Susanne Breit-Keßler über Demokratie in der Familie

Susanne Breit-Keßler über Demokratie in der Familie
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Am Hafen reiht sich ein Lokal an das nächste. Jedes bietet das gleiche Essen an: Griechische Küche, dazu Schnitzel und Pommes Frites. Ein Elternpaar schlendert am Ufer entlang und entscheidet sich für ein Gasthaus mit dem Namen „Delphi“. Bevor die beiden sich setzen, fragt der Vater seine dreijährige Tochter: „Ist dir dieser Platz recht? Möchtest du hier sitzen?“ Gut, wenn Eltern ihren Kindern Respekt entgegen bringen.

Sie sind eigenständige Geschöpfe mit eigenem Geschmack, eigenen Wünschen. Klar, dass Eltern ihre Kinder fragen, was sie essen und trinken wollen. Es ist selbstverständlich, dass man niemanden zwingt, etwas zu sich zu nehmen, was er oder sie nicht mag. Aber ist es klug, eine Dreijährige zu fragen, ob sie in diesem oder in einem anderen Restaurant Platz nehmen will?

Sollen Kinder immer bestimmen?

Ist es richtig, Kinder immer bestimmen zu lassen? Oder ist es vielleicht sogar eine sinnlose Überforderung? Im Alten Testament steht: "Verhätschelst du dein Kind, so musst du dich vor ihm fürchten; spielst du mit ihm, so wird es dich betrüben" (Sir 30,9). Ein Kind ist kein Püppchen. Man muss seine Persönlichkeit respektieren. Aber auch das ist weise: Wenn ein Kind verstehen lernt, dass man nicht immer seinen Willen bekommen kann - und es hin und wieder sogar schön ist, anderen den Vortritt zu lassen.

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Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt".

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