Kirchenmusik: Ein Jahr voller Liebeserklärungen

Kirchenmusik: In diesem Jahr wird es ungezählte Liebeserklärungen geben – an die Musik. Und damit an die gute Schöpfung Gottes
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Foto: Tillmann Franzen

„So predigt Gott Gott ist nach einer gängigen Vorstellung „das höhere Wesen, das wir verehren“. In Heinrich Bölls Erzählung „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“ lässt jedenfalls ein Kulturpapst „Gott“ aus seinen Radiovorträgen herausschneiden und durch diese Wendung ersetzen. Gott gilt als Grund alles Seins, hat aber – anders als eine unpersönliche Schicksalsmacht – zugleich auch eine personale Seite, an die sich der Mensch im Gebet wenden kann. Gott kann nicht bewiesen, sondern nur geglaubt werden. Für den Gläubigen ist Gott keine Annahme, sondern Wirklichkeit und transzendentes, also jenseitiges Gegenüber. Die monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam gehen davon aus, dass sich alles, was ist, auf Gott zurückführen lässt. So bleibt in diesen Religionen die Frage offen, wie derselbe Gott, der das Gute will, auch das Leid und das Böse zulassen kann. das Evangelium auch durch die Musik.“ Der Refor­mator Luther war es, der den Zusammenhang neu entdeckte: Wir brauchen das Singen und Musizieren, um die heilsame Kraft des Evangeliums in uns Menschen zum Klingen zu bringen. Für Luther zählte die Musik nämlich zu den segensreichsten Gaben der Schöpfung Gottes. (Für Lieb­haber von Originaltexten: Sie finden diese Bemerkung in der Werkausgabe: WA TR2, 11, 1258.)  

Ein Schatz aus 500-jähriger Tradition

Wir stehen auf der Hälfte des Weges zum großen Reformationsjubiläum 2017, den wir uns mit der Lutherdekade – dem Lutherjahrzehnt – vorgenommen haben. In diesem Jahr geht es um das Thema „Reformation und Musik“. In allen Gemeinden und Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland wird in den kommenden Monaten zu erleben sein, wie Gottes Wort auch in und durch Musik spricht und zu wirken vermag. Der Schatz unserer fünfhundertjährigen evangeli­schen Kirchenmusiktradition soll hörbar werden. Und wir wollen zu neuer Musik und neuen Liedern ermutigen, die in der Sprache und mit den Tönen der Gegenwart von Gottes Heilshandeln an den Menschen und von menschlichem Glauben, Hoffen und Lieben erzählen.
„Wo man singt, dort lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“ Dieses Sprichwort vertritt recht vollmundig die Ansicht: Singende Menschen könnten gar keine bösen Gedanken und Absichten hegen, Singen sei ganz grundsätzlich auf ein friedliches und menschenfreundliches Miteinander angelegt.

Es ist sicher richtig: Gemeinsames Mu­si­zieren und Singen hat einen Einfluss darauf, dass das Miteinander von Menschen gelingt. Das spiegelt sich auch in alltäglichen Redewendungen. Wir sprechen von „harmonischen Beziehungen“ und von einem „abgestimmten Vorgehen“. Aber wenn wir einen realistischen Blick auf unsere Vergangenheit und – Gott Gott ist nach einer gängigen Vorstellung „das höhere Wesen, das wir verehren“. In Heinrich Bölls Erzählung „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“ lässt jedenfalls ein Kulturpapst „Gott“ aus seinen Radiovorträgen herausschneiden und durch diese Wendung ersetzen. Gott gilt als Grund alles Seins, hat aber – anders als eine unpersönliche Schicksalsmacht – zugleich auch eine personale Seite, an die sich der Mensch im Gebet wenden kann. Gott kann nicht bewiesen, sondern nur geglaubt werden. Für den Gläubigen ist Gott keine Annahme, sondern Wirklichkeit und transzendentes, also jenseitiges Gegenüber. Die monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam gehen davon aus, dass sich alles, was ist, auf Gott zurückführen lässt. So bleibt in diesen Religionen die Frage offen, wie derselbe Gott, der das Gute will, auch das Leid und das Böse zulassen kann. sei es geklagt – auch auf die Gegenwart werfen, müssen wir feststellen: Musik und Lieder werden auch dazu benutzt, Menschen in Vorurteilen und Fehlurteilen zu stärken und Menschen gegen ihre Mitmenschen aufzuhetzen.

Musik kann aus bösen Absichten entspringen

Das gemeinsame Singen von Liedern ist leider nicht nur Zeichen und Ausdruck guter Gedanken und Gefühle. Die Musik kann auch bösen Gefühlen und Absichten entspringen, sie vermag böse Gefühle und Absichten zu wecken und zu verstärken. Rechtsextremisten dienen Rockkonzerte zur ideologischen Aufrüstung und zur Nachwuchswerbung. Wie viele – vielleicht sogar wie alle – Gaben der Schöpfung Gottes können Menschen auch die Musik und das gemeinsame Singen von Liedern missbrauchen. Deshalb gehört zur Faszi­nation und Begeisterung durch Musik und mitreißende Lieder auch die rationale und kritische Unterscheidung der Geister, die sie wecken und treiben.

Leoluca Orlando, der sizilianische Rechtswissenschaftler, Politiker und Kulturkenner – er wurde 2008 wegen seines Einsatzes gegen die Mafia mit dem Konrad-Adenauer-Preis der Stadt Köln aus­gezeichnet – schrieb in seiner Liebeser­klärung an die Musik: „Der Musik kommt die schwierige, aber schöne Aufgabe zu, die Menschen dem Glück näherzubringen.“ Es ist eine von 46 Liebeserklärungen, die Elke Heidenreich 2010 unter dem Titel „Ein Traum von Musik“ herausgegeben hat.  

Nachhaltiges Glück ist für mich nicht ohne Gott Gott ist nach einer gängigen Vorstellung „das höhere Wesen, das wir verehren“. In Heinrich Bölls Erzählung „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“ lässt jedenfalls ein Kulturpapst „Gott“ aus seinen Radiovorträgen herausschneiden und durch diese Wendung ersetzen. Gott gilt als Grund alles Seins, hat aber – anders als eine unpersönliche Schicksalsmacht – zugleich auch eine personale Seite, an die sich der Mensch im Gebet wenden kann. Gott kann nicht bewiesen, sondern nur geglaubt werden. Für den Gläubigen ist Gott keine Annahme, sondern Wirklichkeit und transzendentes, also jenseitiges Gegenüber. Die monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam gehen davon aus, dass sich alles, was ist, auf Gott zurückführen lässt. So bleibt in diesen Religionen die Frage offen, wie derselbe Gott, der das Gute will, auch das Leid und das Böse zulassen kann. zu denken. Deshalb möchte ich im Blick auf unser Themenjahr „Reforma­tion und Musik“ den Satz Orlandos zu­spitzen: Die Musik und die Lieder in unseren Gemeinden und Kirchen bringen die Menschen Gott Gott ist nach einer gängigen Vorstellung „das höhere Wesen, das wir verehren“. In Heinrich Bölls Erzählung „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“ lässt jedenfalls ein Kulturpapst „Gott“ aus seinen Radiovorträgen herausschneiden und durch diese Wendung ersetzen. Gott gilt als Grund alles Seins, hat aber – anders als eine unpersönliche Schicksalsmacht – zugleich auch eine personale Seite, an die sich der Mensch im Gebet wenden kann. Gott kann nicht bewiesen, sondern nur geglaubt werden. Für den Gläubigen ist Gott keine Annahme, sondern Wirklichkeit und transzendentes, also jenseitiges Gegenüber. Die monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam gehen davon aus, dass sich alles, was ist, auf Gott zurückführen lässt. So bleibt in diesen Religionen die Frage offen, wie derselbe Gott, der das Gute will, auch das Leid und das Böse zulassen kann. näher.

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