Superheroes in den USA

Superhereo Mr. Xtreme

Mr Xtreme, Comic-Fan und Gründer der Xtreme Justice League in San Diego. Angefangen hat er alleine, mittlerweile hat die Organisation viele feste Mitglieder, und es wird permanent neu rekrutiert. Ein Privatleben kennt „X“ nicht, er hat sich – neben seiner regulären Arbeit u.a. im privaten Sicherheitsdienst – ganz der XJL verschrieben. Vor allem möchte er mehr Bewusstsein erzeugen, sagt er. Diese Gleichgültigkeit der Leute mache ihn wütend. Mit seiner Beharrlichkeit kann er offensichtlich viele Leute anstecken. Er ist ein eher ruhiger und ernster Typ, lacht selten. Manchmal kommt aber auch der Comic-Geek durch. Denn am liebsten, sagt er, hätte er ein Zeichen, „so wie Batmans Fledermaus“. Das könne man doch gut an einem der Hochhäuser in San Diego installieren, und dann wisse er immer, wann er gebraucht wird.

Mr. Xtreme ist nicht nur am Projekttag in San Diego, sondern immer. Er arbeitet als Wachmann und Straßenkehrer. Sein Herzensjob ist es aber, nachts durch die Stadt zu patrouillieren. Seine „Xtreme Justice League“ hat ein gutes Dutzend Mitglieder. Meist schlichten sie Streite­reien oder rufen Betrunkenen ein Taxi. Warum der Comicfan in jeder freien ­Minute für Gerechtigkeit kämpft? Weil er die Gleichgültigkeit vieler Mitmenschen so schrecklich findet.Verena Brandt
Superheroes in den USA
Bildergalerie: Superhelden gibt´s wirklich
Die gute Nachricht: Sie sind unter uns! Die schlechte: Sie sind nicht immer so einfach zu erkennen wie Spiderman, der auf dem Bild gerade Mittagspause macht. Nicht jeder Superheld steckt in einem Kostüm, schwingt sich an Spinnenfäden durch die Lüfte und jagt Superschurken. Die meisten sitzen wohl eher in Pflegeheimen, U-Bahnen oder neben uns auf der Parkbank, tragen Kittel, Uniformen und Norwegerpullis.

Rock ʼnʼ Roll heißt die mit der blauen Brille. Sie und ­ihre Mitstreiter NightBug, Doctor Mystery, Miss Fit und Hip Hop Trooper sind unterwegs in San Diego, um Obdachlosen Kleidung, Essen oder Wasser zu bringen. Wie viele andere kostümierte Aktivisten aus dem ganzen Land. „Project Hope“ heißt das jährliche Treffen, das es inzwischen auch in New York oder Chicago gibt.

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