckt. „Wenn das so ist, dürfen Sie reinkommen“, soll er zu ihnen gesagt haben. Kurze Zeit später traten er und seine Frau aus der Kirche aus und ließen sich als ­Zeugen Jehovas taufen. Als junger Erwachsener folgte Bauer dem Vorbild der Eltern.

Und er organisierte sich eine Bibel. Er ging missionieren, wurde mehrfach verhaftet und immer wieder freigelassen. In der Schule lernte er: Angriffskriege seien schlecht und Verteidigungskriege notwendig. Als Zeuge Jehovas denkt Bauer anders darüber: „Wenn Gott Krieg führt, ist es richtig, und wenn Menschen Krieg führen, ist es falsch.“ Im Alten Testament habe Gott die Ungläubigen kriegerisch bekämpft. Und im Harmagedon, dem Weltuntergangskampf, werde Gott allem Bösen auf der Erde für immer ein Ende setzen. Deshalb versteht sich Bauer auch nicht als Pazifist: „Das würde ja bedeuten, dass ich jegliche Gewalt ablehne, auch die göttliche.“

Joachim Bauer wusste schon als Jugendlicher, dass er den Wehrdienst verweigern und ins Gefängnis gehen würde. „Das lief ja bei allen Zeugen Jehovas gleich ab: Man erschien nicht zum Dienstantritt, wurde einen Tag später verhaftet und eingesperrt. Dann, nach 20 Monaten, wurde man entlassen, bekam ein Schreiben, dass man wieder in die Gesellschaft eingegliedert war und das war’s.“ Hat er gar keine Angst gehabt? „Nee.“

Mit Kleinkriminellen eingesperrt

Im Herbst 1970 sollte er auf der Polizeiwache ein leeres Blatt Papier unterschreiben. Er weigerte sich. Man ließ ihn laufen. Einige Wochen später kam ein Polizist mit einem Strafbefehl über 30 Mark und 85 Pfennige zu ihm nach Hause. Da saß Bauer aber schon wegen der Wehrdienstverweigerung im Gefängnis. Seine Mutter sagte zu dem Polizisten: „Tut uns leid, ­unseren Sohn haben Sie verhaftet, da müssen Sie in zwei Jahren wiederkommen.“ Bauer klingt mehr amüsiert als verärgert, wenn er ­heute davon erzählt.

Die Autorin

 Foto: Privat
Hannah Wagner, 1990 geboren, brauchte einige Anläufe, bis der Pressesprecher der Zeugen Jehovas ihr, der Journalistin, vertraute und ihr Kontakte vermittelte.
Der Tag, an dem man ihn in die Unter­suchungshaft nach Zwickau brachte, scheint für ihn inzwischen weit weg zu sein. Damals musste er sich nackt aus­ziehen, wurde aufgefordert, Schnürsenkel, Taschentücher und Kugelschreiber ab­zugeben, und kam in eine Zelle mit zwei Doppelbetten, einem vergitterten Fenster und einer Kloschüssel. „Zuerst wollte niemand vor den Zellengenossen aufs Klo ­gehen. Aber schon am zweiten Tag haben wir es nicht mehr ausgehalten“, erinnert sich Bauer und lacht.

Nach knapp einem Monat in Zwickau wurde Bauer nach Plauen verlegt. Seine Mit­gefangenen dort waren vor allem Kleinkriminelle und hatten seit ihrer ­Jugend immer wieder in Gefängnissen gesessen. Vor der Willensstärke der Zeugen Jehovas hatten die meisten Respekt. Einige der Jüngeren, die noch nie von der Reli­gionsgemeinschaft gehört hatten, reagierten mit Verwunderung, wenn sie erfuhren, dass Jehovas Zeugen die Gefangenschaft dem Kriegsdienst vorzogen. „Dafür würde ich mich nicht einsperren lassen“, bekam Bauer einige Male zu hören.

Heute sieht Bauer seinen Friedensdienst darin, Gottes Wort zu verkünden. „Wenn wir von Tür zu Tür gehen, überbringen wir eine friedliche Botschaft. Jeder, der diese Botschaft versteht und ernst nimmt, wird ein friedlicher Mensch werden.“

Mehr Schulunterricht als klassischer Gottesdienst

Auch Gerhard Wolf saß in der DDR mehrere Monate lang im Gefängnis. Genau wie Joachim Bauer spricht er nüchtern über seine Gefangenschaft. Verbittert ist er nicht. Ihm sei immer klar gewesen, dass ihn sein Verhalten in den Fokus des Staatsapparats rücken könnte, mit einer Verhaftung ­habe er fest gerechnet. Die kam 1953. Angst habe er keine gehabt, auch nicht um seine Verlobte, ebenfalls eine Zeugin Jehovas. „Mit Angst lebt sich’s schlecht“, sagt ­Wolf. Nach seiner Haft habe er unter strenger Beobachtung der Stasi gestanden und sich deshalb entschieden, auszureisen. Heute lebt der 84-Jährige im Westen, in Mannheim.

Woher nehmen die Zeugen Jehovas ihre Widerstandskraft? Seit sechzig Jahren geht Gerhard Wolf mit seiner Frau ­in denselben Königreichssaal. Das Ge­bäude ­ist schmucklos und unauffällig – von außen wie von innen. Ein Blumenstrauß neben dem Rednerpult ist die einzige Dekoration, die Wände sind weiß, ­es gibt keine religiösen Symbole, keine ­Bilder, keine Kerzen.

Zweimal pro Woche versammeln sich die Mannheimer Zeugen hier zum „Versammlungsbibelstudium“, die Männer in Anzügen oder nur mit Hemden, die Frauen in langen Röcken. Ein gepflegtes Äußeres ist Jehovas Zeugen wichtig: „Unsere ­Kleidung verrät Achtung vor Gott“, heißt es dazu auf ihrer Internet­seite. Abwesenheit wird nicht gern gesehen, man darf Gott nicht nur dann in sein ­Leben lassen, wenn es einem gerade passt, finden die Zeugen.

Wolf weiß, dass die Glaubensgemeinschaft mit ihrem konservativen Auftreten manch einen abschreckt. Indem man ­sich dem Zeitgeist nicht anpasse und zum Beispiel Homosexualität ablehne, schwimme man heute gewissermaßen gegen den Strom, sagt er.

Die Zeugen im Mannheimer Königreichssaal reden über die Liebe in der ­Bibel. Ein Glaubensbruder auf der Bühne liest Passagen aus dem Buch „Komm ­Je­hova doch näher“ vor, eine Eigenproduktion der Glaubensgemeinschaft. Nach jedem Satz hält er inne und bittet sein Publikum, das Vorgelesene in eigenen Worten wiederzugeben. Die Versammlung erinnert mehr an Schulunterricht als an einen ­klassischen Gottesdienst, für geheimnis­volle Rituale ist hier kein Platz. Glaubens­brüder und -schwestern werden für die Mission geschult, sie sollen wissen, was wo in der Bibel steht, möglichst viele ­Passagen wörtlich zitieren können. Zudem helfen die Versammlungen, sich ­Woche für Woche des Glaubens neu zu vergewissern.

Wer der Lehre zuwider lebt, wird ausgeschlossen

Christoph Wilker ist Sparkassenbetriebswirt im Vorruhestand und hat viel Zeit. In seinem Heimatort Unterhaching (bei München) und Umgebung klingelt er als Zeuge Jehovas an den Haustüren. Meistens geht er mit seiner Frau oder einem Glaubensbruder. Heute ist er allein unterwegs.

Es regnet, es ist kühl, Wilker entscheidet ­sich für ein Haus mit gut 20 Wohnungen, in dem er bequem von einer Tür zur nächs­ten gehen kann. Überall hat er bei früheren Gängen schon mindestens einmal geklingelt. „Keine Zeit und keine Lust!“, ruft eine Frau an der ­ersten Tür und knallt sie wieder zu. Bei der ­zweiten Wohnung hört man Geräusche, niemand öffnet.

Wilker ist nicht auf große Erfolge aus. Er sagt, er will „die biblischen Werte“ weitergeben, nicht unbedingt neue Mitglieder werben. Eine Frau habe er mehr als zehnmal besucht, sie sei interessiert. Zu den Zusammenkünften im Königreichssaal habe er sie trotzdem noch nicht eingeladen. Das tue er erst, „wenn bei der Person eine sehr große Akzeptanz zu spüren ist“. Je stärker sich ein Zeuge mit seiner Glaubenslehre identifiziert, so scheint es, desto gelassener kann er auf Andersgläubige reagieren.

Wilker ließ sich mit 18 Jahren als Zeuge Jehovas taufen, vorher war er katholisch. „Katholisch sein ist für viele wie deutsch sein“, ­findet er, „man wird da reingeboren, verbindet aber oft nichts damit. Bei uns leben die Leute das, wovon sie reden.“

Jehovas Zeugen verbringen viel Zeit mit ihrem Glauben. Und sie sind kompromisslos. Wer der Lehre der Religionsgemeinschaft zuwider lebt, wird ausgeschlossen. Auch Christoph Wilker würde Freundschaften zu ehemaligen Mitgliedern abbrechen: „Wenn solche Personen in unseren Reihen toleriert würden, dann hätte das einen zersetzenden Einfluss, weil unsere Maßstäbe dadurch aufgeweicht würden.“

Im dritten Stock öffnet ein älterer Herr in weißem Feinrippunterhemd und Badeschlappen die Tür. „Na, Herr Schirmbrand, was macht das private Bibelstu­dium?“, fragt Wilker, er klingelt hier nicht zum ers­ten Mal. „Welches Bibelstudium?“, fragt Herr Schirmbrand zurück und lacht. Wilker ­liest eine Passage aus der Offenbarung des Johannes vor: „Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast.“ Er klappt die Bibel wieder zu. „Klingt das logisch, Herr Schirmbrand?“, fragt Wilker. „Na ja, schon.“ „Sehe ich auch so“, meint Wilker und lächelt.

Information

Serie: Friedenskirchen

Hitler, Saddam Hussein, Islamischer Staat: Manchem Irren müsse man sich mit Gewalt entgegenstellen, sagen viele Christen. Gewalt löst keine Probleme, sie schafft nur neue, sagen die Friedenskirchen. In einer Serie von Interviews und Reportagen geht chrismon plus diesen Fragen nach:
 
Sind die Friedenskirchen für andere Kirchen Vorbilder?
Was tun sie, wenn es hart auf hart kommt?
Und was bringt ihr Engagement wirklich für den Frieden?
 
Mit dem aktuellen Beitrag über die Zeugen ­Jehovas endet die Serie in ­chrismon plus. Bisher erschienene Artikel dazu finden Sie hier.

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Lesermeinungen

Ich bin als langjährige Chrismonleserin ähnlich überrascht über diesen verharmlosenden Artikel über die Zeugen Jehovas. Die Referate für Weltanschauungsfragen in den Landeskirchen geben Auskunft über diese Gruppierung, die Vereinnahmung ihrer Mitglieder und die Konsequenzen im sozialen Bereich.

Ich finde es sehr bedenklich, diesen Kontaktabbruch zu ausgeschlossen Mitgliedern, so verharmlosend darzustellen. Hierbei werden Familien auseinander gerissen, Kinder haben keinen Kontakt mehr zu Eltern und umgekehrt, Ehen zerbrechen und die soziale Isolation zerstört Menschenleben, was bis zu Selbsttötungen für. Das Thema ist absolut oberflächlich beschrieben und unterschlägt die menschenverachtende Seite dieser Gruppierung. Es wird zwar immer von Liebe gesprochen, doch gelebt wird sie nicht. Dies im Zusammenhang mit "Friedenskirche" zu bringen entspricht nicht der Wirklichkeit. Es wird auch verschwiegen, dass im ersten Weltkrieg die Zeugen sehr wohl mit in den Krieg gezogen sind, sie sogar dazu von der WTG aufgefordert wurden. Bitte das nächste mal besser recherchieren und alle Seiten der Gruppierung der Zeugen Jehovas beleuchten,
[Anmerkung der Redaktion: Bitte schreiben Sie keine Behauptungen, die Sie nicht belegen.]

Wegen Anmerkung der Redaktion: Bitte schreiben Sie keine Behauptungen, die Sie nicht belegen.

Da ich mit Aussteigern der Zeugen Jehovas arbeite und betreue, ist das, was ich geschrieben habe keine Behauptung, die nicht belegt werden kann, oder was genau meinten Sie? Sie sollten aus diesen Gründen auch mal die Literatur von Frau Barbara Kohout lesen oder von Raymond Franz: Der Gewissenskonflikt. Falls die Tatsachen bezüglich des Kindesmissbrauchs meinen, so gibt es dazu Gerichtsverfahren in Amerika und Australien. Anbei ein Link http://www.huffingtonpost.de/misha-anouk/wie-zeugen-jehovas-kindesmissbr...
Auch mir sind aus meiner Beratungstätigkeit Fälle bekannt wo dies stattgefunden und sehr schwere Schäden verursacht hat. Sie brauchen nur mal gezielt nach diesen Informationen suchen und werden sie dann auch finden. Fall noch Fragen offen sein sollten können Sie mich auch gerne über meine E-Mailadresse anschreiben.